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Unfälle im Sportunterricht durch Fairplay und Aufwärmübungen vermeiden

Regelmässiger Sportunterricht ist für Lernende in der Ausbildung wichtig. Leider kommt es dabei häufig zu Unfällen. Verschiedene präventive Massnahmen helfen, das Unfallrisiko zu reduzieren.

Inhalt

Kurz und bündig

Als Sportlehrerin und Sportlehrer bringen Sie Bewegung in den Alltag der Lernenden. Bitte beachten Sie diese wichtigen Fakten:

  • Mit regelmässigem Aufwärmen, dem richtigen Sportschuh sowie dem Umsetzen von Fairplay helfen Sie aktiv mit, Unfälle zu vermeiden.
  • Mit dem Sportunterricht fördern Sie die Fitness und Ausgeglichenheit der Lernenden während der Berufslehre.
  • Fitness bietet Schutz vor Verletzungen und bildet die Basis für eine gute Technik in den einzelnen Sportarten.

Richtig umgesetzt, ist der Sportunterricht für Lernende und Sie als Lehrperson eine Win-Win-Situation. Integrieren Sie deshalb unsere wichtigen Tools und reduzieren Sie dabei Verletzungsgefahren und Unfälle.

Tools und Tipps für den Sportunterricht

Sport und Bewegung sind gerade während der Berufslehre wichtig. Fit und ausgeglichen sind die Lernenden den Herausforderungen ihrer Ausbildungszeit besser gewachsen. Zusätzlich entwickeln sie im Sportunterricht wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen, die sie im Berufsalltag weiterbringen. Allerdings geschieht jeder sechste Unfall in der Ausbildung von Lernenden während dem Sportunterricht. Das kann jedoch mit einfachen Massnahmen verhindert werden.

Auf dieser Seite wurden Tipps für Sportlehrerinnen und Sportlehrer zusammengestellt, die dabei helfen, das Unfallrisiko im Sportunterricht zu reduzieren. In Zusammenarbeit mit Sportlehrpersonen hat die Suva diese praxisorientierten Tools entwickelt – für weniger Unfälle und gesunde, fitte Lernende. 

Kennen Sie das auch? Die Sportstunde beginnt und die Lernenden möchten am liebsten sofort mit dem Spielen anfangen. Das Aufwärmen wird da oft als lästige Pflicht wahrgenommen, an der höchstens halbherzig teilgenommen wird. Aber Ihnen als Sportlehrperson ist natürlich klar, wie wichtig kontrollierte Aufwärmübungen für den Körper sind. Ein mobilisierendes Warm-up bereitet die Lernenden nicht nur physisch, sondern auch psychisch für die bevorstehende körperliche Aktivität vor. Um Sportunfälle zu vermeiden, ist es besonders bei kälteren Aussentemperaturen und einer intensiven Belastung wichtig, sich richtig aufzuwärmen.

Hier deshalb ein paar Tipps zum Aufwärmen im Sportunterricht:
  • Passen Sie das Warm-up den vorgesehenen Aktivitäten im Unterricht an: je intensiver die darauf folgende Belastung, desto länger das Warm-up.
  • Passen Sie das Warm-up auch der Tageszeit an: je früher am Morgen, desto länger.
  • Klare Instruktionen reduzieren das Verletzungsrisiko beim Warm-up selbst.
  • Gestalten Sie das Warm-up idealerweise mit mobilisierenden Übungen (siehe Video).

Dieses Video zeigt Ihnen geeignete Aufwärmübungen:

Eine Sportlerin führt eine Aufwärmübung aus, bei welcher ihr rechtes Bein gebeugt und der linke Fuss hinten abgestellt ist. Ihr rechter Arm ist nach oben ausgestreckt und ihr Blick folgt der rechten Hand.
Das bedeutet Fairplay auf dem Spielfeld

Zur Reduktion von Verletzungen im Sportunterricht spielt Fairplay eine wichtige Rolle.

Zwei Hände halten sich und formen dabei ein Herz. Daneben steht folgender Text: Ich handle vorbildlich: Auf und neben dem Platz begegne ich allen mit Respekt und Anstand. Bei Sieg und Niederlage bewahre ich Haltung.

Ich handle vorbildlich.

Auf und neben dem Platz begegne ich allen mit Respekt und Anstand. Bei Sieg und Niederlage bewahre ich Haltung.

