Mit wenig Aufwand Bagatellunfälle beim Freizeitsport verhindern

Sport macht Spass; Sport macht die ganze Nation. In den vergangenen sechs Jahren ist die Sportaktivität der Schweizer Bevölkerung kontinuierlich angestiegen. Dies zeigt die Studie «Sport Schweiz 2020» von Lamprecht und Stamm, die von der Suva mitunterstützt wurde. Wandern, Velofahren, Schwimmen, Skifahren und Jogging sind die beliebtesten Sportarten bei den Befragten. Die Kehrseite der Medaille: Wer Sport treibt, kann sich dabei verletzen. Von 190 000 Unfällen beim Freizeitsport pro Jahr zählen die Versicherer 120 000 sogenannte Bagatellunfälle. Diese haben zwar jeweils nicht mehr als drei Ausfalltage bei der Arbeit zur Folge. Mit wenig Aufwand lässt sich aber die Verletzungsgefahr beim Sport verringern.

Beim Wandern oder Joggen einen Wurzelstock oder Randstein übersehen? Mit dem Knöchel eingeknickt und unverhofft gestürzt? Wer hat dies nicht auch schon erlebt. Eine solche Verletzung ist schnell passiert. Sie ist nicht lebensgefährlich und hat oft keine dramatischen Folgen. Trotzdem sind Bagatellunfälle unter Umständen schmerzvoll und beenden vorzeitig das Sportvergnügen. Die knapp 120 000 Bagatellunfälle beim Freizeitsport kosten die Versicherer jährlich 121 Millionen Franken. Pro Fall macht dies rund 1 000 Franken.

 

Mehr Männer von Bagatellunfällen betroffen

Obwohl die Frauen gemäss der Studie von Lamprecht und Stamm beim Freizeitsport stark aufgeholt haben, sind es mit 84 000 Bagatellunfällen vor allem die Männer, die sich Verletzungen zuziehen. Die häufigsten Verletzungsarten sind: Verrenkungen, Zerrungen, Prellungen und Risse von Sehnen und Muskeln an den unteren Extremitäten. «Trotz der Zunahme der Sportaktivitäten in der Bevölkerung, hält sich der Anteil Bagatellunfälle im Vergleich zu den übrigen Sportunfällen in der Freizeit stabil. Die Bagatellunfälle passieren gemäss Unfallmeldungen eher gegen Abend und unter der Woche», erklärt Sandra Degen, Statistikexpertin der Suva.

 

Achtsamkeit beim Sport hilft Verletzungen vermeiden

Wer bei einer sportlichen Tätigkeit körperlich wie mental bei der Sache ist, verringert die Verletzungsgefahr. «Ein mobilisierendes Warm-up bereitet nicht nur körperlich, sondern auch psychisch für einen Lauf oder ein Fitnesstraining vor. Oder beim Wandern entlasten Wanderstöcke die Gelenke und unterstützen das Gleichgewicht. Weiter beim Velofahren hilft Konzentration und vorausschauendes Fahren Hindernisse und prekäre Situationen frühzeitig zu erkennen, damit man rechtzeitig reagieren kann», erklärt Corinne Decurtins, Präventionsexpertin bei der Suva. Nicht alle Unfälle können verhindert werden. Bei den Bagatellunfällen kann aber jede und jeder mit wenig Aufwand und etwas Eigenverantwortung die Verletzungsgefahr reduzieren.

 

Die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

  • Mit einem Aufwärmtraining den Köper auf den Sport einstimmen.
  • Mit den Gedanken nicht abschweifen und sich voll auf die Sache bei der Ausübung der gewünschten Sportart konzentrieren.
  • Die körperliche und mentale Tagesform respektieren.
  • Die Sportausrüstung regelmässig von einem Fachhändler warten und auf Sicherheit prüfen lassen.
  • Fair bleiben; weder die eigene Gesundheit noch die der anderen durch rücksichtsloses Verhalten gefährden.
  • Natascha Obermayr
    Natascha Obermayr
    Mediensprecherin Freizeitsicherheit
  • Direkt: +41 41 419 59 10
Knie, Verstauchung, Frau

Mit wenig Aufwand Bagatellunfälle beim Freizeitsport verhindern

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,4 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 130 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.