So schützen Sie sich vor Zecken

Zecken können Borreliose und FSME auf den Menschen übertragen. Unser Arbeitsmediziner weiss, wie Sie sich vor Zeckenstichen schützen können.

Zecken

Jedes Jahr stechen die kleinen Spinnentiere in der Schweiz rund 10 000 Mal zu. Zeckenstiche gelten als Unfälle und verursachen Kosten in Millionenhöhe. Zecken können Borreliose oder FSME (Hirnhautentzündung) auf den Menschen übertragen. Obwohl ein hundertprozentiger Schutz gegen zeckenübertragene Krankheiten nicht möglich ist, kann das Risiko eines Zeckenstiches schon mit einfachen Verhaltensweisen vermindert werden.

Vor Zeckenstichen schützen

  • Meiden Sie ab Mai Wald und Wegränder, Gestrüpp und Unterholz sowie Gräser und Farne bis zu einer Höhe von 1,5 m über Boden (bis 1500 m über Meer).
  • Tragen Sie geschlossene, den Körper bedeckende, helle Kleidung. Auf hellen Stoffen sind Zecken besser zu erkennen. So können sie schnell entfernt werden, bevor sie auf die Haut gelangen und stechen.
  • Benutzen Sie für Haut und Kleider ein Zeckenschutzmittel.
  • Zecke entfernen: Zecke direkt über der Haut mit Pinzette oder spezieller Zeckenzange fassen und senkrecht zur Hautoberfläche herausziehen. Stichstelle desinfizieren.
  • Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, sich beim Hausarzt impfen zu lassen.
  • Ein Zeckenstich wird als Unfall eingestuft und die Behandlungskosten von der Unfallversicherung übernommen.

Felix Ineichen, im Frühling sind Zecken besonders aktiv. Wie kann man sich am besten vor Stichen schützen?

Felix Ineichen: Nach einem Aufenthalt im Wald, Unterholz und auf Wiesen sollte die Haut nach Zecken abgesucht werden. Besonders häufig stechen Zecken in die Kniekehlen, Leisten und Achselhöhlen. Generell wird im Wald das Tragen von gut abschliessenden hellen Kleidern empfohlen. Auf hellem Hintergrund sind Zecken besser zu erkennen und können sofort entfernt werden, bevor sie auf die Haut gelangen. Ebenfalls von Vorteil ist ein Zeckenschutzmittel für Haut und Kleider.

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Wieso sind Zecken so gefährlich?

Durch Zeckenstiche werden Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen; in der Schweiz sind es hauptsächlich die von Viren ausgelöste Frühsommer-­Meningoenzephalitis   und die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose  .

Die Vireninfektion kann bei Menschen Hirnhautentzündungen und in seltenen Fällen schwere Erkrankungen an Hirn und Rückenmark zur Folge haben. Im Gegensatz zur Frühsommer­Meningoenzephalitis ist die Lyme­Borreliose relativ häufig und verursacht Entzündungen der Haut, Gelenke, Herz und/oder Nervensysteme. Eine weniger bekannte Krankheit, die ebenfalls von Zecken auf den Menschen übertragen werden kann, nennt sich Hasenpest. der Medizin ist die Krankheit unter dem Namen Tularämie bekannt.

Wann ist die Gefährdung von Hasenpest besonders hoch?

Die Erreger, Bakterien namens Francisella tularensis, gelangen auch in den Körper, wenn man sie durch den Mund aufnimmt oder einatmet. Somit sind Jäger und Wildhüter gefährdet, weil sie direkten Kontakt mit Wildtieren haben. Aber auch Forstleute können sich anstecken, etwa wenn bakterienhaltiger Staub aufgewirbelt wird. Solcher Staub kann vom Kot erkrankter Tiere oder von Tierkadavern stammen. Also ist beim Arbeiten auf Wiesen, an Böschungen und im Unterholz Vorsicht geboten. Gerade wenn Freischneider oder Laubbläser zum Einsatz kommen, sind Ansteckungen möglich. In solchen Situationen bietet eine Staubmaske Schutz.

Wie viel bringt der sogenannte Zeckenschnelltest, mit dem man eine Zecke auf Borrelien untersuchen lassen kann?

Nur etwa 5 bis 50 Prozent aller Zecken sind überhaupt Träger von Borrelien, also der Bakterien, welche krank machen können. Und auch befallene Zecken übertragen Borrelien erst, wenn sie nach dem Stich längere Zeit, wahrscheinlich mehr als 24 Stunden, am Saugen waren. In vielen Fällen ergibt also eine solche Untersuchung von Zecken überhaupt keinen Sinn. Nicht zu vergessen ist auch: Selbst wenn in einer Zecke keine Borrelien nachgewiesen werden können, ist eine Infektion durch einen anderen, nicht bemerkten Zeckenstich sehr wohl noch möglich. In diesem Sinn hat sich auch das Nationale Referenzzentrum für zeckenübertragene Krankheiten NRZK geäussert. Zeckenschnelltests werden nicht empfohlen.

Was gibt es sonst noch für Schutzmassnahmen?

Eine in der Schweizer Forstwirtschaft schon angewandte Schutzmassnahme stellt das Tragen von Schutzkleidung dar, die mit einem zeckenabweisenden Mittel imprägniert ist. Der Wirkstoff namens Permethrin wird seit längerem in vielen Bereichen eingesetzt; unter anderem ist er in Insektensprays enthalten. Er kann durch die Haut aufgenommen werden, eine krebserzeugende Wirkung ist umstritten. Es gilt also, die Schutzwirkung gegen Zeckenstiche abzuwägen gegenüber einer Belastung mit dem Wirkstoff.

 Weitere Informationen über Zecken finden Sie in unserer Informationsbroschüre: «Vorsicht, Zecken!»   .

Und auf dieser Karte    des Bundes finden Sie das räumliche Zeckenstichrisiko bei milder und feuchter Witterung im Frühsommer.