Wendy Holdener trainiert mit eisernem Willen

Regula Müller,

Wendy Holdener erbringt Spitzenleistungen im Schneesport. Die Belastung ihres Körpers während den Fahrten ist riesig. Damit dieser das aushält, trainiert Holdener äusserst diszipliniert.

"benefit" 4_19 Rubrik "Schwerpunkt", Wendy Holdener, Pappfigur, Schneesport, Skifahren, Slalom, Kraft, Bein, Rumpf, Übung, Training, Slope Track, Kraftraum

Zermatt im Oktober, Klein Matterhorn, 3883 m. ü. M.: Wendy Holdener (26) trainiert auf dem Gletscher Riesenslalom. Seit 6.00 Uhr in der Früh ist sie auf den Beinen, als sie um die Mittagszeit zum Interview erscheint. «Das Training heute hat richtig Spass gemacht. Nachdem gestern noch nicht alles nach Wunsch verlief, konnte ich mich heute total steigern», erzählt die Doppel-Weltmeisterin von 2019 strahlend. Ihre gute Laune hat aber nicht nur mit dem Trainingsverlauf zu tun. Die Vorfreude auf zwei freie Tage zu Hause in Unteriberg (SZ) ist gross. «Morgen schlafe ich aus.»
Einfach mal nichts tun, im Bett liegen bleiben: Ein Vergnügen, das sich Holdener nur selten gönnt. Ihr Trainingsplan ist eng getaktet. Auch im Sommer – wenn keine Rennen und keine Skitage anstehen – trainiert sie in der Woche rund 25 Stunden. Neben dem Konditions- und Koordinationstraining schenkt sie vor allem den Kraftübungen für Beine und Rumpf viel Aufmerksamkeit; mindestens vier bis fünf Stunden pro Woche.

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Belastung bis zum dreifachen Körpergewicht

Denn: Auf der Rennstrecke wirken wahnsinnige Kräfte auf ihren Körper. Durchschnittlich eineinhalb Mal ihr eigenes Gewicht trägt Holdener während einer Fahrt mit sich. Bei manchen Manövern muss der Körper von Holdener sogar mit Belastungen von bis zum dreifachen Körpergewicht umgehen. «Bei gewissen Schwüngen, Kompressionen oder auch beim Abbremsen im Ziel spüre ich, was der Körper aushalten muss.» Dabei werde ihr auch immer wieder bewusst, warum sie so viel Zeit im Kraftraum verbringe.

Den inneren Schweinehund überwinden

Wendy Holdener will weiterhin an der Spitze mitfahren. Dass sie das nur bei bester körperlicher Fitness kann, ist ihr voll und ganz bewusst. «Auch ich habe manchmal keine Lust auf das Krafttraining. Ich kann mich aber zum Glück immer irgendwie motivieren. Es ist einfach zu wichtig, als dass ich es weglassen könnte.» Denn nur wenn Beine und Rumpf genug Kraft haben, kann der Körper die Belastungen auf der Rennstrecke aushalten; ohne dass er zu sehr ermüdet und dadurch Verletzungen provoziert werden. «Beinübungen mache ich viel lieber als das Rumpftraining. Dieses stinkt mir manchmal gewaltig.» Hilfreich ist für Holdener, dass sie nicht alleine trainieren muss. Ihr Trainer betreut sie dabei. «Da gibt es kein Entrinnen für mich.»

Tipps von Wendy Holdener

  1. Wärmen Sie sich vor dem Skifahren gut auf.
  2. Trainieren Sie Ihre Rumpf- und Beinmuskeln, starten Sie ohne oder nur mit leichtem Gewicht.
  3. Machen Sie beim Skifahren Pausen, wenn der Körper müde wird.

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Im Slalom siegen

Das war auch im Sommer 2019 nicht anders, obwohl ein Winter ohne Grossanlass ansteht. «Es entspricht nicht meinem Naturell, weniger zu trainieren.» Denn Holdener will auch in diesem Winter wieder voll angreifen. «Ich will mindestens einen Slalomsieg und einen Podestplatz im Riesenslalom», sagt die Olympiasiegerin von 2018. «Ebenso wichtig ist es mir aber auch, dass ich mein Können auf den Skiern verbessern und das dann auch im Rennen zeigen kann.»

Kräfte sparen

Zermatt im Oktober, Fitnessraum Hotel Jägerhof, 1608 m. ü. M.: Wendy Holdener hat sich zum Zmittag eine Pizza gegönnt. «Am letzten Schneetrainingstag liegt das drin. Ich muss ja heute nur noch heimreisen.» Zuerst stehen noch die Kraftübungen fürs Fotoshooting an. Nur halbherzig macht sie die Übungen trotzdem nicht und Effizienz ist ihr auch beim Shooten wichtig. «Trödelei macht mich wahnsinnig. Ich versuche jede Minute zu nutzen.» So legt sie den Weg vom Hotel zum Auto dann auch nicht mit den Füssen, sondern dem E-Trottinett zurück – schnell und kräftesparend.