Die Suva unterstützt während Corona

Regina Pinna-Marfurt,

Die Kesmon Meccanica SA in Barbengo stand wegen der Pandemie vor grossen Herausforderungen. Die Metall- und Maschinenbaufirma meisterte diese zusammen mit der Suva.

"benefit" 1_21 Rubrik "Schwerpunkt" Pandemie, Corona, Kontrolle, Giorgio Tolone, Kesmon Mecanica SA, Hygieneregel, Abstandsregeln, Covid 19,

Während der ersten Welle der Pandemie musste die Kesmon Meccanica SA, wie viele Handwerksbetriebe und Baustellen im Tessin, für eine Weile ihre Türen schliessen. Vor der Wiedereröffnung musste die Geschäftsleitung beim kantonalen Arbeitsamt die Genehmigung zur Wiederaufnahme des Betriebs beantragen. Es galt dabei, die angeordneten Hygienemassnahmen und Abstandsregelungen bestmöglich umzusetzen. Die Produktion konnte mit Einschränkungen wieder aufgenommen werden. Maximal fünf Personen durften in der Werkstatt arbeiten.

Am 30. April 2020 besuchte Giorgio Tolone von der Suva den Betrieb. Kociss Piedigaci, Geschäftsführer der Kesmon Meccanica SA, erinnert sich: «Die Beratung war pragmatisch und ich konnte von der Erfahrung des Sicherheitsexperten profitieren. Ich bekam viele praktische und einfache Anregungen für das Schutzkonzept, damit wir während der Arbeit die Hygienemassnahmen einhalten konnten.» Giorgio Tolone seinerseits spürte die Bereitschaft des Betriebs, mit der Corona-Situation bestmöglich umzugehen. Das ermöglichte ihm, die Rolle eines «Sicherheitscoachs» zu übernehmen. Für ihn wie auch für Kociss Piedigaci war die Situation völlig neu. Rasches, konstruktives Handeln war angesagt, um die Pandemie einzudämmen. Der Geschäftsführer Piedigaci sagt: «Wir erlebten die erste Welle mit grosser Besorgnis, weil wir nicht genau wussten, was hier gerade passiert. Als Unternehmen erwarteten wir adäquate Antworten von unserem Berufsverband und von der Suva. Diese kamen prompt.»

Corona: Masken und Hygienevorschriften

Obwohl es während der ersten Welle keine Covid-19-Fälle im Unternehmen gab, nahm die Geschäftsleitung der Kesmon Meccanica SA die Coronavirus-Pandemie ernst und verfolgte die Situation genau. Alle Arbeitnehmenden mussten innerhalb des Unternehmens und auf dem Betriebsgelände eine Maske tragen.

Corona-bedingte Prämienmassnahmen

Da sich aufgrund der Corona-Pandemie in einigen Branchen weniger Unfälle ereignen, werden in den entsprechenden Risikoklassen für 2020 tiefere Kosten erwartet  . Dadurch resultieren ausserordentliche Prämienüberschüsse. Allfällige Überschüsse werden wir Ihnen mit der Prämie 2022 gutschreiben.

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«Das Sicherheitskonzept verpflichtete alle Mitarbeitenden, zu melden, wenn Krankheitssymptome auftreten. Und sie mussten zu Hause bleiben», so Piedigaci. «Es gab keine Ansteckungen unter unseren Mitarbeitenden. Sicher auch, weil wir einen grossen Werkstattbereich und Einzelarbeitsplätze haben.»

Bei der Betriebskontrolle stellt der Spezialist der Suva, Giorgio Tolone, einige Mängel fest. Das Desinfektionsmaterial war beispielsweise unzureichend verteilt. «Es ist wichtig, dass das Desinfektionsmittel vor dem Gebrauch nicht zuerst gesucht werden muss», erklärt Giorgio Tolone. «Wenn Arbeitsgeräte von mehreren Mitarbeitenden gemeinsam genutzt werden, muss der Reinigungsspray zur Desinfektion direkt am Arbeitsplatz angebracht sein.» Die Mängel habe er gemeinsam mit dem Geschäftsführer besprochen, 48 Stunden später seien sie behoben gewesen.

