Unfallfrei dank Prävention

Henri Mathis, Regula Müller, Regina Pinna-Marfurt,

«Glück gehabt» heisst es oft, nachdem fast ein Unfall passiert ist. Doch Profis zeigen: Unfallfrei zu arbeiten, hat wenig mit Glück und viel mit Prävention zu tun.

Paul Bischof (62), Forstwart, seit 45 Jahren unfallfrei

«Der Förster ist nicht nur ein Holzfäller. Er begegnet dem Wald mit Respekt, beobachtet, riecht, fühlt ihn in allen Jahreszeiten und fördert seine Biodiversität. Ich arbeite heute am Wald von morgen. Darauf bin ich stolz, auch wenn der wirtschaftliche Druck zunimmt. Vor 25 Jahren deckte ein Kubikmeter Holz die Kosten eines Arbeitstags. Heute reicht es nicht mal mehr für eine Stunde. Ich arbeite seit über 30 Jahren für die Gemeinde La Grande Béroche. Zu viert, darunter zwei Lernende, pflegen wir 1580 ha Wald. Wer im Wald arbeitet, muss sich immer der Unfallrisiken bewusst sein.»

Damit Sie sich nicht auf das Glück verlassen müssen, gibt es die lebenswichtigen Regeln.

Zu den Regeln

«Es hat nur wenig mit Glück zu tun, dass ich als dienstältester Forstwart der Neuenburger Wälder noch nie einen Unfall hatte. Vor allem haben das konsequente Tragen der Schutzausrüstung, das Einhalten der lebenswichtigen Regeln, Vorsicht, die Fähigkeit zu antizipieren und Geduld dazu beigetragen. Eile ist die grösste Gefahr im Wald. Gelegentlich sage ich ‹Stopp›. Aber als Ausbildner von ‹WaldSchweiz› weiss ich, dass dies noch nicht für alle Kollegen selbstverständlich ist. Um gesund zu bleiben, muss man auch körperlich fit sein. Ich bin der Einzige, der sich morgens vor der Arbeit aufwärmt. Ich achte auf meine Gesundheit. Für den Wald, meine Frau und meine Kinder.»

Unfälle vermeiden bei der Waldarbeit:

Forst

Pren Prenkaj (56), Kranführer, seit 30 Jahren unfallfrei

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Ich bin seit 1991 bei der Notter Gruppe. Zuvor war ich bei einer anderen Baufirma tätig. Weder in der Freizeit noch bei der Arbeit hatte ich in dieser Zeit je einen Unfall. Meine eigene Gesundheit ist mir wichtig. Ich habe eine grosse Familie mit vier Kindern und Enkelkindern. Ich möchte ihnen das Leid ersparen, das ein Unfall mit sich bringen würde. Ausserdem generiert jeder Unfall Kosten für die Suva. Diese muss der Prämienzahler übernehmen. Auch das möchte ich verhindern. Wenn Berufskollegen hören, dass ich seit 30 Jahren nie einen Unfall hatte, sind sie oft erstaunt. Es ist aber keine Glücksache, dass ich in all diesen Jahren unfallfrei blieb. Denn sobald irgendwo eine Gefahr lauert, arbeite ich nicht mehr weiter, bis die Sicherheit wiederhergestellt ist. Da bin ich streng. Ist beispielsweise eine Last am Kran nicht korrekt befestigt und gesichert, sage ich ‹Stopp›. Um das zu gewährleisten, steuere ich den Kran lieber mit der Funkfernsteuerung vom Boden aus. So bin ich näher dran. Schliesslich habe ich auch eine Verantwortung für meine Kollegen auf der Baustelle. Im schlimmsten Fall würde ich bei einem Unfall sogar strafrechtlich verfolgt.»

Alles zum sicheren Umgang mit Kranen auf dem Bau und in der Industrie:

Krane

Marco Borradori (51), Elektromonteur, seit 15 Jahren unfallfrei

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«Seit 1990 bin ich als Elektromonteur bei der Società Elettrica Sopracenerina (SES) in Locarno angestellt. Die Ausbildung zum Elektriker und die ersten zwei Jahre Berufserfahrung habe ich bei einem Privatbetrieb gemacht. Mein Beruf gefällt mir auch heute noch. Er ist Teil meines Lebens. Zusammen mit meinen Arbeitskollegen mache ich Tages-, Nacht- und Piketteinsätze, arbeite bei Hitze und Kälte und manchmal unter schwierigen Verhältnissen.»

Wie sich Elektrofachleute vor den Gefahren der Elektrizität schützen:

Sichere Elektrizität

«Dann beispielsweise, wenn viel Verkehr ist und wir mit grossen Lasten umgehen müssen. Dass ich seit 15 Jahren unfallfrei bin, verdanke ich meiner sorgfältigen und strukturierten Arbeitsmethode. Zudem bin ich der Direktion und den Vorgesetzten dankbar, dass sie eine Sicherheitskultur vorleben, die ich verstehe und im Alltag mit dem Team systematisch umsetzen kann. Ich mache ein Beispiel: Gefahren und Risiken zu erkennen und richtig einzuschätzen, führen dazu, dass ich ‹Stopp› sage, wenn ich nicht ganz sicher bin, ob alle Hindernisse beseitigt wurden. Meine Berufserfahrung sowie mein Alter sind für mich und meine Arbeitskollegen lebensrettend. In meiner Funktion als Teamleiter möchte ich der Tatsache entgegenwirken, dass Lernende oder junge Berufsleute mangels Erfahrung häufiger verunfallen. Deshalb sehe ich es als meine Aufgabe, Kollegen beim Arbeiten mit Strom den nötigen Respekt sowie die einfachen Sicherheitsvorkehrungen zu vermitteln. Ich bin überzeugt, dass diese helfen, unfallfrei zu bleiben.»