Das Velo boomt – die Unfälle auch 

Text: Regula Müller; Grafik: tnt-graphics,

Die eingeschränkten Freizeitaktivitäten während der Corona-Pandemie lockten immer mehr Leute aufs Velo. Nicht nur die Preise für die neuen Fahrräder schnellten in die Höhe, sondern auch die Zahl der Unfälle.

Das Jahr 2020 wird – vor allem wegen Corona – als das Jahr des Velobooms in die Geschichte eingehen. Die Schattenseite des an sich erfreulichen Trends: Im vergangenen Jahr haben Velounfälle gegenüber 2019 um 21 Prozent zugenommen. Das hat gravierende Folgen auch für Arbeitgeber. In über 40 Prozent führen Velounfälle, die im Strassenverkehr stattfinden, zu entschädigten Ausfalltagen. Die Kosten eines Selbstunfalls belaufen sich dabei auf rund 6400 Franken; jene infolge einer Kollision auf bis zu 10 700 Franken. So entstehen der Suva und damit den Prämienzahlenden jährlich laufende Kosten von 182 Mio. Franken.

Ablenkung und Unaufmerksamkeit vermeiden

Die häufigste Ursachen für Velounfälle im Strassenverkehr sind Ablenkung und Unaufmerksamkeit  . Schwere Verletzungen und Todesfälle sind die Folgen. Beim Velofahren mit Musik in den Ohren beispielsweise nimmt man ein mit 50 Stundenkilometern heranfahrendes Auto erst drei Meter hinter sich wahr. Ohne Kopfhörer bemerkt man das Auto bereits 16 Meter hinter sich. Es bleibt also bedeutend mehr Zeit zum Reagieren. Auch der Blick auf das Smartphone lenkt ab und kann zu brenzligen Situationen führen.

Tempo drosseln, Bremsbereitschaft erhöhen

Verschiedene Verkehrsteilnehmende haben unterschiedliche Tempi auf der Strasse. Daraus entsteht eine Fahrdynamik, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordert – von Autofahrern wie von Velofahrern. Wer vorausschauend fährt  , kann besser einschätzen, was andere Verkehrsteilnehmende zu tun gedenken. Deshalb ist es wichtig, im Strassenverkehr voll bei der Sache zu sein und sich einen möglichst grossen Reaktionsspielraum zu verschaffen. Sei dies zum Bremsen, Anhalten oder Ausweichen bei einer drohenden Kollision.

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Linksabbiegen am gefährlichsten

Das Abbiegen nach links   ist eines der häufigsten und gleichzeitig auch gefährlichsten Manöver auf dem Velo, da es fahrtechnisch anspruchsvoll ist. Konzentration und klare Handzeichen sind umso wichtiger. Mit einem Blick zurück, einem deutlichen Handzeichen sowie dem richtigen Einspuren kann ich als Velofahrerin oder -fahrer den anderen Verkehrsteilnehmenden deutlich anzeigen, wo die Fahrt hingeht. Damit lässt sich die Sicherheit für Velofahrende deutlich erhöhen. Auch das Kreiselfahren   gehört zu den gefährlicheren Manövern. Hier hat man beim Velofahren das Recht, selbstbewusst den nötigen Platz einzunehmen. Im Kreisverkehr darf und soll das Velo in der Mitte fahren, damit es gut sichtbar ist für die anderen Verkehrsteilnehmenden.

Velo richtig ausrüsten

Für mehr Sicherheit braucht das Velo die korrekte Ausrüstung  . Die Kette sollte sauber und geölt sein. Die Pneus dürfen keine Risse oder Schnitte aufweisen und sollten prall aufgepumpt sein. Die Bremsen gehören zu den wichtigsten Fahrradteilen. Sind keine Einkerbungen oder Bremsbacken zu sehen, sollten diese ersetzt werden. An jedes Velo gehören vordere und hintere Reflektoren, an den Pedalen sind orange Reflektoren obligatorisch. Nachts und bei Dämmerung   muss zusätzlich ein Fahrradlicht eingeschaltet werden. Geeignete helle oder leuchtende Kleidung und ein ebensolcher Helm sorgen gerade bei schlechten Lichtverhältnissen für zusätzliche Sichtbarkeit.