Militärversicherung mit gutem Jahresergebnis – Spitzensportler sind voll versichert

Die von der Suva geführte Militärversicherung (MV) zieht für das Jahr 2018 eine positive Bilanz. Sowohl die Gesamtzahl der Unfälle und Krankheiten, als auch die Versicherungsleistungen und Verwaltungskosten haben sich reduziert. Spitzensportler wie Ramon Zenhäusern haben bei der MV die volle Deckung. Das hat sein Gutes, wie sich zeigte.

2018 zahlte die Militärversicherung (MV) insgesamt 175,2 Millionen Franken an Versicherungsleistungen – hauptsächlich für Fälle von Milizangehörigen (Armee-, Zivilschutz- oder Zivildienstleistenden). Das sind 8,5 Millionen Franken weniger als im Vorjahr (- 5 Prozent). Sowohl die Rentenkosten als auch die Heil- und Taggeldkosten gingen zurück. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Winter-Rekrutenschule 2017/2018 aufgrund der Weiterentwicklung der Armee nicht stattgefunden hat. Dadurch wurden weniger Diensttage geleistet und es wurden 5 Prozent weniger neue Fälle gemeldet. Auch die Verwaltungskosten konnten auf 20,5 Millionen Franken gesenkt werden (Vorjahr 21,7 Millionen Franken / - 5,4 Prozent).

Weniger Unfälle und Krankheiten als im Vorjahr

Im Jahr 2018 registrierte die MV knapp 39 000 neue Fälle, rund 2000 weniger als im Vorjahr. Die Fälle teilen sich auf in 29 000 Erkrankungen und 10 000 Unfälle über alle Versicherungskategorien hinweg. Milizsoldaten erkrankten knapp 14 000 Mal und 6000 verletzten sich bei einem Unfall. Mit rund 24 Prozent sind Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems über alle Versicherungsgruppen hinweg nach wie vor am häufigsten. Bei den Unfällen sind Frakturen im Gesichtsbereich mit knapp 13 Prozent am häufigsten, gefolgt von Verstauchungen, Zerrungen, Bänder- oder Sehnenrisse (je 7 Prozent). Knapp ein Viertel aller durch die MV anerkannten Unfälle waren Sportunfälle.

Spitzensportler wie Ramon Zenhäusern sind durch Militärversicherung gedeckt

Der Bund fördert den Spitzensport und ermöglicht jungen Sportlerinnen und Sportlern die Absolvierung einer Spitzensport-RS. Sie leisten bis zu 100 freiwillige Diensttage, an denen trainiert werden kann, oder haben eine Anstellung als Zeitmilitär. Den Sportlerinnen und Sportlern stehen nebst der persönlichen Betreuung durch das Kompetenzzentrum Sport der Armee auch die Infrastrukturen des Bundesamtes für Sport (BASPO) mit Hauptsitz in Magglingen und den weiteren Standorten Tenero, Andermatt und Ipsach zur Verfügung.

Die Spitzensportler sind während ihres Militärdienstes bei der MV als Institution des Bundes versichert. Bei Unfällen und Krankheiten ist die Militärversicherung leistungspflichtig. So war es auch beim Skirennfahrer Ramon Zenhäusern, der an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang Slalom-Silber für die Schweiz holte. Dieser Erfolg war einige wenige Monate zuvor wegen eines schweren Unfalls noch undenkbar. Da der Unfall beim Training während des Militärdienstes passierte, wurde die medizinische Betreuung und die damit verbundenen Kosten von der MV getragen. Zudem unterstützte die MV den Skirennfahrer auch finanziell, er erhielt während seiner Rehabilitation ein Taggeld. «Ich fühlte mich trotz der schwierigen Zeit gut aufgehoben», so Ramon Zenhäusern. «Die Militärversicherung hat deshalb zweifellos einen Anteil an meinem Erfolg.»

«Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre wurden für Spitzensportler Versicherungsleistungen von rund 370 000 Franken jährlich erbracht», sagt Stefan A. Dettwiler, Leiter der Militärversicherung. «Das sind 0,8 Prozent aller Heilkostenzahlungen und Taggelder, die für Schadenfälle von Milizangehörigen und Angehörigen des Zeitmilitärs aufgewendet werden. Rund 70 Prozent des Betrages sind Heilkosten, der Rest Taggelder.»

Alle Zahlen und Fakten zum Versicherungsjahr 2018, weiterführende Informationen zum Thema Prävention und ein Interview mit Ramon Zenhäusern sind in der MV-Statistik 2019    ersichtlich.

Die Militärversicherung

Die Suva führt die Militärversicherung (MV) im Auftrag des Bundes. Versichert sind Personen, die im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten Einsätze leisten. Dies sind Militär-, Zivilschutz- und Zivildienstleistende, Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes, Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe [SKH] sowie die Berufs- und Zeitmilitärs. Gegenstand der MV sind Krankheiten und Unfälle. Versichert sind alle körperlichen, geistigen und psychischen Schädigungen, die während der Dienste und Einsätze auftreten oder auf den Dienst zurückzuführen sind. Die MV wird durch den Bund, über Prämien (aktive und pensionierte Berufsmilitärs und Zeitmilitärs) sowie Regresseinnahmen finanziert. Weitere Informationen zur MV finden sich unter www.militaerversicherung.ch    

Die Militärversicherungsstatistik

Die Militärversicherung (MV) ist ein eigenständiger Zweig des schweizerischen Sozialversicherungssystems. Deshalb sind ihre Ergebnisse von öffentlichem Interesse und werden jährlich publiziert. Die «Statistik der Militärversicherung» liefert umfassende Zahlen zum Versicherungsbestand, zu den Schadenfällen und zu den Leistungen der MV. Die Statistik ist auf Deutsch und Französisch erhältlich und kann gratis bestellt oder heruntergeladen werden unter www.suva.ch/4514.d/19  

  • Simone Isermann
    Frau Simone Isermann
    Mediensprecherin Schadenmanagement und Rehabilitation
  • Direkt: +41 41 419 59 50
Geschäftsbericht Militärversicherung 2018Ramon Zenhäusern in MilitärkleidernBroschüre 4514

Spitzensportler wie Ramon Zenhäusern haben bei der MV die volle Deckung.

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,3 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 129 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.