Sonne, Hitze, UV-Strahlen und Ozon

  • Rund 1000 Hautkrebs-Erkrankungen pro Jahr wegen ultravioletter Strahlung bei der Arbeit.
  • Wer im Freien arbeitet, ist bis zu doppelt so viel UV-Strahlung ausgesetzt wie während der Freizeit und in den Ferien zusammen.
  • Der beste Schutz vor UV im Hochsommer ist eine Kopfbedeckung mit Stirnblende und Nackenschutz sowie entsprechende Kleider.

So toll sonnige Tage auch sind, die starke Sonneneinstrahlung kann Ihrer Gesundheit schaden. Besonders die UV-Strahlung, die von der Sonne ausgeht, ist für unsere Haut und Augen sehr schädlich. Jedes Jahr erkranken rund 1000 Personen bei Arbeiten im Freien an hellem Hautkrebs. Wenn auch Sie regelmässig draussen arbeiten, müssen Sie sich unbedingt vor den UV-Strahlen schützen. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen dafür den nötigen UV-Schutz zur Verfügung stellen. Sie wiederum sind verpflichtet, den UV-Schutz anzuwenden.

Anfangs Sommer (ab 21. Juni) ist die UV-Strahlung am höchsten. Bereits im Frühling werden die UV-Strahlen so intensiv, dass ein wirksamer Hautschutz unverzichtbar ist, auch bei leichter Bewölkung und moderaten Temperaturen.

Fakten
  • Zwei Drittel der schädlichen UV-Strahlung treffen zwischen 11 und 15 Uhr auf die Erdoberfläche.
  • In den Bergen ist die UV-Strahlung stärker als im Flachland.
  • Bei reflektierenden (Glas, Wasser, Schnee, Sand) oder hellen Flächen (Dächer) kann sich die UV-Strahlung fast verdoppeln.

Im Artikel Fragen und Antworten zum Thema Sonne und Hautkrebs  finden Sie weitere detaillierte Informationen zum Thema.

Während der grossen Hitze im Hochsommer ist der Körper besonders stark belastet. Noch intensiver wird es bei hoher Luftfeuchtigkeit. Personen, die schwere körperliche Arbeit leisten, leiden unter diesen Strapazen. Deshalb sollten Sie als Arbeitgeber aufgrund der Hitzewarnungen von Meteo Schweiz für Ihre Mitarbeitenden nachfolgenden Massnahmen treffen.

Bei grosser Hitzebelastung (ab Gefahrenstufe 3 gemäss Meteo Schweiz):
  • Verlegen Sie die Arbeiten, wenn möglich, in die frühen Morgenstunden und den Vormittag.
  • Trinken Sie viel und häufig: mindestens ½ Liter pro Stunde (natriumhaltiges Mineralwasser, Säfte, Tee, Suppen). Wer ungenügend oder keine Flüssigkeit zu sich nimmt, riskiert sein Leben!
  • Arbeiten Sie nicht alleine, damit die Arbeitskollegen Anzeichen eines Hitzeproblems erkennen und darauf reagieren können.
  • Suchen Sie regelmässig den Schatten auf.
  • Tipp: Tragen Sie eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz. Machen Sie diesen nass. Das kühlt den Nacken.
Erste Hilfe

Wenn eine arbeitende Person sich durch die Hitze beeinträchtigt fühlt:

  • Flüssigkeit geben, der Person erlauben, sich vorübergehend im Kühlen hinzulegen und, falls nötig, sie begleitet nach Hause lassen
  • Zu einem Arztbesuch raten

Im Falle von Erschöpfung oder Ohnmacht:

  • die Person an den Schatten bringen, bei Schwindel hinlegen, bei Übelkeit auf die Seite legen
  • Wasser geben (alle 15 Minuten in kleinen Mengen), falls die Person bei Bewusstsein und klar ist
  • Bei Ohnmacht sofort erste Hilfe anfordern (Tel. 112 oder 144); die Körpertemperatur kontrollieren
  • die Person bis zum Eintreffen der Ambulanz im Schatten in eine sichere Körperlage bringen und abkühlen: Feuchte, kühle Kompressen auf Stirne, Nacken, Arme und Beine legen; Luft zuführen (Fächer)

Hilfsmittel für das Beurteilen von «Arbeit bei Hitze im Freien» und das Beurteilen von Hitzebelastungen sowie geeignete Massnahmen finden Sie beim SECO unter:

Bei intensiver Sonneneinstrahlung bildet sich Ozon, vorwiegend im Frühsommer und im Sommer. Die Tageshöchstwerte werden in den späten Nachmittagsstunden erreicht (ca. 16 bis 18 Uhr). Hohe Ozonbelastungen können zu Augenbrennen, Reizgefühl im Hals und Rachen, Atemnot und Kopfschmerzen führen. Deshalb verlegen Sie schwere körperliche Arbeiten im Freien bei hoher Ozonbelastung am besten in die Vormittagsstunden.


Handeln

Profis schützen sich

Richten Sie die Arbeitszeiten so ein, dass Sie die stärkste UV-Belastung vermeiden können. Beschatten Sie den Arbeitsplatz. Ist dies nicht möglich, braucht es geeignete persönliche Schutzausrüstungen und Sonnencreme.

Die Infografik  ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlich.

Präventionsmodul «Sonne: Schütze Dich vor UV-Strahlen!»

Wir haben zum Thema Sonne und UV-Schutz ein nützliches Präventionsmodul entwickelt. Das kostenlose Präventionsmodul «Sonne: Schütze Dich vor UV-Strahlen!» vermittelt anschaulich, mit welchen Massnahmen man sich am besten vor schädlichen UV-Strahlen schützen kann. Hier finden Sie weitere Informationen dazu und können das Modul gleich bestellen.

