Die Suva ist solide unterwegs, auch in stürmischen Zeiten

Für das Jahr 2019 weist die Suva ein positives Betriebsergebnis von 57,5 Millionen Franken aus. Die Suva ist weiterhin solide finanziert und hat genügend Eigenmittel, um die heute absehbaren finanziellen Belastungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der aktuellen Börsenlage zu verkraften. Alle gesetzlichen Ansprüche der Versicherten sind gedeckt.

Die Suva weist für 2019 ein positives Betriebsergebnis von 57,5 Millionen Franken aus. Die Prämien erwiesen sich wie in den Vorjahren als risikogerecht. Alle Versicherungszweige sind finanziell im Gleichgewicht. Für alle zukünftigen Leistungen aus allen bereits geschehenen Unfällen und Berufskrankheiten bestehen bedarfsgerechte Rückstellungen. 

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte die Suva auf den Kapitalanlagen eine überdurchschnittliche Anlageperformance von 9,3 Prozent. Das Anlagevermögen erhöhte sich per Ende Jahr von 50 auf 54 Milliarden Franken. Der gesetzliche Finanzierungsbedarf wurde damit übertroffen.

Per Anfang 2020 sank der technische Zinssatz auf Beschluss des Eidgenössischen Departements des Innern auf 1,5 Prozent. Die daraus entstehenden Kosten wurden bereits 2018 vorfinanziert, so dass keine Erhöhung der Prämien resultieren wird. Angesichts der weiterhin extrem tiefen Zinsen und der absehbaren wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie erscheint jedoch eine weitere Senkung des technischen Zinssatzes als sehr wahrscheinlich. Die Suva hat das gute Anlageergebnis 2019 genutzt und eine Rückstellung von 2,2 Mrd. Franken gebildet, um auch diese Senkung ohne Belastung der Prämienzahlenden zu finanzieren. Aus den verbleibenden Mitteln wurden die Rückstellungen für Risiken aus Kapitalanlagen gestärkt, sodass eine Erhöhung des Solvenzquotienten auf 171 Prozent resultierte. Damit stärkt die Suva ihre Fähigkeit, sämtliche Verpflichtungen gegenüber den Versicherten jederzeit zu erfüllen.

Im Jahr 2019 konnten die Prämienzahlenden von einer ausserordentlichen Erstattung überschüssiger Anlageerträge in Höhe von 532 Mio. Franken profitieren. In der Berufsunfallversicherung findet 2020 eine weitere Rückerstattung in Form tieferer Prämien in Höhe von rund 180 Mio. Franken statt. Leider erlaubt die angespannte Lage an den Kapitalmärkten für die kommenden Jahre keine weiteren ausserordentlichen Prämiensenkungen mehr. Obwohl die Nettoprämien 2021 stabil bleiben, werden daher die fakturierten Bruttoprämien in der Berufsunfallversicherung für viele versicherte Betriebe wieder auf das Niveau von 2018 steigen, während sie in der Nichtberufsunfallversicherung im Durchschnitt unverändert bleiben. 

Massnahmen aufgrund der Coronavirus-Pandemie

Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Belastung der versicherten Betriebe durch die Coronavirus-Pandemie, entlastet die Suva diese weitmöglichst administrativ und finanziell. Zahlungsfristen sind bis mindestens Ende Juni verlängert und bis auf Weiteres werden keine Mahnungen und Betreibungen versendet. Als Vermieterin entlastet die Suva jene Kunden, die direkt von einer Betriebsschliessung während des Coronavirus-Lockdowns betroffen waren mit mindestens einer Monatsmiete, bei indirekt betroffenen Mietern werden individuelle Lösungen gesucht. Die Zahl der Berufsunfälle ist infolge des Lockdowns markant zurück gegangen. Deshalb ist geplant, die Prämien in der Berufsunfallversicherung dem gesunkenen Risiko entsprechend anzupassen. Aktuell prüft die Suva zusammen mit dem Schweizerischen Versicherungsverband SVV und den übrigen Unfallversicherern, wie diese geplante Prämienanpassung in der Berufsunfallversicherung am besten umgesetzt werden kann. 

Mit den vom Bund im Rahmen der Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus übertragenen Betriebskontrollen auf Baustellen sowie in Industrie und Gewerbe, leistet die Suva einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung einer Ausbreitung des Coronavirus. In enger Zusammenarbeit mit den Betrieben suchen wir nach Lösungen und unterstützen sie dabei, die Schutzmassnahmen des Bundes umzusetzen. Für Arbeitnehmende im Bereich Bau sowie in den Bereichen Gewerbe und Industrie betreibt die Suva je eine Hotline für Fragen zum Schutz der Arbeitnehmenden vor dem Coronavirus.

