Expertentipps für eine professionelle Sicherheits- und Gesundheitskultur im Unternehmen

Nadia Gendre,

Wie lässt sich eine Sicherheitskultur im Betrieb aufbauen? Raphaël Gingins, Experte für Integrierte Sicherheit bei der Suva, gibt hilfreiche Tipps.

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Raphaël Gingins, Experte für Integrierte Sicherheit bei der Suva, gibt hilfreiche Tipps zur Integrierten Sicherheit.

Jedes Unternehmen ist gesetzlich verpflichtet, sich um seine Mitarbeitenden zu kümmern in Punkto Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Raphaël Gingins, Experte für Integrierte Sicherheit bei der Suva, zeigt, worauf es dabei ankommt. Sicherheit im Betrieb entsteht durch sichere Verhältnisse und sicheres Verhalten. Um dies zu erreichen, braucht es einerseits geeignete technische und organisatorische Massnahmen, andererseits eine gute betriebliche Sicherheitskultur. 

Integrierte Sicherheit in fünf Punkten

Die Implementierung eines Systems für Integrierte Sicherheit enthält folgende Schritte und Vorteile:

  1. Verringerung der Unfälle mit einem systemischen Ansatz der Arbeitssicherheit
  2. Entwicklung einer nachhaltigen Sicherheitskultur im Unternehmen
  3. Einbindung aller Vorgesetzten und Mitarbeitenden
  4. Höhere Produktivität und bessere Qualität dank weniger unerwünschter Ereignisse
  5. Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Am Anfang steht eine Vision

Wenn in einem Unternehmen eine gelingende Sicherheits- und Gesundheitskultur umgesetzt werden soll, braucht es in erster Linie die Unterstützung der Führungskräfte und eine genaue Analyse der bestehenden Situation, so Raphaël Gingins. Sind erst einmal die aktuellen Risiken oder Lücken bekannt, können Ziele und eine Vision für die Zukunft definiert werden. «Es ist wichtig, dass die Geschäftsleitung die Vision kommuniziert und dass alle verschiedenen Führungsebenen und Mitarbeitenden sie verstehen», so der Experte weiter. Das hört sich einfach an, aber wie geht das konkret?

Befähigung durch geschulte Führungskräfte

Die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz sind Führungsaufgaben; sie fallen nicht allein in den Zuständigkeitsbereich des Sicherheitsbeauftragten. «Alle Führungspersonen sollten geschult werden und die Werkzeuge des Führungskreislaufes der Sicherheit kennen. Nur so können sie ihre Aufgaben – insbesondere die Gefahrenermittlung, die Sicherheitsaudits und die Ereignisbehandlung – ausführen», erklärt Gingins. Alle Führungskräfte sollten in der Lage sein, eine Analyse für die eigene Einheit durchzuführen. «Ziel der Projekte der Integrierten Sicherheit ist es, die Unternehmenskultur mithilfe eines systemischen Ansatzes zu verändern», so der Experte. Natürlich bleibt der oder die Sicherheitsbeauftragte die Schlüsselperson, wenn es um die Koordination und die Förderung dieses Themas geht.

Regelmässige Kommunikation als Erfolgsfaktor

Der Sicherheitsexperte erachtet eine regelmässige und professionelle Kommunikation von Sicherheitsthemen als Schlüssel für eine gelungene Sicherheitskultur. So sollen die in der Analyse aufgedeckten Themen priorisiert werden und über verschiedene Kanäle wie News, Anzeigen und Teamsitzungen an die Mitarbeitenden übermittelt werden und zwar möglichst täglich. 
Gringings betont, dass die Teamleiter und -leiterinnen dabei eine zentrale Rolle spielen. Sie sind nämlich dafür verantwortlich, dass die Informationen und Massnahmen von allen Mitarbeitenden verstanden und akzeptiert werden. 

Der Mensch im Mittelpunkt 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine gute Sicherheits- und Gesundheitskultur setzt beim Menschen an. Es braucht eine Geschäftsleitung, die sich für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden interessiert und einsetzt. Das vermittelt ihnen ein Gefühl der Wertschätzung. Durch gute Information und Kommunikation aller Mitarbeitenden kann so Schritt für Schritt eine Arbeits- und Sicherheitskultur aufgebaut werden, die allen etwas bringt: Es gibt weniger Leid durch Unfälle, weniger Arbeitsausfälle und somit auch sinkende Kosten.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Themenseite: www.suva.ch/integriertesicherheit .

Präventionsmodule:

Mit gezielten Präventionsmassnahmen  können Sie das Risiko von Freizeit- und Arbeitsunfällen markant senken und somit kostspielige Arbeitsausfälle vermeiden.

Lebenswichtige Regeln:

Die Lebenswichtigen Regeln sind echte Lebensretter: Sie können einen Grossteil aller schwerer Unfälle verhindern.
www.suva.ch/lebenswichtige-regeln