Wiedereingliederung: Tipps für Arbeitgeber

Nach einem Unfall haben Mitarbeitende bessere Chancen auf Heilung und Wiedereingliederung, wenn sie frühzeitig und kompetent betreut werden. Als Arbeitgeber können Sie die Rückkehr in den Beruf gezielt unterstützen.

«Wieder alles tun können» - dass ist das Motto von Tatiana Bianchi. Bei einem Unfall verlor die Verkäuferin den linken Arm. Dank ihrer positiven Lebenseinstellung hat sie den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschafft. Ihre Arbeitgeberin sowie die Suva haben Tatiana Bianchi während der Reha- und Wiedereingliederungsphase tatkräftig unterstützt.

Komplexer Heilungsverlauf erfordert Case Management

Tatiana Bianchi verlor auf dem Weg zur Arbeit nach Rivera TI die Kontrolle über ihr Auto. Wegen ihren schweren Verletzungen wurde sie von einer Case Managerin der Suva betreut. Diese unterstützte sie während des ganzen Reha-Aufenthalts und darüber hinaus.

Die tägliche Gymnastik, Physio- und Ergotherapie in der Rehaklinik zeigte schnell ihre Wirkung. Tatiana Bianchi konnte schon bald alltägliche Handgriffe wie die Körperpflege und einfache Arbeiten ausführen. Die Verkäuferin wurde ungeduldig und wollte so schnell wie möglich wieder arbeiten. Noch während die Case Managerin ihre Wiedereingliederung in den Betrieb plante, arbeitete Tatiana Bianchi deshalb in der Administration der Rehaklinik.

Drei Partner für eine erfolgreiche Rückkehr

Als Arbeitgeber können Sie die Wiedereingliederung ihres Mitarbeiters positiv unterstützten. Arbeiten Sie dabei mit dem Verunfallten, dessen Arzt und der Suva zusammen.


1. Verunfallter

  • Nehmen Sie so rasch als möglich mit dem Verunfallten persönlich Kontakt auf und besuchen Sie ihn.
  • Führen Sie sobald wie möglich das Rückkehrgespräch. Besprechen Sie die Wiedereingliederungsmöglichkeiten in Ihrem Unternehmen.
  • Legen Sie zusammen mit dem Betroffenen die möglichen Etappen der Wiedereingliederung fest. Lassen Sie dabei das persönliche Umfeld des Betroffenen nicht ausser Acht.
  • Bieten Sie Teilzeitarbeit im bisherigen Arbeitsbereich oder Schonarbeitsplätze an, die dem Gesundheitszustand Rechnung tragen.
  • Die Anwesenheit des Betroffenen im Unternehmen ist wichtig.
  • Wählen Sie den Tag der Rückkehr bewusst – Donnerstag oder Freitag sind häufig sinnvoll.

2. Arzt

  • Erstellen Sie ein Job-Profil, das Sie dem behandelnden Arzt abgeben können.
  • Suchen Sie – mit dem Einverständnis des Betroffenen – den Kontakt zum behandelnden Arzt.
  • Vermitteln Sie dem Arzt ein Bild über die Belastungen des Betroffenen am Arbeitsplatz. Informieren Sie den Arzt über Schonarbeitsplätze und andere Wiedereinstiegsmöglichkeiten.

3. Suva

  • Melden Sie den Unfall so rasch als möglich der Suva.
  • Besprechen Sie die Möglichkeiten der Wiedereingliederung mit der Suva.
  • Nehmen Sie mit dem Case Manager Ihrer Suva-Agentur Kontakt auf.

Einfacher Wiedereingliederungsprozess

Die Motivation aus der Rehaklinik erleichterte die Wiedereingliederung für Tatiana Bianchis Arbeitgeberin. Bald konnte die Verkäuferin trotz Behinderung wieder im Shop arbeiten. Heute führt Tatiana Bianchi einen Betrieb mit neun Mitarbeitern. Und dank ihrem Vollpensum ist auch keine Unfallrente mehr nötig.

Unterstützung für Arbeitgeber

Die Suva stellt Arbeitgebern ein breites Angebot zum Thema Wiedereingliederung zur Verfügung:

  • Informieren Sie sich über die Angebote wie etwa Kurse der Suva im Bereich Wiedereingliederung.
  • Für ein professionelles Absenzenmanagement stellt Ihnen die Suva die Software Sunet zur Verfügung.
  • Die Case-Manager Ihrer Suva-Agentur beraten Sie gerne über sämtliche Möglichkeiten im Bereich Wiedereingliederung und helfen Ihnen bei der Erarbeitung einer optimalen Lösung.

Absenzen verursachen immer hohe Kosten für Unternehmen. Ein professionelles Absenzenmanagement reduziert Häufigkeit und Dauer der Ausfälle. 

Absenzenmanagement