Eine Hand hält eine Karte mit einem Häkchen in die Höhe. Daneben steht folgender Text: Ich akzeptiere Entscheide: Ich akzeptiere alle Entscheide des Schiedsrichters und des Trainers –auch wenn ich anderer Meinung bin.

Ich akzeptiere Entscheide.

Ich akzeptiere alle Entscheide des Schiedsrichters und des Trainers – auch wenn ich anderer Meinung bin.

Zwei Hände umrahmen einen Fussball. Daneben steht folgender Text: Ich spiele verantwortungsvoll: Ich spiele verantwortungsvoll und fühle mich für die körperliche und seelische Unversehrtheit meiner Gegenspieler verantwortlich.

Ich spiele verantwortungsvoll.

Ich spiele verantwortungsvoll und fühle mich für die körperliche und seelische Unversehrtheit meiner Gegenspieler verantwortlich.

Eine Person sitzt in Meditationshaltung im Lotussitz. Daneben steht folgender Text: Ich bleibe cool: Ich bewahre auch in hitzigen und spielentscheidenden Situationen einen kühlen Kopf. Bei Konflikten wirke ich beruhigend ein.

Ich bleibe cool.

Ich bewahre auch in hitzigen und spielentscheidenden Situationen einen kühlen Kopf. Bei Konflikten wirke ich beruhigend ein.

Über dem Kopf einer Person schweben eine Sprechblase mit einem Smiley und eine Gedankenblase mit einem Daumen-hoch Zeichen. Daneben steht folgender Text: Ich denke und handle positiv: Ich zeige im Spiel und im Training eine positive Einstellung und Körpersprache.

Ich denke und handle positiv.

Ich zeige im Spiel und im Training eine positive Einstellung und Körpersprache.

Wertvolle weitere Informationen zum Thema Fairplay finden Sie zum Beispiel auf der Webseite «Cool and clean»

  von Swiss Olympic, sowie bei unserer Fussballkampagne.

Fairplay-Check

Der «Fairplay-Check» unterstützt Sie als Sportlehrerin oder Sportlehrer dabei, Fairplay im Unterricht zu thematisieren. Es handelt sich um ein Formular, welches Sie hier herunterladen und ausdrucken können. Lehrpersonen wie Lernende halten darin Situationen fest, die sie während einer Sportlektion beobachten und durch Ankreuzen der entsprechenden Spalten bewerten: Wird beispielsweise zu passiv oder zu aggressiv agiert? Sie erlauben den Lernenden damit, eine Aussenperspektive einzunehmen und verpflichten sie gleichzeitig dazu, dem Fairplay mehr Beachtung zu schenken.

Und so funktionierts: 
  • Ankreuzen Mitte-links (gelb) bis links (rot – P) = zu passiv. Die Lernenden machen nicht richtig mit.
  • Ankreuzen in Mitte (grün – F): Fairplay perfekt. Die Lernenden verhalten sich motiviert und respektvoll.
  • Ankreuzen Mitte-rechts (gelb) bis rechts (rot - A) = zu aggressiv. Die Lernenden nehmen keine Rücksicht aufeinander.
Einsetzen des «Fairplay-Check»:
  • Besprechen Sie das Thema Fairplay mit der Klasse.
  • Erklären Sie den «Fairplay-Check».
  • Fordern Sie die Lernenden auf, selber mindestens drei Situationen mit dem Tool zu bewerten. So sehen Sie, wie die Lernenden unterschiedliche Situationen wahrnehmen.
  • Besprechen Sie die Resultate an beispielhaften Situationen und teilen Sie der Klasse mit, welche Verhaltensänderung Sie erwarten.
  • Wenn bei gewissen Schülern das Verhalten besonders auffällig ist, besprechen Sie dies in einem bilateralen Gespräch.
  • Setzen Sie den «Fairplay-Check» zu einem späteren Zeitpunkt wieder ein.
  • Vergleichen Sie mit der Klasse die Resultate und thematisieren Sie die Veränderungen.

Jede Tätigkeit erfordert den passenden Schuh. Sei es für die Arbeit oder in der Freizeit. Dies gilt natürlich auch für den Sportunterricht. Sprechen Sie Ihre Klasse darauf an und sensibilisieren Sie die Lernenden für das Thema. Die Klasse würde Ihnen bestimmt widersprechen bei der Frage, ob ein Marathonläufer seine Rennen in Flip-Flops antritt.