Informationen und Modul bestellen

Sonnenschutz – von April bis September!

Wer bei der Arbeit und in der Freizeit an der Sonne ist, muss sich ab Anfang April konsequent vor der schädlichen UV-Strahlung schützen. Betriebe sind verpflichtet für ihre Mitarbeitenden Massnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung zu treffen. Die Wahl der Schutzmassnahmen ist der Arbeitssituation anzupassen.

Zusätzliche Schutzmassnahmen für den Sommer

Im Sommer (Juni/Juli) ist die UV-Strahlung am gefährlichsten. Dann müssen Sie sich an sonnigen und auch an leicht bewölkten Tagen zusätzlich schützen. Kopf, Ohren und Nacken sind am meisten gefährdet. Tragen Sie deshalb bei Arbeiten an der Sonne einen Hut oder Helm mit Stirnblende und Nackenschutz oder arbeiten Sie im Schatten.

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Bauhelm mit Stirnblende und Nackenschutz

Helm mit Stirnblende

Hut mit Nackenschutz

Was bringt die Stirnblende mit Nackenschutz? – Ein Praxistest zeigt’s

Wir haben Personen, die draussen arbeiten befragt, ob sie eine Kopfbedeckung mit Stirnblende und Nackenschutz geben UV-Strahlung tragen würden. Skeptiker meinten anfangs es nütze nichts, sei zu heiss darunter und sähe komisch aus. Wir fragten später nach den Erfahrungen und bekamen bestätigt: Die Stirnblende und der Nackenschutz wirken. Das Gesicht und der Nacken sind im Schatten und müssen nicht extra eingecremt werden. Achtung: Die Nase, Wangen, Lippen und der Hals benötigen Sonnencreme.

Tipps für einen kühlen Kopf:
  • Die Stirnblende mit Nackenschutz bewahrt einen kühleren Kopf als ohne.
  • Machen Sie an heissen Tagen den Nackenschutz nass. Das kühlt zusätzlich.

Im Video unten sehen Sie Modelle von Stirnblenden mit Nackenschutz, die bereits nicht mehr dem neusten Stand der Technik entsprechen. Sie wurden verbessert, z. B. mit einer transparenten Stirnblende für eine bessere Sicht, bei gleichem UV-Schutz.

Wie haben sich die Modelle über die Zeit entwickelt? – Lesen Sie es hier.

Zum Artikel

Produkte zum Schutz vor UV-Strahlung:

www.sapros.ch   www.sunity.ch   www.uvprotect.ch   
www.geruestdoktor.ch 

Aussagen von Menschen, die draussen arbeiten

Kampagne UV Sonnenschutz Landschaftsgärtnerin Schutzkleidung Hut
Landschaftsgärtnerin

«Dieser Hut mit Nackenschutz ist sehr bequem. Er ist nicht eng und ist leicht zu tragen. Er gibt schön Schatten.»

Kampagne UV Sonnenschutz Landschaftsgärtner Schutzkleidung Hut
Landschaftsgärtner

«Der Hut deckt den hellen Teil des Himmels ab. Das finde ich angenehm. So hat man die Sonne nicht direkt im Gesicht.»

Was der Arbeitgeber und Arbeitnehmer wissen muss

Gegen die schädliche Einwirkung von UV-Strahlung muss der Arbeitgeber die erforderlichen Schutzmassnahmen treffen (Art. 82  UVG). Die Arbeitnehmer wiederum sind verpflichtet, die ihnen zur Verfügung stehenden Schutzmassnahmen umzusetzen. Dazu gehört auch die Abgabe und Verwendung von Sonnencreme und das Tragen von entsprechender Kleidung. Im Sommer (Juni/Juli) ist die UV-Strahlung am gefährlichsten. Gesicht, Kopf, Nacken und Ohren sind punkto hellem Hautkrebs besonders gefährdet. Deshalb ist es wichtig, diese Hautstellen zusätzlich zu schützen. Beispiele:

  • Beschatten Sie den Arbeitsplatz.
  • Arbeiten Sie ausserhalb der Spitzenzeiten mit der höchsten UV-Belastung (11 bis 15 Uhr).
  • Tragen Sie eine entsprechende Kopfbedeckung mit Stirnblende und Nackenschutz (z.B. als Helmaufsatz).

Was muss ich bei einer Hauterkrankung tun?

Wenn Sie bei der Arbeit regelmässig der Sonne ausgesetzt sind oder es über Jahre waren, können Sie an Hautkrebs leiden. Es kann sich dabei um eine Berufskrankheit handeln. Dies betrifft insbesondere den hellen Hautkrebs. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Arzt darüber, auch wenn Sie nicht mehr berufstätig sind. Lassen Sie die Symptome abklären.

Auch ein starker Sonnenbrand, ein Sonnenstich oder Hitzeschlag mit Krankheitsfolge müssen ärztlich behandelt und der zuständigen Unfallversicherung gemeldet werden (analog einem Berufsunfall).

Hier erfahren Sie mehr:

Prävention von Berufskrankheiten für weniger Leid und tiefere Kosten:

Berufskrankheiten und deren Verhütung

Hauterkrankung und nicht mehr berufstätig

Wenn Sie heute Hautprobleme durch schädliche UV-Strahlen aus Ihrem früheren Beruf haben (z. B. Hautkrebs) und die Firma, bei der Sie gearbeitet haben Suva-versichert war, melden Sie sich bitte bei einer unserer Agenturen in Ihrer Nähe  .

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