Aus der Praxis: «So lernen unsere Mitarbeitenden die lebenswichtigen Regeln»

Regula Müller,

Fabienne Schaub ist Malermeisterin. Die sich ständig verändernden Situationen auf den Baustellen sind eine grosse Herausforderung für die Arbeitssicherheit.

"benefit" 1_22 Rubrik "meine Sicht", Fabienne Schaub, Maler, Gipser, lebenswichtige Regeln, AVOR

Unsere Herausforderungen

«Auf der Baustelle treffen unsere Mitarbeitenden ständig auf veränderte Situationen. Auf einmal gibt es Stolperfallen, die vorher nicht da waren oder Absturzgefahren, weil irgendwo ein Loch offen ist. Ausserdem arbeiten wir laufend mit verschiedenen Leuten unterschiedlicher Gewerke zusammen und stehen oft unter Zeitdruck, da der Maler auf der Baustelle oft als Letzter seine Arbeit erledigt.»

Die Arbeitsvorbereitung durch die Projektleiterin oder den Projektleiter ist das A und O.

Fabienne Schaub, Malermeisterin

So gehen wir damit um

«Zentral für uns sind die acht lebenswichtigen Regeln für Maler und Gipser. Jährlich müssen all unsere Mitarbeitenden das Lernprogramm der Suva für Maler und Gipser absolvieren. Das Programm startet mit einem eindrücklichen Video, in dem ein Absturzunfall zu sehen ist. Auf der im Video gezeigten Baustelle muss man Gefahrensituationen erkennen und diese benennen können. Ein Zertifikat, das die Mitarbeitenden an Ihren Vorgesetzten schicken müssen, bescheinigt, dass der Test bestanden wurde. Das Zertifikat ist von Hand zu signieren, als Zeichen dafür, dass der Test selbst absolviert wurde.
Ausserdem haben alle unsere Mitarbeitenden eine Notfallkarte mit den wichtigsten Telefonnummern. Auf der Rückseite sind die acht lebenswichtigen Regeln der Suva festgehalten. So sind diese stets präsent. Ausserdem werden sie von unseren Projektleitern regelmässig abgefragt.
Des Weiteren ist die Arbeitsvorbereitung durch die Projektleiterin oder den Projektleiter das A und O. Indem vorgängig mögliche Gefahrensituationen analysiert und beseitigt werden, ist vor Ort die Improvisationsgefahr viel kleiner.»

Das sind unsere Erfolge

«Von schweren Unfällen blieben wir in den letzten 30 Jahren weitestgehend verschont. Am schlimmsten war der Unfall eines Mitarbeiters. Er stürzte vom Gerüst, weil eine Durchstiegsklappe nicht geschlossen war. Das kaputte Knie liess es zwar zu, dass er weiterhin als Maler arbeiten konnte, blieb jedoch eine Schwachstelle. Er bildete sich deshalb weiter und führt nun unser Sekretariat in Wetzikon. Dass diese Klappe immer geschlossen sein muss, hat sich bei allen im Geschäft eingebrannt.»

3 Tipps von Fabienne Schaub

  1. Alle Mitarbeitenden müssen das Lernprogramm für Maler und Gipser der Suva absolvieren  .
  2. In den Arbeitsvorbereitungen der Projektleitenden ist die Arbeitssicherheit ein fester Bestandteil.
  3. Die Mitarbeitenden tragen eine Karte mit den lebenswichtigen Regeln bei sich und werden regelmässig abgefragt.