Suva spart dank automatisierter Rechnungskontrolle 95 Millionen Franken Heilkosten ein

Unfälle von Versicherten der Suva führen täglich zu Heilkosten in der Höhe von 3,5 Mio. Franken. Durch eine umfassende Rechnungskontrolle konnte die Suva 2019 über 95 Mio. Franken einsparen. Das kommt auch den Versicherten zu Gute. Dank den Einsparungen bezahlen sie weniger Prämien – so sieht es das Modell Suva vor. Eine zielgerichtete Prävention hilft, Unfälle und hohe Kosten zu verhindern.

Eine Unachtsamkeit, ein kurzer Augenblick der Ablenkung – schnell ist ein Unfall passiert. Neben viel Leid und Schmerzen fallen auch hohe Kosten an. So zahlt die Suva jeden Tag rund 3,5 Mio. Franken an Heilkosten für ärztliche und therapeutische Leistungen. Ein Oberschenkelbruch beispielsweise kostet im Schnitt 24 000 Franken an Heilkosten. Ebenso viele Kosten verursachen durchschnittlich Taggelder. Damit beläuft sich ein Oberschenkelbruch auf insgesamt 48 000 Franken. Es kann aber noch teurer werden: Wenn Mehrfachbrüche und andere Verletzungen vorliegen, können die Gesamtkosten in Einzelfällen gar auf über 1 Mio. Franken ansteigen. Kosten, die zu Lasten der Versicherten gehen, denn die Unfallkosten werden über die Prämien gedeckt.  

Weniger Prämien für die Versicherten

Dank einem aktiven Heilkostenmanagement behält die Suva den Kostenanstieg im Griff, ohne die Leistungen einzuschränken. Die grösste Einsparung ermöglicht eine konsequente und automatisierte Rechnungskontrolle. Von den im letzten Jahr 2,4 Mio. geprüften Arzt- und Spitalrechnungen hat die Suva über 320 000 Rechnungen korrigiert oder abgelehnt. Das entspricht knapp 13 Prozent aller eingereichten Rechnungen. Bei den meisten Rückweisungen handelt es sich um doppelte Rechnungen, falsch verrechnete oder nicht versicherte Leistungen sowie Rechnungen bei bereits abgeschlossenen Fällen.

Bei der Rechnungskontrolle nutzt die Suva die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung. «Das automatisierte System der Rechnungsprüfung erkennt beispielsweise anhand von selbst erlernten Mustern, wenn eine bestimmte Leistung in der vorliegenden Fallkonstellation sehr selten vorkommt und sortiert diese Rechnung zur detaillierten Prüfung aus», erklärt Michael Widmer, Teamleiter Heilkosten bei der Suva. «Unsere Heilkosten-Spezialisten prüfen daraufhin diese Rechnungen manuell. Sie kontrollieren, ob die bezogenen Leistungen auf den Unfall zurückzuführen sind, zur Diagnose passen und ob sie dem Tarif entsprechen.»

2019 konnten dadurch über 95 Millionen Franken an Heilkosten eingespart werden, 20 Prozent davon vollautomatisiert. Das sind rund 8 Prozent der gesamten Heilkosten. «Von den Einsparungen profitieren auch unsere Versicherten», zeigt Michael Widmer auf. «Das Modell Suva, das Prävention, Versicherung und Rehabilitation umfasst, sieht vor, dass Gewinne in Form von tieferen Prämien den Versicherten zurückgegeben werden.»

Nachhaltige Prävention vermindert Unfälle und hohe Kosten

Um Unfällen und hohen Kosten möglichst vorzubeugen, setzt die Suva auf eine nachhaltige und zielgerichtete Prävention. Verschiedene umfassende Präventionsangebote im Bereich der Arbeits- und Freizeitsicherheit wie Präventionsmodule, Beratungen und Kurse fördern die Sicherheitskultur in Unternehmen, sensibilisieren für Gefahren und motivieren zur Eigenverantwortung. Die erfreuliche Entwicklung der Unfallzahlen in den letzten Jahren zeigt, dass die Versicherten der Suva die Prävention ernst nehmen.

Mit ihrer aktuellen Kampagne «Kosten im Griff» will die Suva das Bewusstsein für die Unfallkosten schärfen und Arbeitgebende und Arbeitnehmende dazu motivieren, die Präventionsangebote anzuwenden. Denn jeder verhinderte Unfall bedeutet weniger Leid und tiefere Kosten. Die Kampagne inklusive Quiz    ist bis am 30. Oktober 2020 präsent auf suva.ch und den Online-Kanälen der Suva.

Weitere Informationen:

  • Simone Isermann
    Simone Isermann
    Mediensprecherin Schadenmanagement und Rehabilitation
  • Direkt: +41 41 419 59 50
Kosten im Griff, Stethoskop, Kosten, Arztkosten

Suva spart dank automatisierter Rechnungskontrolle 95 Millionen Franken Heilkosten ein

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,4 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 130 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.