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Asbestfreier oder asbesthaltiger Putz? So gehen Sie richtig vor

Vor allem in den Sechziger- und Siebzigerjahren galt Asbest als Wunderfaser und wurde in zig Materialien beigemischt. So auch vielen Verputzen. Das Problem: Sie können unmöglich erkennen, ob der Putz im Altbau asbesthaltig ist oder nicht. Wir erklären Ihnen, wie Sie am besten vorgehen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Inhalt

Kurz und bündig

Das Verbot hat wohl den künftigen Einsatz von Asbestprodukten unterbunden, doch die Altlasten beschäftigen nach wie vor viele Handwerksbetriebe. Eine dieser Altlasten heisst asbesthaltiger Putz. 

Damit Sie weder Ihre noch die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden bei Renovationen gefährden, gehen Sie wie folgt vor:

  • Wenn der Putz vor 1990 aufgebracht worden ist, kann er Asbest enthalten.
  • Vor Ort lässt sich nicht sagen, ob es sich um asbesthaltigen Verputz handelt oder nicht, weshalb eine Abklärung notwendig ist.
  • Belasteten Putz nie selber abspitzen oder schleifen. Das würde grosse Mengen an Asbestfasern freisetzen. Die Entfernung von asbesthaltigem Putz ist ausschliesslich Sache von anerkannten Asbestsanierern.

Welches Vorgehen das richtige ist, erklären wir Ihnen anhand eines Drei-Schritte-Schemas.

Asbest ja oder nein? Nur die Laboranalyse bringt Klarheit

Wenn Sie einen Renovationsauftrag annehmen, klären Sie folgenden Punkt: Wurde der Verputz vor dem Asbestverbot von 1990 aufgebracht? Falls ja, schicken Sie eine Probe zur Laboranalyse. Bei grösseren Projekten empfehlen wir Ihnen, einen Spezialisten beizuziehen. Auf der Liste Bauschadstoff-Diagnostiker

 des Forums Asbest Schweiz (FACH) finden Sie geeignete Fachleute in Ihrer Nähe.

Mit diesen drei Schritten machen Sie keine Fehltritte

Verputze in Altbauten sind ein Risiko, weil Sie von aussen nicht erkennen können, ob der Putz mit Asbest versetzt wurde. Mit folgenden drei Schritten sorgen Sie dafür, dass weder Sie noch Ihre Mitarbeitenden einer Faserbelastung ausgesetzt werden.

Da Sie nicht wissen, ob Asbest im Putz ist, lassen Sie bei der Entnahme der Probe Vorsicht walten. Denn auch bei kleinen Eingriffen können Asbestfasern freigesetzt werden.

So machen Sie es richtig:

  • Vermeiden Sie jegliche Staubentwicklung.
  • Befeuchten Sie vorgängig die Stelle für die Entnahme der Probe.
  • Tragen Sie eine Feinstaubmaske FFP3.
  • Lösen Sie ein Putzstück mit einer Kantenlänge von 3 x 3 cm vom Untergrund. Achten Sie darauf, dass Sie alle Schichten erfasst haben.
  • Verpacken Sie die Probe staubdicht, beispielsweise in einem verschliessbaren Kunststoffbeutel.
  • Nehmen Sie allfällige Staubablagerungen feucht auf.
  • Dichten Sie die offene Stelle der Probeentnahme ab – z.B. mit Klebstoff.

Hinweise zur Probenahme als PDF

Kontrollieren Sie, dass die Probe absolut dicht verpackt ist, sodass keine Fasern austreten können. Die Namen von Unternehmen, die solche Analysen durchführen, finden Sie auf dieser Adressliste

.

  • Rechnen Sie mit zwei Arbeitstagen, bis das Resultat bei Ihnen eintrifft. 
  • Die Kosten pro Probe betragen zwischen 60 und 100 Franken.

Sobald Sie den Verputz bearbeiten, werden erhebliche Mengen Asbestfasern freigesetzt. Das gilt selbst dann, wenn er nur einen geringen Asbestgehalt aufweist. Deshalb sollten Sie sich stets an folgenden Grundsatz halten: Die Entfernung von asbesthaltigem Putz ist ausschliesslich Sache von spezialisierten Unternehmen. Beauftragen Sie für die Asbestsanierung nur eine Firma, die von der Suva anerkannt ist. Diese Adressliste hilft Ihnen, ein passendes Asbestsanierungsunternehmen zu finden.

Ein Asbestsanierer in einem Ganzkörperschutzanzug und mit einem Atemschutzgerät spitzt den asbesthaltigen Putz mithilfe eines Elektroschabers vom Untergrund.

Putz spitzen: Ein Asbestsanierer entfernt Verputz mit einem Elektroschaber. Da die Faserbelastung extrem hoch ist, arbeitet der Spezialist in einem Ganzkörperschutzanzug und mit einem Atemschutzgerät. 

Ein Asbestsanierer in einem Schutzanzug und mit einem Atemschutzgerät schleift asbesthaltigen Putz ab.

Putz schleifen: Auch beim Abschleifen asbesthaltiger Verputze erreicht die Faserbelastung eine extrem hohe Gefährdung. 

Welche Arbeiten können Sie selber durchführen?

Es gibt durchaus Arbeiten, für die keine Spezialfirma aufgeboten werden muss. Bei asbesthaltigem Putz, muss immer mit einer Freisetzung von Asbestfasern gerechnet werden, wenn dieser angebohrt wird. Unter Einhaltung der Schutzmassnahmen in unserem Factsheet, können instruierte Bauhandwerker einzelne Löcher bohren.

Mit einer Bohrmaschine wird ein Loch in den Putz gebohrt.

Das Bohren einzelner Löcher in asbesthaltigen Putz ist unter Einhaltung der Schutzmassnahmen möglich.

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