Felix Weber, Vorsitzender der Geschäftsleitung, kommentiert: «Mit einem positiven Betriebsergebnis 2019, soliden Rückstellungen und Eigenmitteln sind wir gut auf die finanziellen Belastungen durch die Coronavirus-Pandemie aufgestellt. Wir sind uns bewusst, dass aufgrund der Coronavirus-bedingten Einbrüche der Umsätze ein Teil unserer versicherten Betriebe um ihr Überleben kämpft. Wir setzen deshalb alles daran, sie weitmöglichst administrativ und finanziell zu entlasten.»

Insgesamt unauffällige Entwicklung der Unfallzahlen im Jahr 2019

Im Geschäftsjahr 2019 wurden der Suva 479 746 Unfälle und Berufskrankheiten gemeldet (+ 0,9 Prozent). Die Taggeldbezugsdauer hat sich mit 40,8 Tagen (Vorjahr 40,6 Tage) leicht erhöht. Die steigende Anzahl der Fälle mit Taggeld (+ 2,7 Prozent) wirkte sich auf die Taggeldkosten aus, diese erhöhten sich auf 1,492 Milliarden Franken (+ 3,5 Prozent).

Die Zahl der Berufsunfälle stieg um 1,3 Prozent, was sich mit der Zunahme der Anzahl Beschäftigten gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) deckt. Die Zahl der Freizeitunfälle ist um 0,9 Prozent gestiegen. Bezogen auf die versicherten Personen bedeutet dies eine leichte Abnahme der Freizeitunfälle gegenüber dem Vorjahr mit dem aussergewöhnlich sonnigen Sommer. Die Zahl der Unfälle bei den als arbeitslos gemeldeten Personen hat erneut abgenommen (- 5,8 Prozent). Dies ist auf die gute Arbeitsmarktlage 2019 mit den sinkenden Arbeitslosenzahlen zurückzuführen.

Die vom Bundesrat angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus wirkten sich auch auf die aktuelle Entwicklung der Unfallzahlen aus. Während der Lockdown-Phase vom 16. März bis 10. Mai 2020 wurden der Suva 34 Prozent weniger Unfälle als im Vorjahr gemeldet. Wie stark sich der Rückgang der Unfallzahlen auf die Jahreszahlen auswirken wird, ist von der Dauer und der Intensität der Coronavirus-Massnahmen abhängig. Der Rückgang der gemeldeten Unfälle bis zum 10. Mai 2020 macht rund 5 Prozent der üblicherweise in einem ganzen Jahr gemeldeten Unfälle aus.

Positive Entwicklungen im Schadenmanagement

Bei den Heilkosten greifen die Massnahmen zur Kostendämpfung: Zum vierten Mal in Folge konnten die durchschnittlichen Heilkosten pro Fall gesenkt werden. Die in 2019 pro Fall ausbezahlten Heilkosten gingen auf 1993 Franken zurück (- 0,2 Prozent). Die Durchschnittskosten pro Fall (Heilkosten und Taggelder) nahmen jedoch wegen der erhöhten Taggeldkosten um 0,4 Prozent auf 4167 Franken zu. 

Die Zahl der neu gesprochenen Invalidenrenten ist um 15,8 Prozent auf 1282 gesunken, 240 weniger als letztes Jahr. Die Gesamtkosten für neue Invaliditätsfälle (Deckungskapital) betrugen 486 Millionen Franken (- 9.3 Prozent).

Mit einem digitalisierten und personalisierten Schadenmanagement will die Suva auch in Zukunft die führende Unfallversicherung der Schweiz sein. Die Umsetzung der Schadenmanagement-Strategie unter dem Programmnamen smartCare erfolgt nach Plan und erste Umsetzungen sind bereits realisiert. Zur besseren Steuerung der Schadenfälle wurden in 2019 Prognosesysteme eingeführt. Die Suva stützt sich für den elektronischen Datenaustausch zwischen Unternehmen, Versicherten und Behörden auf die Standards des Vereins Swissdec und strebt eine vollständig integrierte Abwicklung der Schadenprozesse an. Im Berichtsjahr wurden mit Swissdec fast 20 Millionen Personendaten direkt aus den Lohnbuchhaltungen der Unternehmen an Versicherer und Behörden übermittelt. Weitere Ausbauschritte folgen in diesem Jahr. Sie werden die Kunden von administrativen Arbeiten entlasten und die Kostenkontrolle wird weiter verbessert.

Weitere Informationen:

  • Unter www.pr.keystone-sda.ch   sind ab 12 Uhr ein Video und Bilder zur Bilanzmedienkonferenz in Luzern abrufbar (beides frei zur Publikation).
  • In der Präsentation   der Bilanzmedienkonferenz erhalten Sie einen Überblick über weitere Themen, die im Rahmen der Pressekonferenz besprochen wurden.
  • Im Geschäftsbericht   sind die Details ersichtlich zum Geschäftsjahr 2019
  • Im Factsheet Ausgleichsreserven   erfahren Sie, wie die Suva durch Ausgleichsreserven die Prämien bei einer Rezession stabil halten kann.
  • Adrian Vonlanthen
    Adrian Vonlanthen
    Mediensprecher Arbeitssicherheit
  • Direkt: +41 41 419 52 58

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,4 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 130 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.