Am «Weltschaufeltag» wird für Mountainbikerinnen und Mountainbiker in die Hände gespuckt

Am Weltschaufeltag werden im Bündnerland Biketrails vom Schnee befreit. Die richtige Ausrüstung darf aber trotzdem nicht fehlen, sagt Samuel Rodenhausen.

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Der Winter hinterliess viel Schnee in den Bergen. Damit die Mountainbikerinnen und Mountainbiker in den Bündner Bergen nicht über rutschige Schneefelder fahren müssen, organisiert Samuel Rodenhausen von www.herbert.bike   den «Weltschaufeltag», der jeweils Ende Juni stattfindet.

Herr Rodenhausen, was ist genau der Weltschaufeltag?
Die Aktion haben wir zum ersten Mal vor vier Jahren gestartet. Da die Mountainbikerinnen und Moutainbiker für die Bergregionen eine wichtige Kundschaft sind, war es uns ein Anliegen, die Trails und Abfahrten im Frühsommer vom Schnee freizuschaufeln und damit für den Saisonstart bereit zu machen. Es ist eine Win-Win-Situation: Die Bergbahnen können die Sportler auf den Berg befördern und diese fahren auf geräumten Trails den Berg hinunter. Die Tourismusdestinationen sind zudem vielerorts mit professionellen Trailunterhalt-Crews unterwegs um die Wege in den tieferen Lagen auch von Holz und Geröll zu befreien. Das hilft allen Wegnutzern, egal ob Mountainbiker oder Wanderer.

Wie viele Leute sind denn im Einsatz?
Pro Destination sind rund 8-12 Helfer am Schaufeln, in Davos, im Oberengadin, in Arosa und Lenzerheide – also rund 40 Personen. Der Schnee wird ausschliesslich per Hand und Muskelkraft weggeräumt, Schneeräumungsmaschinen sind nicht erlaubt. Also eine ziemlich schweisstreibende Angelegenheit.

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Wie sieht die Situation in den Bergen aus?
Es lag sehr viel Schnee in den Bergflanken und wir wussten Anfangs Juni nicht so recht, wie wir das machen sollten. Doch dank den sonnigen Tagen hat sich die Situation etwas verbessert. 

Wir sind sehr zuversichtlich, dass viele Trails in den nächsten Tagen durchwegs befahrbar werden. Mountainbikerinnen und Mountainbiker sollen sich jedoch bei Ankunft vor Ort informieren, welche Trails schon sicher benutzbar sind.

Ich will mit einem Mountainbike in die Berge, was muss ich beachten?
Wichtig: Das Mountainbike sollte vorgängig auf die Einsatztauglichkeit überprüft und gegebenenfalls in einem Bike-Shop einem Service unterzogen werden. Wir empfehlen ein gutes, alpin taugliches Mountainbike mit genügend Federweg, hochwertiger Schaltung und Bremsen sowie einer senkbaren Sattelstütze. Das gibt mehr Sicherheit beim Bergabfahren. Gute Mountainbikes kann man auch vor Ort mieten.

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Wie sieht es mit der Ausrüstung aus?
Der gut sitzende Helm auf dem Kopf ist in jedem Fall ein Muss. Handschuhe sind ebenfalls empfehlenswert wie auch Knieprotektoren und gute Bike-Schuhe passend zu den Pedalen. Und natürlich ein Reparaturset im Bike-Rucksack. Wer in die Berge geht – ob zu Fuss oder per Bike – sollte neben Sonnencrème und Sonnenbrille auch immer eine Schlechtwetterausrüstung dabeihaben, genügend Trinkflüssigkeit, Proviant und eine kleine Notapotheke.

Und dann kanns endlich losgehen!
Ja! Aber kennt man die Abfahrt nicht, sollte man es gemütlich angehen und sein Können nicht überschätzen, gerade zu Saisonbeginn. An schattigen Stellen kann es immer rutschig sein. Daher muss man mit dem Kopf bei der Sache sein. Mit vorausschauendem Fahren erkennt man gefährliche oder schwierige Passagen frühzeitig und kann das Tempo reduzieren. Wenn man unsicher wird, sollte man anfangs besser vom Mountainbike absteigen und die heikle Stelle zu Fuss bewältigen.
Und falls man auf Wanderer oder andere Biker trifft: Der gegenseitige Respekt und Toleranz auf den Trails ist uns ein grosses Anliegen. Wenn man sich schon Anfangs Jahr freundlich grüsst, hilft das für die ganze Saison.