«Die Prämiensenkung ist ein Ansporn»

Henri Mathis,

Jérôme Chanton, Geschäftsführer der Kugler Bimetal SA mit Sitz in Genf, durfte sich über 15 Prozent tiefere Prämien der Suva für 2019 freuen. Für ihn Ansporn, noch mehr in Sicherheit zu investieren.

"benefit" 2_19 Rubrik "Meine Sicht", Kugler Bimetal SA, Jérôme Chanton, Prämienreduktion, Prämien,

Jérome Chanton, CEO der Kugler Bimetal SA

170 Mio. für unsere Kunden

Von den guten Anlageerträgen früherer Jahre profitieren unsere versicherten Betriebe auch im Jahr 2020. Dies wirkt sich positiv auf die Prämien der Berufsunfallversicherung aus. Wie hoch der ausserordentliche Prämienabzug für jedes Unternehmen ausfällt, ist aus der Einreihungsverfügung für das Jahr 2020 ersichtlich.
Zusätzliche Infos finden Sie hier  .

Jérôme Chanton, wie haben Sie auf die Prämienreduktion reagiert?
Wir haben den Champagner geöffnet! Im Ernst: Jede Einsparung ist willkommen. Diese Prämienreduktion bedeutet eine höhere Rentabilität. Die zusätzlichen Mittel ermöglichen uns einen ständige Verbesserung.

Wohin flossen die dadurch gesparten Gelder?
Wir haben in die Ausbildung, die Verbesserung der Sicherheit und den Kauf Persönlicher Schutzausrüstungen investiert. Die EN-9100-Zertifizierung (Luft- und Raumfahrtindustrie) ist höchst anspruchsvoll. Sie setzt ein strenges Qualitäts- und Gesundheitsmanagementsystem am Arbeitsplatz voraus. So sind die Mitarbeitenden unserer Giesserei mit Spezialbekleidung, die sie dreimal pro Woche wechseln, mit Schutzmasken im Wert von fast 1500 Franken und mit massgefertigten Schutzbrillen ausgestattet.

Sicherheit am Arbeitsplatz: Kein Tag ohne Herausforderung

Interview mit Jérôme Chanton, CEO der Kugler Bimetall SA

Ihre Berufsunfallzahlen sind rückläufig. Wie lautet Ihr Rezept?
Im Jahr 2018 erfassten wir bei 122 330 Arbeitsstunden 147 Absenzstunden wegen Berufsunfällen und -krankheiten. Das liegt im Promillebereich. Aber wir hatten grossen Nachholbedarf, da wir keine Musterschüler waren. Investitionen in eine sichere Infrastruktur und in gute Ausrüstung sind einfach zu realisieren. Viel schwieriger ist es, an der Gesundheits- und Sicherheitskultur zu arbeiten. Aber wir bleiben dran und hören nicht auf, die Präventionsbotschaften immer und immer wieder zu repetieren.

Wie sieht es mit den Freizeitunfällen aus?
Mit 415 Abwesenheitsstunden ist der Wert natürlich höher. Unser Unternehmen beherrscht ja eine ausgeklügelte Technologie der Stahl- und Bronzeverbindung. Aber wir haben noch keine Technologie gefunden, um die Nichtberufsunfälle auf das gleich tiefe Niveau zu bringen wie die Berufsunfälle – ohne dabei zu sehr in die Privatsphäre der Mitarbeitenden einzudringen. Psychologen haben vielleicht eine Antwort auf dieses Paradoxon: Wir alle kennen das Risiko und nehmen es dennoch in Kauf.

Warum ist Ihnen die Prävention so wichtig?
Für mich ist es eine moralische Verpflichtung. Menschen dürfen ihr Leben nicht am Arbeitsplatz gefährden. Dies spiegelt sich in unseren beiden Schlüsselwerten wider: Kundenservice und Respekt vor dem Menschen und seiner Umwelt. In dieser Hinsicht verdanken wir der Suva übrigens sehr viel.

Wie meinen Sie das?
Das grösste Problem unserer Firma waren die Bleikonzentrationen im Blut, die zu schweren Krankheiten bei unseren Mitarbeitern und Anwohnern hätten führen können. Das Überleben des Unternehmens stand auf dem Spiel. Wir hatten das Glück, mit Dominique Pasdeloup, der Arbeitsmedizinerin der Suva, zusammenzuarbeiten. Mit ihr haben wir eine ganze Reihe von Präventions-, Trainings- und Kontrollmassnahmen für unsere Mitarbeitenden erarbeitet.

Weiterhin solide finanziert

Die Suva weist für das Jahr 2018 ein Betriebsergebnis von brutto 60 Millionen Franken aus. Nach Rückgabe von 55,2 Millionen Franken an Ausgleichsreserven verbleibt ein Nettoergebnis von 4,8 Millionen Franken. Alles zum Geschäftsjahr 2018 finden Sie im Geschäftsbericht  .