Unfallgefahr beim Wegtrainieren des Festtagsspecks

10 Prozent aller Fitnessunfälle ereignen sich im Januar. Höchstwahrscheinlich beim Wegtrainieren des Festtagsspecks. Mit angepasstem Training und genügend Respekt vor der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit sinkt die Verletzungsgefahr.

Haben Sie auch den Neujahrsvorsatz gefasst, Ihren Festtagsspeck im Fitnesstraining loszuwerden? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen. Laut der aktuellen Unfallstatistik der Suva ereignen sich fast 10 Prozent der jährlichen Fitnessunfälle im Januar. Grundsätzlich ist das Unfallrisiko im Fitnessbereich im Januar nicht höher als in den übrigen Monaten. Die guten Vorsätze bewegen einfach viele zum Training. «Fängt man neu mit dem Training an, ohne die Geräte zu kennen oder setzt man sich überhöhte und kurzfristige Trainingsziele, kann sich das Unfallrisiko allerdings erhöhen», weiss Corinne Decurtins, Präventionsspezialistin der Suva.

Häufig verunfallen Junge wegen Überlastung

Rund ein Drittel der Unfälle fallen auf Sportlerinnen und Sportler zwischen 25 und 34 Jahren. In knapp 40 Prozent der Fälle ist die Unfallursache eine Über- oder Fehlbelastung des Körpers. Zu Überlastungen kommt es beispielsweise, wenn zu schwere Gewichte gehoben werden, eine Übung zu oft wiederholt wird oder wenn die Muskeln nicht vorbereitet sind. Zu Fehlbelastungen kommt es, wenn Übungen falsch ausgeführt werden. Dies führt zu Zerrungen und Rissen an Muskeln und zu Verstauchungen – z.B. wenn man ausgleitet. Betroffen sind meist Unterschenkel, Füsse oder Schultern.

Fitness ist gut, umsichtiges Training besser

Fitness hilft den Menschen mit geringem Verletzungsrisiko gesund zu bleiben, so die Sportärztin der Suva, Marion Grögli. Trotzdem ereignen sich jedes Jahr im Schnitt 4200 Unfälle beim Fitnesstraining. Anstatt kurzfristige Neujahrsvorsätze empfiehlt sie deshalb einen umsichtigen und langfristigen Trainingsplan. Auf diese Weise und mit ein paar Tipps, lassen sich Unfälle vermeiden, ist die Sportärztin überzeugt. Tipps für ein geringeres Verletzungsrisiko:

  • Planen Sie Ihre Trainings und auch die Regeneration fix in Ihren Wochenplan ein, so verhindern Sie lange Trainingsunterbrüche.
  • Trainieren Sie achtsam und konzentriert und bereiten Sie Geist und Körper vor dem Training mit Mobilisationsübungen vor.
  • Hören Sie auf den eigenen Körper, Überlastung passiert häufig im Wettbewerb oder wenn man sich unter Druck setzt.
  • Wählen Sie ein gutes, zertifiziertes Studio mit qualifiziertem Personal.
  • Beim Wiedereinstieg: Konsultieren Sie einen sport-erfahrenen Arzt und lassen Sie sich ggf. physiotherapeutisch begleiten.
  • Ernähren Sie sich gesund, schlafen Sie ausreichend und vermeiden Sie Stress im Alltag. Das senkt das Unfallrisiko.

Fitnesstest   der Suva: zum Überprüfen der persönlichen Fitness

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Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,3 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 129 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.