Unfallprävention: So tickt der Mensch

Am 12. November 2019 findet das 3. Nationale Forum für die Prävention von Unfällen und Berufskrankheiten im Haus des Sports in Ittigen bei Bern statt. Fachpersonen der Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung treffen sich, um sich mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung auseinander zu setzen, von Praxisbeispielen aus Betrieben zu lernen und die Präventionsinstrumente der Suva auszuprobieren.

Der Faktor Mensch

Der Faktor Mensch spielt in der Unfallverhütung eine entscheidende Rolle. Die Unfallprävention kann Erkenntnisse aus der Hirnforschung dazu nutzen, die Zahl der Unfälle zu reduzieren und das damit verbundene Leiden zu vermeiden. Aber: Warum tun wir Menschen nicht immer, was wir eigentlich tun sollten? Das kann der Neuropsychologe Professor Lutz Jäncke anhand zahlreicher wissenschaftlicher Befunde erklären. Er gibt in seinem Referat spannende Einblicke in sein Forschungsgebiet und präsentiert interessante Themen aus seinem Buch «Ist das Hirn vernünftig?». Anhand aufschlussreicher Experimente und neuester Forschungsergebnisse, aber auch mit vielen Beispielen aus seiner Praxis als weltbekannter Forscher kann er anschaulich darstellen, welch unglaublich beeindruckendes Denkorgan unser Hirn darstellt - auch wenn es keine reine «Vernunftmaschine» ist.

Edith Müller Loretz, Mitglied der Geschäftsleitung der Suva und Leiterin Departement Gesundheitsschutz kommentiert: «Dieses Hintergrundwissen hilft uns, Menschen und ihr Verhalten besser zu verstehen und ist notwendige Voraussetzung für wirksame Prävention. Wenn wir die Motivation der Menschen verstehen, können wir Präventionsmassnahmen so gestalten, dass sie bei der Ursache ansetzen.»

Praxisbeispiele aus Betrieben und Präventionsinstrumente

Anhand von Praxisbeispielen aus Betrieben wird am Forum aufgezeigt, wie Prävention im Arbeitsalltag konkret gelebt werden kann. Zahlreiche Präventionsinstrumente, welche die Suva ihren Kunden zur Verfügung stellt, vereinfachen die Arbeit von Sicherheitsbeauftragten und Vorgesetzten in der Arbeitssicherheit. Das Forum bietet die Gelegenheit attraktive Präventionsmodule auszuprobieren. Sie machen relevante Themenbereiche der Prävention wie UV-Strahlen, Velofahren, Stolpern oder Forstarbeit interaktiv erfahrbar.

Es besteht ausserdem die Möglichkeit, sich durch einen Präventionsspezialisten bzw. einer Präventionsspezialistin vor Ort beraten zu lassen. Jeannette Büchel, Arbeitspsychologin der Suva ist überzeugt, dass die Unfallzahlen gesenkt werden können. wenn das Verhalten des Menschen berücksichtigt wird. Sie betont: «Der Mensch ist nicht nur ein Risiko-, sondern vor allem auch ein Sicherheitsfaktor.»

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  • Erika Rogger
    Erika Rogger
    Mediensprecherin Arbeitssicherheit
  • Direkt: +41 41 419 55 30

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,3 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 129 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.