25 Mal mehr schwere E-Bike-Unfälle als vor zehn Jahren

Der Bundesrat hat am vergangenen Mittwoch die Vernehmlassung zur Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) eröffnet und will damit die Verkehrssicherheit für E-Bike-Fahrende erhöhen. Die Suva ist erfreut über diesen Entscheid, denn die Zahlen sprechen klar für eine Helmtragepflicht.

Der Bundesrat hat vorgestern bekannt gegeben, dass er mit der Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) die E-Bike-Fahrenden besser schützen will. Darum will er mit rasch realisierbaren Massnahmen die Sicherheit auf dem E-Bike erhöhen. Dafür sollen in Zukunft sämtliche E-Bike-Fahrende obligatorisch einen Helm tragen müssen. Bis anhin bestand die Helmtragepflicht nur für E-Bikes, die schneller als 25 km/h fahren können. Darüber hinaus sollen E-Bike-Fahrer auch tagsüber das Licht eingeschaltet haben. Ausserdem sollen schnelle E-Bikes künftig mit einem Tacho ausgerüstet sein, damit sie die Geschwindigkeit genau einhalten können.

Ein positives Zeichen für die Prävention

Die Suva ist erfreut, dass der Bundesrat die Sicherheit von E-Bike-Fahrenden erhöhen will. «Die Suva engagiert sich seit Jahren für mehr Sicherheit für Velofahrende im Strassenverkehr und setzt sich unter anderem dafür ein, dass immer mehr Leute freiwillig einen Velohelm tragen», sagt Raphael Ammann, Experte für Velosicherheit bei der Suva. Die Suva sei überzeugt, dass dieser Entscheid des Bundesrates ein wichtiger Schritt ist, auf dem Weg noch mehr schwere Kopfverletzungen von Velofahrenden im Strassenverkehr zu verhindern und die aktuelle Velohelmtragequote von rund 43 Prozent weiter zu erhöhen. 

Schwere E-Bike-Unfälle nehmen zu

Bei den langsamen E-Bikes ist die Helmtragequote erfreulicherweise gar etwas höher, als bei herkömmlichen Velos. 2019 trugen rund sechs von zehn Fahrenden auf diesen E-Bikes einen Helm. Bei den schnellen E-Bikes waren es neun von zehn Verkehrsteilnehmenden, die einen Helm trugen.Trotzdem zeigen aktuelle Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU), dass insbesondere die schweren Unfälle in den vergangenen Jahren markant zugenommen haben. Waren es 2010 noch 14 E-Bike-Fahrer, die sich im Strassenverkehr schwer verletzten, stieg die Zahl bis ins Jahr 2019 auf 355, was bedeutet, dass heute 25 Mal mehr schwere E-Bike-Unfälle passieren als vor von zehn Jahren. Selbstverständlich sind gleichzeitig auch die Verkaufszahlen und damit die Anzahl E-Bike-Besitzende gestiegen. Trotzdem zeigen diese Zahlen auf, dass die Gefahren mit dem E-Bike zu verunfallen nicht zu unterschätzen sind.
Darüber hinaus zeigen Umfragen, dass ein Velohelm-Obligatorium für langsame E-Bikes grundsätzlich auf Akzeptanz stösst. Gemäss BfU-Bevölkerungsbefragung 2018 würden 78 Prozent ein entsprechendes Obligatorium «eher befürworten». 

Tipps für sichereres Velofahren

Die Suva empfiehlt allen Velofahrerinnen und Velofahrer einen Helm zu tragen und gibt weitere Tipps, um die Sicherheit im Strassenverkehr zu erhöhen. Dazu gehört vorausschauend zu fahren, das Tempo anzupassen und sich sichtbar zu machen. Dies zum einen mit klaren Handzeichen und zum anderen mit funktionstüchtigen Velolichtern. Ganz wichtig ist auch, dass sich Velofahrende selbstbewusst im Strassenverkehr bewegen und sich den Raum nehmen, der ihnen zusteht. Dies ist beispielsweise beim Fahren im Kreisel wichtig, bei dem Velofahrende sich stets in der Mitte der Kreiselspur bewegen sollten, damit sie von Autofahrenden nicht übersehen werden.

 

  • Adrian Vonlanthen
    Adrian Vonlanthen
    Mediensprecher Arbeitssicherheit
  • Direkt: +41 41 419 52 58

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,3 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 129 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.