Skiradius, Tempo und körperliche Fitness – Einflussfaktoren für unfallfreies Skifahren

Wer Skier mit engen Radien fährt, belastet den Körper stark. Dies zeigt eine Studie der Suva. Durch eine starke körperliche Belastung ermüden Skifahrende schneller. Können sie dies nicht mit ausreichender Fitness kompensieren, erhöht sich die Unfallgefahr.

Die Schneesportferien stehen vor der Tür. Die Skiausrüstung ist gepackt, die Schneeverhältnisse im gewählten Skigebiet perfekt. Der sportlichen Freude steht somit nichts mehr im Wege. Doch fährt man erst ein paar Tage hintereinander Ski- oder Snowboard, merkt man, dass der Körper stark gefordert wird. Körperliche Überbelastung und die damit verbundene Ermüdung erhöhen die Unfallgefahr. Drei Gründe dafür sind:

1. Skiradius und Fahrdynamik

Ein Ski mit kleinem Radius animiert zu engen Kurven und vielen Schwüngen bei der Abfahrt. Können dies die Skifahrenden nicht mit seiner guten körperlichen Fitness auffangen, ermüden sie im Verlauf des Tages schneller als Skifahrende mit wenig tailliertem Ski. Dies erhöht bei ungenügender Fitness die Unfallgefahr. «Die starke Taillierung eines Ski’s animiert zu vielen Schwüngen. Die dabei entstehende Kräfteeinwirkung auf den Körper beträgt bis zum dreifachen Körpergewicht. Je kleiner der Skiradius desto höher die körperliche Belastung», bestätigt Samuli Aegerter, Schneesportexperte der Suva.

2. Körperliche Fitness hilft beim Bremsen

Mit einem weniger taillierten Ski, hat man zwar weniger Kräfteeinwirkung auf den Körper, man ist aber in der Regel schneller unterwegs. Die Geschwindigkeit muss jederzeit der Situation und dem eigenen Können angepasst werden. Aegerter bekräftigt: «Gerade bei Bremsmanövern entscheidet neben der Technik die eingesetzte Muskelkraft in Rumpf und Beinen, wie gut dieses gelingt. Mit einer guten körperlichen Fitness kann der Ski besser kontrolliert werden. Wer auf Sicht anhalten oder bremsen kann, ist auf der Piste sicherer unterwegs».

3. Konzentration und angepasstes Fahrverhalten

Nicht jeden Tag sind wir in der gleichen körperlichen und geistigen Verfassung. Dies gilt es neben dem gewählten Kurvenradius und Tempo ebenso zu berücksichtigen. «Wer während der Abfahrt neben seiner Fahrlinie auch die anderen Schneesportler im Auge hält, vermindert das Unfallrisiko.», weiss Aegerter. Übermüdung und Ablenkung führen zum Steuerungsverlust beim Skifahren. Auch dies erhöht die Unfallgefahr.

Mit der App «Slope Track» Verbesserungspotenzial herausfinden

Angepasstes Fahrverhalten, sowie körperliche und geistige Fitness sind entscheidende Faktoren für eine unfallfreie Abfahrt. Mit der neuen App «Slope Track» können die auftretenden Kräfte der eigenen Abfahrten aufgezeichnet und ausgewertet werden. Das spielerische Präventionsinstrument der Suva zeigt auf, wie ein gesunder Umgang mit der körperlichen Ermüdung gefunden werden kann.

Weitere Informationen zum Thema und die App «Slope Track» herunterladen unter www.suva.ch/slopetrack  

Mit der interaktiven Grafik   können Sie körperliche Belastung beim Skifahren simulieren.

 
  • Natascha Obermayr
    Natascha Obermayr
    Mediensprecherin Freizeitsicherheit
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Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,3 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 129 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.