So hat die Suva die Heilkosten im Griff

Regula Müller,

Die Heilkosten steigen Jahr für Jahr. Täglich sorgen spezialisierte Mitarbeitende der Suva dafür, dass die Kosten nicht explodieren. Jasmin Zimmermann (33) ist eine davon. Seit fünf Jahren arbeitet sie in der Agentur Winterthur als Heilkostenspezialistin.

Heilkosten entstehen bei der medizinischen und therapeutischen Behandlung von verunfallten Versicherten sowie bei der Reintegration nach einem Unfall. Die Kosten steigen stetig an, weil die Medizin immer mehr Fortschritte macht und weil die Menschen immer älter werden.

Bei der Suva arbeiten schweizweit rund 90 Heilkostenspezialistinnen und -spezialisten. «Wir kontrollieren die Rechnungen, die uns die Leistungserbringer stellen», erklärt Jasmin Zimmermann. Auffälligkeiten sortiert der Computer zuvor elektronisch aus. Das ist bei ungefähr 50 Prozent der über 2 Millionen Rechnungen der Fall. Jasmin Zimmermann überprüft bei diesen, ob Ärzte, Spitäler, Therapeuten etc. nach dem richtigen Tarif abrechnen und ob die Behandlungsdauer mit der Schwere des Unfalls übereinstimmt. «Wenn wir Fehler entdecken, sind diese oft aus Unwissenheit passiert und nicht mit böser Absicht.»

Benefit 4/17Jasmin ZimmermannHeilkostenHeilkostenmanagementPrämienLeistungserbringer

Mit den Leistungserbringern sprechen

Bei einem Unfall übernimmt die Suva die Kosten für eine zweckmässige Behandlung. Ein Tarifsystem legt fest, wie viel ein Leistungserbringer für jede Behandlung in Rechnung stellen darf. Der Suva und dem Leistungserbringer ist es wichtig, dass der Versicherte optimal behandelt wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass nur die kostenintensiveren Varianten zum Ergebnis führen. Es kommt aber beispielsweise vor, dass Leistungserbringer teurere Gelenksbandagen an die Patienten abgeben. «Wenn wir eine solche Rechnung zurückweisen, sparen wir bis zu 200 Franken oder mehr. Es sind aber die kleinen Beträge, die am Schluss grosse Einsparungen bringen.» Neben den Rechnungskontrollen helfen auch Besuche bei den Leistungserbringern, Kosten zu sparen. «Durch die Gespräche verbessern sich die Zusammenarbeit und die Kommunikation erheblich», sagt Jasmin Zimmermann. Es sei auch immer eine Gelegenheit, um Fragen rund um das Tarifsystem zu klären.

Heilkosten sind:

  • Kosten für medizinische und therapeutische Behandlungen von Verunfallten wie etwa ärztliche Leistungen im Spital oder beim Hausarzt, Physiotherapie, Orthopädietechnik, Ambulanztransporte;
  • Kosten, die im Zusammenhang mit der Reintegration von Verunfallten stehen, beispielsweise für Stellenvermittler oder Berufsberater.
  • Jährlich weist die Suva Rechnungen im Wert von 200 Millionen Franken zurück. Das dadurch eingesparte Geld kommt den Suva-versicherten Betrieben in Form von tieferen Prämien zugute.

    Was macht die Suva gegen steigende Kosten?

    Kampf gegen Kostenanstieg

    Knapp ein Drittel der rund 1,2 Milliarden Franken, die die Suva jährlich für ärztliche und therapeutische Leistungen (Heilkosten) bezahlen muss, entfallen auf stationäre Spitalleistungen. 2016 wies die Suva fast 4500 stationäre Spitalrechnungen zurück und sparte rund 19 Millionen Franken. Dies entspricht Einsparungen von 4150 Franken pro zurückgewiesener Rechnung und damit 4,2 Prozent der gesamten Kosten, die im stationären Bereich vergütet werden. Erste Kennzahlen deuten darauf hin, dass 2017 die Einsparungen mit geschätzten 21 Millionen Franken noch einmal markant höher ausfallen werden. Insgesamt kontrollierte die Suva in diesem Jahr bereits über 45 000 Rechnungen stationärer Spitalleistungen.

    www.suva.ch/heilkosten