Beim Sportunterricht in der Halle kommt es besonders bei Spielen häufig zu schnellen Richtungswechseln. Das andauernde «Stop-and-go» beansprucht den Fuss enorm. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Lernenden nicht ihre Lieblings-Lifestyle-Schuhe als Indoor-Turnschuhe zweckentfremden. Mit ungeeignetem Schuhwerk rutschen die Lernenden aus, ihre Fussgelenke knicken um und sie strapazieren wegen der mangelhaften Dämpfung ihr Skelett.

Erklären Sie Ihrer Sportklasse, welche Kriterien ein passender Indoor-Turnschuh erfüllen muss:

  • rutschfestes Schuhprofil
  • optimale Dämpfung
  • gutes, festes Obermaterial
  • gute Stabilität
  • geschnürt

Vermitteln Sie Ihrer Klasse auch, dass die Qualität eines Indoor-Turnschuhs sich bereits bei der Anprobe zeigt. In einem Fachgeschäft gibt es zudem eine kompetente Beratung dazu.

Ein guter Allround-Turnschuh kostet etwa 150 Franken. Falls der Schuh nur im Sportunterricht getragen wird, hält er über die ganze Lehrzeit. Somit kostet der Schuh zum Beispiel während einer dreijährigen Lehrzeit pro Jahr nur 50 Franken und ist damit eine gute Investition für die Gesundheit.

Mit unserem Kleinplakat «Keine gute Idee: Lifestyle-Schuhe beim Hallensport» können Sie zusätzlich  auf diese Thematik aufmerksam machen.

Plakat jetzt bestellen

Standortbestimmung

Eine gute Fitness schützt vor Verletzungen und bildet die Basis für eine gute Technik in den einzelnen Sportarten. Aus diesem Grund ist es wichtig, an der eigenen Fitness zu arbeiten. Um die Fortschritte der Lernenden im Sportunterricht festzuhalten, ist eine Standortbestimmung zu Beginn der Lehre sinnvoll.

Falls Sie bisher noch keine Standortbestimmung in Ihren Unterricht eingebaut haben, empfehlen wir Ihnen dafür den Fitnesstest der Suva.

Dieser Fitnesstest besteht aus 5 Testübungen und dauert etwa zehn Minuten. Ausserdem können die Lernenden den Test auf ihren Smartphones durchführen. Geben Sie ihnen dazu den Link zur Eingabe im Webbrowser weiter:

Fitnesstest: www.suva.ch/fitnesstest

Nach Abschluss des Tests erhalten die Lernenden eine persönliche Auswertung mit Vorschlägen für Übungen. Diese sollen ihnen helfen, ihre Fitness gezielt zu verbessern. Einzelne dieser Übungen können auch bestens im Sportunterricht integriert werden. Motivieren Sie die Lernenden aber, die für sie empfohlenen Übungen auch in der Freizeit zu machen. Führen Sie den Fitnesstest nach 2 bis 3 und nach 3 bis 5 Monaten erneut durch, um den Trainingseffekt der Übungen zu überprüfen.

Fit-Programm

Ein weiteres Angebot der Suva, um die Fitness der Lernenden zu verbessern, ist das Fit-Programm. Auch dieses können Sie bestens in den Sportunterricht integrieren. Den Link zum Fit-Programm finden Sie ganz unten auf dieser Seite unter «Downloads».

Saisonale Tests

Je nach Saison können weitere Tools der Suva in den Sportunterricht einbezogen werden. Im Winter beispielsweise lässt sich mit der App «Slope Track» messen, welchen Belastungen der Körper während des Schneesports ausgesetzt ist. Im Sommer können die Lernenden mit dem Fussballtest das eigene Verletzungsrisiko auf dem Platz ausloten. Links zu beiden Angeboten finden Sie ganz unten auf dieser Seite unter «Weiteres Material».

Weitere Informationen zur Gesundheitsförderung an Berufsschulen finden Sie zum Beispiel bei der Sport Academy Zürich, die ein ausführliches Konzept dazu erstellt hat. Die Inhalte reichen vom «Nutzen von Ausdauertraining» über «Rauchen» bis hin zu «Lehrzeit = Stresszeit?».

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