Gleitschirmunfall mit schweren Folgen

Regula Müller,

Vor drei Jahren stürzte Simon Halter beim Gleitschirmfliegen 70 Meter in die Tiefe. Sein Überleben sei Glück und Pech zugleich.

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«In meinem ersten Leben war ich Handwerker, redete wenig und lebte für den Sport: Gleitschirmfliegen und Berglaufen. Ich wohnte auf dem Land in Obwalden. Dann passierte der Unfall. Ich übersah beim Gleitschirmfliegen ein dünnes Heuseil und stürzte 70 Meter fast ungebremst in ein Bachtobel. Diverse Brüche und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma waren die Folgen. Nach der Reha, die rund eineinhalb Jahre dauerte, begann zögerlich mein zweites Leben. Nun wohne ich in der Stadt Zürich, arbeite in einem Büro, meine Freizeitbeschäftigung ist das Schreiben. Nur meine Arbeitgeberin ist immer noch die gleiche.

Alles neu lernen

Die ISS, bei der ich zuvor als Kanalreiniger gearbeitet habe, gibt mir eine neue Chance. Mein Vorgesetzter, Alex Egloff, schafft für mich die Möglichkeit, herauszufinden, in welchem Beruf ich künftig arbeiten kann und möchte. Für viele ist mein jetziges Leben ein riesiges Glück, weil ich überlebt habe. Für mich ist es oft ein Spiessrutenlauf. Kleinste Details, die früher selbstverständlich waren, muss ich neu lernen. So wusste ich nicht mehr, dass das Drücken vom Stopp-Knopf im Bus signalisiert, dass ich aussteigen will. Zu schaffen machen mir auch die anhaltenden Kopfschmerzen und die lähmende Müdigkeit, die mich nach kurzen Tätigkeiten überkommt. Der Anteil an schlechten Tagen überwiegt auch nach fast zweieinhalb Jahren immer noch.»

Simon Halter (32)

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Das sagt der Arbeitgeber

«Simon Halter ist noch sehr jung. Ich wünsche ihm, dass er einen Beruf findet, der ihn zufrieden macht und ihn unabhängig von der IV oder der Suva leben lässt. Unsere Firma ist gross genug, sodass wir mit Sicherheit eine geeignete Stelle für ihn finden.»
Alex Egloff, Bereichsleiter Personalservice, ISS

So unterstützen Sie verunfallte Mitarbeitende

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