Geldrollen mit Frankenmünzen

So berechnet die Suva die Prämien

von Pascal Mathis,

Keiner bezahlt gern hohe Prämien. Dennoch müssen die Kosten von Unfällen, Berufskrankheiten und der Unfallprävention gedeckt sein. Die Suva berechnet die Prämien mit einem ausgeklügelten System.

Einmal im Jahr ist es wieder soweit: Alle versicherten Betriebe erfahren, wie hoch ihre Prämien im nächsten Jahr sein werden. Genau dann stellen sich viele die Frage, wie die Prämien eigentlich berechnet werden. Und ob es Möglichkeiten gibt, deren Höhe zu beeinflussen.

Die Prämienhöhe ist aber nicht für alle Betriebe gleich. Sie wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Wir haben die wichtigsten Fakten in Sachen Prämien für Sie zusammengefasst.

Die Prämienmodelle der Suva kurz erklärt

Prämienbemessung

Weitere Informationen

Einteilung in Risikogemeinschaften

Unsere Versicherungstechniker teilen jeden versicherten Betrieb einer Risikogemeinschaft – sogenannte Kollektive – zu. In diesen Kollektiven sind Betriebe mit gleichen oder ähnlichen Tätigkeiten und vergleichbarem Unfallrisiko gebündelt. 

 

Betriebsgrösse entscheidet über Prämienmodell

Auf Basis der Lohnsummen teilt die Suva die Betriebe in verschiedene Grössen ein. Dieser zentrale Faktor legt fest, in welchem der drei Prämienmodelle ihr Betrieb versichert ist:

  1. Basissatz

    Kleine Betriebe sind zum Basissatz versichert und bezahlen eine Basisprämie. Dieses Modell stellt sicher, dass kleine Unternehmen nach einem Unfall nicht höhere Prämien zahlen müssen. Nur wenn in der gesamten Branche die Kosten steigen, steigen auch die Prämien für alle Betriebe dieser Branche.

  2. Bonus-Malus-System

    Grössere Betriebe sind in einem Bonus-Malus-System versichert. Ein Betrieb mit tieferen Unfallkosten (Heilkosten, Taggelder, Renten) als der Branchendurchschnitt erhält einen Bonus – er zahlt tiefere Prämien. Fallen die Unfallkosten im Betrieb überdurchschnittlich hoch aus, zahlt er einen Malus – die Prämie steigt.

  3. Erfahrungstarifierung

    Für Grossbetriebe gilt bei der Suva die Erfahrungstarifierung. Dabei werden in jedem einzelnen Betrieb die Heilkosten, Taggelder, Rentenkapitalwerte sowie verschiedene Rückstellungen der letzten 15 Jahre berücksichtigt. Aus diesen Kosten der Vergangenheit werden danach die individuellen Versicherungsprämien für das nächste Jahr festgelegt. Dieses Modell gilt für rund 1 Prozent aller bei der Suva versicherten Betriebe.

     

Stabile Prämien durch Ausgleichsreserven

Die Suva bildet Ausgleichsreserven für jede Branche. Diese Reserven werden mit dem Ziel gebildet, die Prämien auch in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten stabil zu halten. Wird die festgelegte Höchstgrenze für diese Reserven überschritten, erhalten die Versicherten der jeweiligen Branche diese Überschüsse zurück  .

Tipps für stabile Prämien

So können Sie Ihre Prämie optimieren:

  1. Unfälle verhindern

    Die Grundlage für stabile Prämien sind weniger Unfälle. Mit gezielter Unfallprävention können Prämien stabil gehalten werden. Schon mit kleinen Massnahmen wie etwa das Vermeiden von Stolperfallen lassen sich viele Unfälle verhindern.

    Die Suva bietet zahlreiche Informationsmittel zur Unfallprävention. Zudem bildet sie Sicherheitsbeauftragte aus und führt Kurse in Betrieben durch.

    Testen Sie Ihr Unfallrisiko! Hier geht’s zur Gefahrenermittlung für KMU  

  2. Betriebsbeschreibung aktualisieren

    Damit die Einteilung gerecht erfolgt, ist es wichtig, dass die Betriebsbeschreibung   aktuell ist. In diesem Dokument ist genau festgehalten, welche Arbeiten ein Betrieb ausführt. Diese Informationen nutzt die Suva, um einen Betrieb zu einem Kollektiv zuzuteilen – das hat Einfluss auf die Prämien. Das Formular für die Betriebsbeschreibung können Sie bei ihrer Suva-Agentur anfordern.