Schmiermittel gehen unter die Haut

Martin Lüthi,

Schmiermittel wie Kühlschmierstoffe oder Getriebe-Öle sind für die Haut schädlich. Kontrollen in Betrieben zeigen, dass der Hautschutz im Umgang mit gefährlichen Stoffen zu wenig beachtet wird.

Schmierstoff Kühlschmierstoffe

Ein Beispiel aus der Praxis: Die Suva führt eine Betriebskontrolle bei einem Veredler von Stahlteilen durch. Für die Teilefertigung sind verschiedene CNC-Fräsen sowie Schleifmaschinen im Einsatz. Die Kühlschmierstoffe werden zwar bei der Verarbeitung abgesaugt, doch die Mitarbeitenden fassen die gefertigten Teile mit blossen Händen an und kommen dadurch mit Schmiermittel in Berührung. Diese schaden der Haut. «Wir stellen oft fest, dass sich die Betroffenen nicht oder nur ungenügend vor den gefährlichen Schmierstoffen schützen», sagt Simone Dell’Era, Arbeitshygieniker der Suva. - Eine Situation, die er und seine Kollegen häufig antreffen: Hautschutz-Creme ist leider nur spärlich vorhanden. Schutzhandschuhe stehen zwar zur Verfügung, werden aber nicht oder schmutzig getragen und erfüllen so ihren Zweck überhaupt nicht. Verschmierte Hände werden an der Arbeitskleidung abgewischt und es liegen schmutzige Putzlappen im Betrieb herum. Arbeitsflächen und feuchte Teile werden mit einer Druckluftpistole abgeblasen. Die schädlichen Stoffe verteilen sich so in der ganzen Umgebung.

So schützen Sie Ihre Hände optimal mit Hautschutz-Creme.

Die Mitarbeitenden in der Teilefertigung haben also täglich Hautkontakt mit Kühlschmierstoffen. Dies kann zu einer Hauterkrankung führen, zum Beispiel einem Reiz-Ekzem oder einer Hautallergie. Mitarbeitende mit einer Hautallergie leiden häufig jahrelang darunter und gehen nicht zum Arzt. Wenn die Betroffenen aber zu spät oder falsch handeln, muss die Suva eine sogenannte «Nicht-Eignungs-Verfügung» gegen sie aussprechen. Dies ist gleichbedeutend mit einem Berufsverbot, sodass ein Berufswechsel nötig ist.

Tipps für den optimalen Hautschutz im Umgang mit Schmierstoffen

  • Den direkten Hautkontakt mit Schmierstoffen vermeiden.
  • Mehrmals täglich eine Hautschutz-Creme benutzen.
  • Ergänzend – und je nach Schmiermittel - zusätzlich Handschuhe tragen.
  • Geeignete Schutzhandschuhe  und eine Hautschutz-Creme   muss der Arbeitgeber zur Verfügung stellen.
  • Schmutzige Putzlappen oder Kleider sofort wechseln. Eine Schürze tragen.
  • Schonende Hautreinigungsmittel verwenden. Keine Sandseife oder Bürste.
  • Hände nach der Arbeit mit Handpflege-Creme einreiben.

Simone Dell’Era macht bei seinen Kontrollen auch immer darauf aufmerksam, was die Folgen von Hauterkrankungen für die Betriebe sind: Ausfälle von Mitarbeitenden haben handfeste finanzielle Folgen. Mehre Berufserkrankungen können zu einer Prämienerhöhung führen.

Wichtig: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Gefahren am Arbeitsplatz zu ermitteln und die geeigneten Schutzmassnahmen zu treffen. Die Schutzmittel und ihre korrekte Anwendung müssen den betroffenen Mitarbeitenden instruiert werden. «Dazu gehört auch der richtige Umgang mit Schmierstoffen», betont Dell’Era und ergänzt: «Es ist eigentlich einfach sich vor gefährlichen Schmiermitteln zu schützen. Wer im Arbeitsprozess damit in Kontakt kommt, benutzt Hautschutz-Creme und je nach Intensität der eingesetzten Mittel auch Handschuhe. Dann gilt es die Hygiene im Arbeitsumfeld zu wahren. Wer diese Punkte berücksichtigt, hat die hauptsächlichen Gefahren im Griff.»

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