Corona verlangt massgeschneiderte Sicherheitskonzepte

Jedes Unternehmen und jede Werkstatt hat eigene Besonderheiten. Für die Sicherheitsexperten der Suva geht es also darum, im massgeschneiderten Sicherheitskonzept die spezifische Situation und die jeweiligen Arbeitsabläufe zu berücksichtigen.

«In der Kantine haben wir nur vier Stühle stehen lassen, so kann der Abstand beim Essen eingehalten werden», erklärt Giorgio Tolone. «Aus hygienischen Gründen musste das Gewürz auf dem Tisch entfernt werden.» Das seien kleine Änderungen gewesen, die aber wirksam gegen die Ausbreitung des Coronavirus seien.

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Kociss Piedigaci ergänzt: «Dank dem konstruktiven Dialog mit dem Sicherheitsexperten der Suva konnten wir das Schutzkonzept optimal an unser Unternehmen anpassen. Durch die gemeinsame Analyse der Arbeitsprozesse während des Besuchs bei uns vor Ort haben wir die entsprechenden Hygienemassnahmen in die Praxis umgesetzt.» So stelle es nun keine Gefahr mehr dar, dass manche Fahrzeuge und Gabelstapler von mehreren Mitarbeitenden genutzt würden.

Drei Mitarbeitende mit Corona infiziert

Die Nähe zu Italien und vor allem die Bilder, die damals aus Bergamo kamen, haben sich in den Köpfen aller Mitarbeitenden der Kesmon Meccanica SA eingeprägt. Darüber hinaus befiel das Virus nach und nach auch Bekannte und Familienmitglieder. Dadurch verfolgte der Geschäftsleiter die Entwicklung der Pandemie mit besonderer Vorsicht und sensibilisierte die Mitarbeitenden für die
Abstands- und Hygieneregeln. Die Anweisungen hat er in zweiwöchigen Abständen wiederholt. «Seit September merke ich, dass unsere Mitarbeitenden genervt sind von der Situation. Ich musste intervenieren, weil die Abstandsregeln nicht mehr eingehalten wurden», sagt Piedigaci. «Ich sehe es als meine moralische Pflicht, meine Mitarbeitenden zu schützen.»
Während der zweiten Welle seien drei Mitarbeitende in ihren Familien mit dem Virus infiziert worden. Das bestätige, dass sich jeder und jede verantwortungsvoll verhalten müsse. «Zumal das Einhalten der Regeln keine allzu grossen Opfer erfordere.» Eine Erkenntnis, die Giorgio Tolone voll und ganz teilt. Und er gibt zu bedenken: «Anweisungen sind viel effektiver, wenn sie direkt am Arbeitsplatz durch den Sicherheitsbeauftragten des Unternehmens oder den Vorgesetzten vermittelt werden.»

Corona: Wenige aber wirksame Regeln

Die Suva unterstützt und kontrolliert die versicherten Unternehmen schon seit einem Jahr in Bezug auf die Pandemiemassnahmen. «Unsere Erfahrungen nach den zahlreichen Inspektionen im Industrie- und Baugewerbe im Tessin sind positiv», bilanziert Giorgio Tolone. Kociss Piedigaci stimmt dem zu: Es sei nicht kompliziert, die wenigen Regeln einzuhalten. Und im Zweifelsfall frage er um Rat. «Ich gehe mit gutem Beispiel voran und trage immer eine Maske.» Bisher habe er keine Verlangsamung der Produktion festgestellt. Dennoch müsse er sich immer vor Augen halten: «Je weniger Covid-19-Fälle, desto mehr können wir produzieren.»

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