Grümpelturniere – Verletzungsfrust statt Spiellust

Jährlich registriert die Suva rund 45 000 Fussballunfälle. Einige davon ereignen sich an den beliebten Grümpelturnieren, die gerade wieder Saison haben. Rund 150 000 Fussballspielerinnen und -spieler kicken das runde Leder landauf landab über den Rasen. Welche Verletzungen treten am häufigsten auf? Wie stehen die Organisatoren zu Fairplay? Die Suva hat bei Veranstaltern nachgefragt.

Damit für Grümpi-Kicker die Spiellust nicht im Verletzungsfrust endet, unterstützt die Suva die Organisatoren mit einem Präventionsset. Dieses umfasst Plakate zur Sensibilisierung für ein faires und sicheres Spiel, Schienbeinschoner, Stulpen und Überzieher. Dank der Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) werden die Grümpelturniere von offiziellen Schiedsrichtern geleitet, die auf Fairplay achten. Die Suva hat 1999 die Kampagne «Sicherheit an Grümpelturnieren» gestartet. Seither ist das Unfallrisiko an den Grümpi-Events deutlich gesunken. Und, sinkende Unfallzahlen verursachen weniger Kosten. Das wiederum kommt den versicherten Betrieben der Suva durch tiefere Prämien zugute.

Zweikampf, Fussball, Sport, Verletzung, Handgelenk, Verstauchung,

Die Suva hat Veranstalter von Grümpelturnieren gefragt, welche Verletzungen am häufigsten auftreten und wie sich das Präventions-Engagement der Suva bei ihnen auswirkt.

 

Deutlich weniger Verletzungen

«Überall, wo Fussball gespielt wird, treten leider auch Verletzungen auf», resümiert Simon Ammann, Veranstalter des Grümpelturniers beim FC Rüthi (SG). Es mache keinen Unterschied, ob um die Meisterschaft gespielt werde oder an einem Grümpelturnier. Die Verletzungen an Plausch-Spielen hätten aber deutlich abgenommen. Markus Ellenbroek, Verantwortlicher Spielbetrieb im OK des Grümpelturniers beim FC Tägerwilen (TG) sagt: «Prellungen, Zerrungen oder Schürfungen, können vom Sanitätsdienst meistens vor Ort behandelt werden. Der Samariter entscheidet dann, ob ein Verletzter ins Spital gebracht werden muss.»

 

Präventionsset der Suva

Das Engagement der Suva   hält Simon Ammann für eine sehr gute Sache. «Wir werden mit Materialien und Know-how unterstützt, was uns die Arbeit sehr erleichtert.» Auch könne man dank der finanziellen Entschädigung professionelle Schiedsrichter anstellen und so die Sicherheit der Spielerinnen und Spieler auf dem Platz weiter erhöhen.


Die Bereitschaft der Suva, das Präventionsprogramm über viele Jahre durchzuziehen sei wichtig, meint ebenfalls Markus Ellenbroek. «Dadurch ist man mit den Themen Unfallgefahr und Prävention ins Bewusstsein der Teilnehmenden vorgedrungen.» Vieles sei dadurch bei den Spielerinnen und Spieler gewissermassen selbstverständlich geworden, beispielsweise das Tragen von Schienbeinschonern oder das Aufwärmen. Dies alles habe zu weniger Unfällen und letztlich auch zum besseren Image von Grümpelturnieren beigetragen.

Die Erkenntnis bei Grümpi-Kickern wie sie sich vor Verletzungen schützen können ist die eine Sache. Die andere ist die persönliche Vorbereitung zum Turnier – dazu ein paar Tipps:

 

Zur Vorbereitung

  • Trainieren Sie nicht nur die Beine, sondern möglichst den ganzen Körper. Das steigert Ihre Agilität.
  • Nehmen Sie sich Zeit für ein seriöses Aufwärmen. Das reduziert die Gefahr von Zerrungen.
  • Trinken Sie keinen Alkohol vor oder während dem Turnier.        

Zur Ausrüstung

  • Tragen Sie beim Fussballspielen immer Schienbeinschoner – auch im Training.
  • Den besten Schutz bieten Schienbeinschoner mit Knöchelschutz.
  • Joggingschuhe oder Freizeitschuhe eignen sich nicht zum Fussballspielen. Seien Sie ein Profi.

Zum Fairplay

  • Halten Sie die Fairplay-Regeln ein – kein rücksichtsloses Einsteigen.
  • Respektieren Sie Ihre Gegenspieler und gefährden Sie deren Gesundheit nicht.

Wer sich entsprechend vorbereitet und zu sich und anderen Sorge trägt, kommt schadlos über die Fussball-Runden. Vielleicht auch ins Grümpli-Final.

Die Suva wünscht gutes Gelingen.