Psychiater Ingmar Schenk bei der Meditation im Wald

Schmerzen im Kopf behandeln

Ingmar Schenk setzt bei der Behandlung von Schmerz auf Gespräche und Hypnose. In der Rehaklinik Bellikon kommt der Psychiater zum Zug, wenn psychische Folgen von Unfällen und Erkrankungen hartnäckig präsent bleiben.


Manche Unfälle und Erkrankungen haben Folgen, die nie ganz verheilen. Zum Beispiel

  • Starke Verbrennungen
  • verlorene Gliedmassen
  • lebenslange Rückenbeschwerden

Diesen Patienten hilft Ingmar Schenk in der Rehaklinik Bellikon bei der Krankheits- und Unfallbewältigung. Seine Patienten haben nicht nur körperliche, sondern auch psychische Schäden erlitten. «Die meisten Patienten kommen aufgrund von Schmerz zu mir», so der promovierte Arzt und Psychiater.

Hirn beeinflusst Schmerzen mit

Schmerz und Depressionen können die ganze Lebensfreude erdrücken. Zwar können die Beschwerden mit Medikamenten gelindert werden, doch langfristig ist das keine Lösung: Nebenwirkungen können auftreten oder die Wirkung der Medikamente kann nachlassen. Darum setzt Schenk den nötigen Hebel zur Schmerzbewältigung im Kopf an: «Unser Hirn kann mitbeeinflussen, was es mit Informationen macht und wie es damit umgeht. Dazu gehören auch Schmerzen».

Man kann sich dabei in einen Wunschzustand bringen – und dabei eben auch Schmerz ausblenden.

Ingmar Schenk

Schmerzbewältigung durch Meditation und Hypnotherapie

Mit Hilfe von Gesprächen und Entspannungstechniken sollen die Patienten ihren Schmerz akzeptieren und im Optimalfall vergessen können. Zu den Behandlungsmethoden gehören Meditation sowie eine Hypnotherapie. Dies ist eine Art Hypnose, bei der die behandelten Personen in Trance versetzt werden. «Man kann sich dabei in einen Wunschzustand bringen – und dabei eben auch Schmerz ausblenden.» Im optimalen Fall erlebe ein Patient bei ihm dabei eine völlig schmerzfreie Phase. Natürlich sei dieser Hypnose-Zustand nicht dauerhaft. Aber das Erlebnis, auch ohne Medikamente vorübergehend beschwerdefrei zu sein, kann ein Umdenken erzeugen, so Schenk. Trotzdem: Ein einzig richtiges Wundermittel gibt es nicht. Jeder Fall ist anders, jeder Patient braucht individuelle Lösungen. Die Behandlung ist eine Fleiss- und Geduldsarbeit, vor allem für die Patienten. Denn Schmerzbewältigung ist nicht etwas, was sich innert weniger Tage oder Wochen erreichen lässt.

Gern genutztes Angebot

Ingmar Schenk leitet in Bellikon den Psychiatrisch-Psychologischen Dienst mit einem Team von drei Psychiatern, sechs Psychologen, zwei Musik- und Maltherapeuten sowie einer Praktikantin. Das aussergewöhnliche Angebot für eine Rehaklinik ist freiwillig und umfasst

  • Unterstützung bei akuten psychischen Krisen
  • Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
  • Psychiatrisch-psychologische Diagnostik
  • Mitbehandlung psychiatrischer Erkrankungen
  • Behandlung von psychischen Unfallfolgeschäden

Dennoch unternehmen die meisten Patienten nach einem Erstgespräch gerne den Versuch, ihre durch einen Unfall verursachten psychischen Probleme behandeln zu lassen.