Lernender setzt Zeichen für Arbeitssicherheit auf dem Bau

Nadia Gendre,

Maxence Savoy (19) schliesst dieses Jahr seine Maurerlehre bei der Firma Coquoz Constructions SA in Bossonnens (FR) ab. Während seiner Lehrzeit musste Maxence lernen, mit Gefahren auf den Baustellen umzugehen. Das Thema seiner Abschlussarbeit ist daher die Arbeitssicherheit aus der Perspektive der Lernenden.

Wenn er vom Maurerhandwerk spricht, leuchten seine Augen. Maxence mag die Arbeit mit den Händen, den Kontakt mit Materialien wie Holz, Backsteinen oder Zement. Vor allem gefällt ihm das Arbeiten im Freien. Dabei war der Anfang der Lehrzeit alles andere als einfach. Denn die Arbeit ist hart und manchmal auch gefährlich. Acht der zwanzig Lernenden in seinem Jahrgang haben die Lehre im ersten Jahr abgebrochen.

für benefit, Baustelle, Helm, Der Vorgesetze, Gilbert Coquoz (links), unterstützt tatkräftig die unfallfreie Lehrzeit von Maxence Savoy (rechts).

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Hürden meistern

Maxence erinnert sich noch genau an den ersten Tag: «Mein Chef gab mir einen Helm, eine Schutzbrille, eine Brechstange und einen Hammer. Meine Aufgabe war es, Fenster und Türen zu entschalen. Am Abend schmerzten meine Handgelenke und Beine so sehr, dass ich mich fragte, warum ich das überhaupt tat!» Ermüdung, mangelnde Ausdauer und Kälte sind die grossen Hürden, die es als Maurer zu meistern gilt.
Weitere Anforderungen, mit denen der Lernende schnell umzugehen lernen musste, sind Kosten- und Zeitdruck. Seine Firma ist auf einen verantwortungsvollen Umgang bedacht und verlangt, dass er mitdenkt. Sein Alltag ist nicht immer einfach. Aber er bleibt hartnäckig. Er und Florian, der Sohn des Chefs, der die gleiche Lehre absolviert, spornen sich gegenseitig an. Die gute Stimmung auf der Baustelle trägt ebenfalls dazu bei, dass dem jungen Mann seine Arbeit gefällt.

Eingewöhnung und Vertrauen 

Man hat mir von Beginn weg vertraut und mir echte Aufgaben übertragen. Ich war nicht nur Laufbursche! Man hat mir erklärt, gezeigt und mich machen lassen», erklärt der angehende Maurer. Nichts kann jedoch Erfahrung ersetzen. Erst im zweiten Lehrjahr begann Maxence, sich bei seiner Arbeit wirklich wohl zu fühlen. «Ein neuer Lernender auf der Baustelle ist noch unerfahren. Er braucht Zeit, um sich einzugewöhnen, und muss betreut werden», erklärt Gilbert Coquoz, Maxences Chef. Er meint, Sicherheit könne man nicht gleich am ersten Tag oder auf dem Papier erklären. «Man muss sich gut überlegen, wem man seine Lernenden anvertraut. Zum Glück habe ich Vorarbeiter, die gerne mit Jungen arbeiten und denen das Ausbilden Spass macht.» Gilbert Coquoz investiert viel in die Sicherheit seiner Mitarbeitenden und hat die Sicherheits-Charta der Suva unterzeichnet. Bei seinen regelmässigen Besuchen auf den Baustellen sind die lebenswichtigen Regeln und das richtige Verhalten bei Gefahr Thema.

Sichere Lehrzeit

Jedes Jahr erleiden 25 000 Lernende einen Arbeitsunfall. Drei dieser Unfälle enden tödlich. Das Unfallrisiko ist bei den Lernenden ungleich höher als bei den erfahrenen Berufskollegen. Das muss nicht sein! Sensibilisieren Sie Ihre Lernenden für Gefahren und unterstützen Sie eine unfallfreie Lehrzeit. Die Suva stellt Ihnen kostenlose Unterlagen zum Thema «Sichere Lehrzeit» zur Verfügung.

www.suva.ch/lehrzeit  

Respekt für Arbeitskollegen und Sicherheitsvorschriften

Maxence hat selber bereits einige Unfälle erlebt. Neben Betonsplittern im Auge war der gequetschte Finger der schwerste Unfall. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm aber der Unfall eines Kollegen, der mit dem Finger am Kran hängen geblieben ist. «Man hört Schreie, da gefriert einem das Blut in den Adern.» Nach solchen Vorfällen sei man besonders vorsichtig. Das gelte aber leider nicht für alle. «Ich werde wahnsinnig, wenn ich sehe, wie die Leute nicht auf sich oder andere aufpassen», erklärt Maxence. Er beklagt sich darüber, wie häufig Sicherheitsabschrankungen aus Bequemlichkeit versetzt werden oder Mitarbeiter ohne Helm und mit Strassenschuhen auf die Baustelle kommen. Diese häufigen Verfehlungen haben ihn dazu bewogen, seine Abschlussarbeit über Arbeitssicherheit zu schreiben.
Maxences Ziel ist es, Vorarbeiter und später Polier zu werden. Er möchte sich auf Arbeiten mit besonderen Gefahren spezialisieren. Für diese Arbeiten ist Sicherheit ein Muss! «Mit 20 ist Vorsicht besser als Nachsicht! Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir.»

So schützen Sie Ihre Mitarbeitenden:

  • www.suva.ch/regeln  
  • www.sicherheits-charta