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Bedrohung am Arbeitsplatz: Gewaltprävention ist Chefsache

Arbeiten Sie in einem öffentlichen Bereich? Dann können Sie und Ihre Mitarbeitenden zum Ziel werden für aggressives Verhalten. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie aggressives Verhalten frühzeitig erkennen und darauf richtig reagieren.

Inhalt

Kurz und bündig

Wer für die Allgemeinheit arbeitet, kann Opfer von Übergriffen und Gewalt werden.

  • Anschreien, Drohen, Tätlichkeiten: Wie reagieren wir darauf?
  • Für Berufe in der Öffentlichkeit ist Gewaltprävention unverzichtbar.
  • Mitarbeitende müssen im Ernstfall richtig handeln können. Wer mögliche Gefahren kennt, kann besser darauf reagieren.

Instruieren Sie Ihre Mitarbeitenden über Gewaltprävention.

Bedrohung am Arbeitsplatz

Wurden Ihre Mitarbeitenden schon zur Zielscheibe von Aggressivität? Wurden sie von Kunden bedroht, angeschrieen oder gar körperlich angegriffen? Als Vorgesetzte oder Vorgesetzer sorgen Sie dafür, dass solche Gefahren erkannt und ernst genommen werden. Befähigen Sie Ihre Mitarbeitenden, richtig auf Übergriffe zu reagieren.

Gewaltprävention ist Chefsache

Vorgesetzte tragen auch die Verantwortung für den Umgang mit Aggressionen am Arbeitsplatz. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeitenden dabei, Bedrohung in allen Formen frühzeitig zu erkennen. Überprüfen Sie regelmässig, ob die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet ist, und, falls nötig, ergreifen Sie Massnahmen zur Verbesserung.  

Ängste ernst nehmen

Sei es am Telefon, am Schalter oder im öffentlichen Bereich: Mitarbeitende werden manchmal beschimpft oder bedroht. Oder sie werden gar tätlich angegriffen. Solche kritischen Situationen lösen bei den Betroffenen Stress und Angstzustände aus. Es fällt ihnen schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Teams diesen Gefahren nicht schutzlos ausgeliefert sind. Mit den geeigneten Massnahmen schirmen Sie sie vor psychischer und physischer Gewalt am Arbeitsplatz ab. Dabei ist es wichtig, die Ängste und Bedenken der Mitarbeitenden ernst zu nehmen. Instruieren Sie sie regelmässig über mögliche Bedrohungen, die am Arbeitsplatz auftreten können. Gehen Sie den Erfahrungen betroffener Personen bei Bedrohungen auf den Grund. Dabei sollten die Instruktion und das verwendete Aufklärungsmaterial auf die Verhältnisse und Gefahrenlage im Arbeitsumfeld abgestimmt sein. 

Je umfassender Sie Ihre Mitarbeitenden über Gewaltprävention instruieren, desto grösser ist die Chance, dass sie sich im Ernstfall richtig verhalten.

Gewaltprävention schrittweise aufbauen

Wir empfehlen Ihnen, sich dem heiklen Thema in Etappen zu nähern und so oft wie möglich Ihre Mitarbeitenden einzubeziehen.

Schritt 1: Risiken sorgfältig analysieren

In welchen Arbeitssituationen kann es zu einer Bedrohung am Arbeitsplatz kommen? Die Suva und die Schweizerische Kriminalprävention

 bieten nützliche Informationen an. Nach dieser Bestandesaufnahme legen Sie Ihre Prioritäten zur Gewaltprävention fest.

Schritt 2: Präventionsmassnahmen umsetzen

Technische Schutzmassnahmen senken das Bedrohungsrisiko. Eingangsschleusen, gesicherte Schalter, Umzäunungen, Fluchtmöglichkeiten, Rückzugsräume, Aufsicht durch Dritte, Alarmanlagen oder spezielle Beleuchtungsmassnahmen haben sich bewährt. 

Auch die Organisation spielt eine wichtige Rolle bei der Sicherheit. Überprüfen Sie regelmässig, ob das Alarmierungssystem, der Notfallplan und die Rettungskette funktionieren. 

Schritt 3: Notfallmassnahmen bekannt machen, planen und schulen

Massnahmen für den Notfall haben folgende Ziele:

  • Sie sollen innert kurzer Zeit alle Personen in Sicherheit bringen.
  • Die Polizei ist zu alarmieren.
  • Den betroffenen Mitarbeitenden ist zu helfen.
  • Wenn möglich sind die Täter zu identifizieren.

Die besten Vorkehrungen helfen nur dann, wenn alle Mitarbeitenden sie kennen und wissen, was im Ernstfall zu tun ist. Deshalb sollten Notfallmassnahmen und Übungen zum festen Bestandteil Ihrer Schulung werden. 

Schritt 4: Opfer unterstützen

Unmittelbar nach einer Bedrohung oder Attacke ist die Unterstützung der Opfer durch den Arbeitgeber von grösster Wichtigkeit. Nehmen Sie sich als Vorgesetzter oder Vorgesetzte genügend Zeit, besprechen Sie die Ereignisse mit dem betroffenen Mitarbeitenden. Wenn möglich, überlegen Sie gemeinsam, welche Schlüsse aus dem Vorfall gezogen werden können. Sie helfen dem Opfer so, das Erlebte zu verarbeiten.  

Bitte vergessen Sie nicht, zu einem späteren Zeitpunkt nachzufragen, wie es dem Mitarbeitenden geht und welche Erfahrungen er oder sie seit dem Ereignis gemacht hat. Bieten Sie, falls nötig, zusätzliche Unterstützung und Beratung von aussen an, zum Beispiel spezielle Beratungsstellen, Care Teams etc.

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