Trailrunning: gut für den Kopf

Julie Seydoux,

Trailrunning ist eine ideale Sportart, denn sie wirkt sich positiv auf das psychische und physische Wohlbefinden aus. Allerdings führt der Sport zu rund 6900 Unfällen.

Das Trailrunning hat sich zu einem wahren Trendsport entwickelt und erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Der Wunsch, mehr Zeit in der Natur zu verbringen, ist gross – vor allem aufgrund der Corona-Pandemie. Beim Trailrunning geht es darum, in der Natur an der frischen Luft zu laufen: fernab von asphaltierten Strassen, aber nicht unbedingt in den Bergen. Häufig müssen dabei auch einige Höhenmeter bewältigt werden. Gelaufen wird auf wechselndem Gelände: schmale Wege, Steine, Schlamm, Gras und Schnee. Das erfordert eine hohe Konzentration. Das Trailrunning fasziniert, denn es bietet Vielfalt, ein Gefühl der Freiheit und einen meditativen Lauf durch die Natur.

Trailrunning – so geht’s 

Für Trailrunner kommt es nicht so sehr auf Geschwindigkeit und Zeit an, sondern vor allem darum, sich in der freien Natur zu bewegen. Anfänger sollten langsam beginnen: mit kurzen Strecken und einem lockeren Rhythmus. Sofern keine gesundheitlichen Probleme vorliegen, kann jeder sich am Trailrunning versuchen. Die Intensität kann dann mit der Zeit gesteigert werden. Einfache Waldwege eignen sich für den Anfang sehr gut und bieten schon eine gute Vielfalt an Laufmöglichkeiten. Nach Lust und Laune zu laufen, auch darum geht es bei dieser Aktivität.

Achtung: häufige Verletzungen

Rund 40 Prozent der Unfälle im Zusammenhang mit dem Trailrunning sind Verrenkungen, Verstauchungen, Zerrungen sowie Muskel- und Sehnenverletzungen von Knöchel und Fuss. Mehr als drei Viertel dieser Unfälle sind Folgen von Ausrutschen, Stolpern oder Stürzen. Eine gute körperliche Verfassung und höchste Konzentration während der Aktivität verringern das Verletzungsrisiko. Auch ein allzu intensives Training sollte vermieden werden und eine gute Selbsteinschätzung ist wichtig. Mehr als die Hälfte der Verunfallten (ca. 3600 Unfälle) ist zwischen 30 und 50 Jahre alt. Sie stehen voll im Berufsleben und verursachen somit bei den Unternehmen Absenzen und nicht unwesentliche Kosten. Ein Trailrunning-Unfall kostet die Unfallversicherung im Durchschnitt 3400 Franken. Daher sollte man einige Ratschläge beachten, um sicher im Gelände unterwegs zu sein.

Tipps 

Richtige Ausrüstung

  • Gutes Schuhwerk für die anspruchsvollen Untergrundbedingungen
  • Atmungsaktive, bequeme Funktionskleidung, die schnell trocknet und die Körpertemperatur reguliert
  • Bei langen Strecken ein Rucksack oder eine Laufweste mit Getränken und Snacks
  • Leichte, zusammenklapp- und im Rucksack verstaubare Stöcke
  • Weiteres Material wie UV-Schutz, Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke für den Notfall
  • Ein Handy, um im Notfall den Rettungsdienst anzurufen oder um sich, zusätzlich zur GPS-Uhr, zu orientieren.

Richtige Technik 

  • Richten Sie den Blick immer nach vorne gen Boden, um die nächsten Meter im Blick zu haben und Hindernisse rechtzeitig zu sehen. 
  • Machen Sie bergan kleine Schritte, halten Sie den Körper gerade oder leicht nach vorne gebeugt und unterstützen Sie Ihren Bewegungsablauf aktiv mit den Armen. Nutzen Sie bergab Ihre Arme, um das Gleichgewicht zu halten. 
  • Laufen Sie über kleine Hindernisse, anstatt über sie zu springen. Bei Sprüngen liegt der Schwerpunkt des Körpers nämlich höher, als wenn nur die Füsse angehoben werden.  

Verletzungen vermeiden

  • Übungen zur Stärkung der Fussmuskulatur 
  • Training der Rumpfmuskulatur 
  • Verwendung von angemessener Ausrüstung 
  • Kurze Schritte, um den Bewegungsablauf zu kontrollieren, ein Ausrutschen zu vermeiden und die Kraftübertragung zu optimieren
  • Den Rhythmus anpassen: langsam starten und die eigenen Kräfte dann gleichmässig aufteilen 
  • Die eigenen Grenzen kennen und seine Fähigkeiten nicht überschätzen
  • Sich sicher orientieren: GPS, Smartphone  

Weitere Informationen zu Sonnenschutz finden Sie auf unserern Themenseiten:

Sonne, Hitze, UV-Strahlen und Ozon