Mit Rechnungskontrolle und Missbrauchsbekämpfung gegen Betrüger

«Ein Arzt wird des Betrugs verdächtigt»: So lautet der Titel einer Meldung in den Zeitungen «24 heures» und «Tribune de Genève» Ende März. Die Suva-Agenturen Lausanne und Genf haben zur Aufklärung dieses Falles beigetragen.

Die sichtbare Spitze des Eisbergs: Ein Fall in der Romandie. Medien berichten   von einem Arzt, der mit fiktiven Rechnungen in den vergangenen Jahren 3 Millionen Franken von Krankenkassen und Unfallversicherern bezogen haben soll. Einer von hunderten verdächtigen Fällen, die jedes Jahr überprüft werden. «Ich bin stolz auf mein Team, insbesondere auf die Mitarbeiterinnen, die dieser Angelegenheit auf die Spur gekommen sind!», erklärt Philippe Conus, Direktor der Suva Lausanne. «Tag für Tag führen wir unermüdlich hunderte von Kontrollen zum Wohl unserer versicherten Betriebe durch, damit sie aufgrund von Fehlern oder wegen der Unehrlichkeit anderer nicht höhere Prämien zahlen müssen», fügt er hinzu.

Die systematische Rechnungskontrolle als DNA der Suva

Die gewissenhafte Kontrolle von Rechnungen, die von Spitälern, Ärzten und Therapeuten ausgestellt wurden, hat bei der Suva eine lange Tradition. «Diese Kontrollen sind Bestandteil der DNA unseres Unternehmens», so Philippe Conus. «Insbesondere die Überprüfung, ob die verrechneten Leistungen in ihrer Gesamtheit Sinn machen, unterscheidet uns von den Krankenkassen. Hierfür sind viel Erfahrung, Kompetenz und Spürsinn erforderlich!» Dazu erwähnt er einige beeindruckende Zahlen: «Im Jahr 2015 haben wir von 2,3 Millionen kontrollierten Rechnungen 290‘000 zurückgewiesen. In den meisten Fällen handelt es sich um Fehler, die von den Leistungserbringern schnell korrigiert werden. Diese Korrekturen hatten 2015 für die Suva Einsparungen von immerhin 200 Millionen Franken zur Folge!»

Philippe Conus Direktor

Philippe Conus, Agenturleiter Lausanne

Missbrauchsbekämpfung für die ehrlichen Prämienzahler

Neben den betrügerischen Abrechnungen kommen Täuschungs- und Betrugsfälle von Versicherten hinzu. Die nehmen gemäss Lionel Delorme, einem Spezialisten der Suva auf diesem Gebiet, jedes Jahr zu. «2016 ermittelten wir an die 1000 verdächtige Fälle», sagt er. Als Beispiel erwähnt er einen «Angestellten», der am Unfalltag und wie durch ein Wunder von der Firma seines Cousins eingestellt wurde und dies erst noch zu einem zu einem unüblichen Salär. Dabei ging es natürlich darum, möglichst hohe Taggeldzahlungen zu erwirken. Oder diese Person, die absichtlich das Fahrzeug ihres Komplizen beschädigt hatte und ein Schleudertraume simulierte.

Mehr Informationen zur Missbrauchsbekämpfung  

Der Verlockung eines Versicherungsbetrugs erliegen bei weitem nicht nur ausländische Angestellte, wie etwa am Stammtisch herumgeboten wird! Da gab es beispielsweise einen in seiner Gegend angesehenen Unternehmer, der offiziell arbeitsunfähig erklärt worden war und trotzdem die Tage auf seinen Baustellen verbrachte. Nicht zu vergessen sind auch einige wenige Ärzte mit eigener Praxis oder die in einer Klinik tätig sind, bei denen man sich fragen muss, ob sie nicht aus reiner Gefälligkeit und auf der Grundlage zweifelhafter Diagnosen Arztzeugnisse erstellen.

Die Bearbeitung der Unfälle und die Bekämpfung von Betrugsfällen beruhen auf dem Prinzip der Einhaltung der Rechtmässigkeit und der Rechtsgleichheit: Jeder Verunfallte erhält, wenn er ein Anrecht darauf hat, die vom Gesetz vorgesehenen Leistungen, nicht mehr und nicht weniger. Die Solidarität unter den Versicherten erfordert klare Voraussetzungen, dazu gehört insbesondere die Ehrlichkeit.