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Sportvereine aufgepasst: Versichert eure Sportler richtig

Regula Müller,

Die Suva zahlt häufig für Freizeitunfälle, die eigentlich Berufsunfälle sind. Denn sobald ein Sportler oder eine Sportlerin vom Verein einen Lohn bezieht, wäre der Verein für die Unfallversicherung zuständig. Bisher haben aber noch wenige Vereine eine entsprechende Versicherung abgeschlossen.

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Es gibt Profisportler, die kaum von ihrem Lohn leben können. Im Gegensatz dazu gibt es Amateursportler, die richtig viel Geld verdienen. Oft werden die Löhne über Spesen und andere Entschädigungen abgerechnet, meistens ohne Verträge. Sportvereine, welche ihren Spielerinnen und Spielern Löhne, Spesen oder Prämien bezahlen, gelten jedoch als Arbeitgeber. In der Schweiz muss der Arbeitgeber seine Arbeiternehmenden obligatorisch gegen Unfall versichern und AHV-Beiträge abrechnen.

Wenn sich also ein Amateurfussballer, der vom Verein substanzielle Entschädigungen erhält, das Bein bricht, gilt dies als Arbeitsunfall und kann nicht als Freizeitunfall der Suva gemeldet werden. Bisher versichern aber die wenigsten Vereine ihre Sportler gegen Unfälle.

Die eigene Versicherungssituation klären

Mittlerweile sind jedoch alle Sportvereine über ihre Pflicht, eine Unfallversicherung abzuschliessen, informiert. Denn im Herbst 2015 hat die Ersatzkasse UVG  alle Vereine per Brief aufgerufen, die eigene Versicherungssituation zu regeln. Wer Löhne bezahlt, muss eine Unfallversicherung abschliessen. Der Versicherer kann dabei frei gewählt werden. Wenn Unklarheiten bestehen, ob die bezahlten Entschädigungen als Lohn einzustufen sind, muss dies mit der zuständigen Ausgleichskasse besprochen werden. 

Folgende Zahlungen gelten als substanzielle Entschädigung:

  • Punkteprämien
  • Trainingsentschädigungen
  • Wohnkostenentschädigungen
  • Spesen, sofern nicht von der AHV als solche akzeptiert
  • Infos für den Arbeitgeber

    Jährlich ereignen sich rund 260 000 Nichtberufsunfälle in der Schweiz. Im Gegensatz zu den rund 180 000 Berufsunfällen ist also die Anzahl Freizeitunfälle viel höher. Freizeitunfälle verursachen auch Kosten für den Betrieb. Denn oft ziehen diese Unfälle viele Ausfalltage mit sich. Unterstützen Sie uns deshalb bei der Unfallmeldung und informieren Sie uns, wenn der Verunfallte einen möglichen «zweiten» Arbeitgeber im Verein hat.

    Handball, Finger, Tape, Verletzung

    Die Suva klärt Sportunfälle genauer ab

    Unsere Schadenspezialisten gehen davon aus, dass viele Sportunfälle falsch gemeldet werden. Was nach einem Freizeitunfall aussieht, ist eigentlich ein Arbeitsunfall. Daher werden wir künftig Sportunfälle genauer abklären. Bei einem Unfall wird die Situation des Verunfallten und seines Clubs geprüft. Wenn der Verunfallte vom Verein Entschädigungen bezieht, die als Lohn zu betrachten sind, sind wir nicht leistungspflichtig. Im Fokus stehen jene Sportarten in denen häufig auch Entschädigungen fliessen. Dazu gehören Fussball, Handball oder Eishockey.

    Fallbeispiel

    Ein Fussballspieler erhält im Jahr 4000 Franken Punkteprämien und daneben noch Spesen. Beim Spiel verletzt er sich und erleidet einen Kreuzbandriss. Der Fussballer meldet seinen Unfall dem Schreinerbetrieb, in welchem er unter der Woche arbeitet. Der Schreinerbetrieb gibt den Unfall der Suva zur Schadenabwicklung weiter. Die Suva stellt fest, dass der Sportler einen «zweiten» Arbeitgeber hat und zahlt deswegen keine Leistungen.

    Zuständig für die Schadenabwicklung ist die Unfallversicherung des Vereins. Wenn der Verein noch keine Unfallversicherung abgeschlossen hat, ist die Ersatzkasse UVG zuständig.