Nach Motorradunfall und Amputation zurück ins Leben

Regula Müller,

Monika Gut verunfallte vor drei Jahren mit dem Motorrad. Sie verlor dabei den Unterschenkel. Heute kann sie ihre Freizeit mit der Prothese wieder geniessen.

Monika Gut (49) war mit ihrem Mann unterwegs nach Montreux. Martin Gut fuhr voraus und wollte an der nächsten Kreuzung auf seine Frau warten. So haben sie es immer gemacht. Aber seine Frau kam nicht. «Erst dachte ich, sie hätte zu Hause etwas vergessen und sei nochmal umgekehrt. Als ich dann die Sirenen vom Polizeiauto hörte, fuhr ich die Strecke zurück», erinnert sich Martin Gut an diesen Sonntagnachmittag. Ein Autofahrer hatte Monika Gut beim Einbiegen auf einen Parkplatz übersehen und erfasste sie auf der linken Seite. Im Inselspital in Bern amputierten die Ärzte zuerst den Vorderfuss und nach einigen Tagen wegen eines Infekts auch den Unterschenkel. In der Rehabilitation in Bellikon durfte Gut schon früh die erste Prothese probieren. Sie hatte sich damals schon das erste Ziel gesetzt: «Ich will trotz allem in die länger geplanten Ferien nach Thailand fliegen.» Tatsächlich ging dieser Wunsch in Erfüllung. «Von da an eroberte ich mein Leben voller Abenteuer zurück.»

Die Wiedereingliederung   ist ein Schlüsselanliegen der Suva. Verunfallte, Arbeitgeber, die Familie Freunde sowie Ärzte können eine Wiedereingliederung positiv beeinflussen. Mit dem Case Management betreut die Suva Personen, die wegen eines Unfalls nicht an den bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren können.

Wieder Motorrad fahren

Vor dem Unfall trug Gut am liebsten Flipflops. So stellte sich für sie die Frage, wie das auch mit einer Prothese möglich sein könnte. «Ich habe zusammen mit dem Orthopädietechniker eine Prothese mit integriertem Magnet entwickelt, so ist der Flipflop am Fuss befestigt.» Ein weiterer Traum hat sich Monika Gut im vergangenen Winter erfüllt. Sie stand zum ersten Mal wieder auf den Ski. Mit Tränen in den Augen erzählt sie davon: «Das war ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit.»
Und Motorradfahren? Auch das tut Gut wieder. Ihr Ehemann hat das Motorrad entsprechend umgebaut. Er sagt: «Nun können wir unsere Leidenschaft wieder zusammen ausleben.» Es habe sie schon auch Überwindung gekostet, wieder aufs Motorrad zu steigen, erklärt Monika Gut. «Aber auf dem Töff erlebe ich eine Reise viel intensiver als im Auto. Das ist es mir wert.»