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12. Februar 2020 | Medienmitteilung

Suva Unfallzahlen 2019: Starker Anstieg von Skiunfällen

Im Jahr 2019 kam es zu rund 480 000 Unfällen und Berufskrankheiten. Markant zugenommen im Vergleich zum Vorjahr haben die Skiunfälle. Grund dafür war ein sonniger, schneereicher Winter, der mehr Skifahrer auf die Piste lockte. Die stärkste Zunahme bei den Freizeitunfällen verzeichneten die über 60-Jährigen. Durch gezielte Präventionsarbeit können neben menschlichem Leid auch hohe Unfallkosten reduziert werden.

Inhalt

2019 meldeten die Versicherten der Suva rund 480 000 Unfälle. Das sind 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Berufsunfälle stieg um 1,3 Prozent, was sich mit der Zunahme der Anzahl Beschäftigten gemäss Bundesamt für Statistik (BSF) deckt. Die Zahl der Freizeitunfälle ist um 0,9 Prozent gestiegen. Bezogen auf die versicherten Personen bedeutet dies eine leichte Abnahme der Freizeitunfälle gegenüber dem Vorjahr mit dem aussergewöhnlich sonnigen Sommer. Die Zahl der Unfälle bei den als arbeitslos gemeldeten Personen hat erneut abgenommen (- 5,8 Prozent). Dies ist auf die gute Arbeitsmarktlage mit weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen zurückzuführen.

Bei der Suva in der obligatorischen Unfallversicherung registrierte Fälle:

 

 

 

 

2019

2018

Differenz

Total Unfälle und Berufskrankheiten

478094

474073

+ 0,8 %

davonBerufsunfälle und Berufskrankheiten

 

 

183690

181315

+ 1,3 %

davon Nichtberufsunfälle

278924

276317

+ 0,9 %

davon Unfälle und Berufskrankheiten in der Unfallversicherung für Arbeitslose

15 480

16 441

- 5,8 %

Mehr Freizeitunfälle – starke Zunahme der Skiunfälle

Seit Mitte der 1980er-Jahre ereignen sich in der Schweiz mehr Freizeitunfälle als Berufsunfälle. Das Verhältnis liegt heute bei 60 Prozent Unfällen in der Freizeit und 40 Prozent bei der Arbeit. Gründe dafür sind das veränderte Freizeitverhalten, die verstärkte Präventionsarbeit der Suva im Bereich der Arbeitssicherheit sowie die Abnahme von Arbeiten mit hohem Risiko, beispielsweise durch zunehmend automatisierte Abläufe.


Auffallend in 2019 ist der Anstieg der Skiunfälle (total 14 870) (siehe Grafik). Dies entspricht einer Zunahme von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am meisten Skiunfälle passierten im Februar (+ 25,5 Prozent). «Die starke Zunahme der Skiunfälle hängt damit zusammen, dass mehr Menschen auf Skiern unterwegs waren als zur selben Zeit im Vorjahr», erklärt Peter Andermatt, Statistiker bei der Suva. «Wir hatten einen sehr guten und sonnigen Winter mit viel Schnee, der lange liegen blieb. Das hat einen direkten Einfluss auf die Unfallzahlen: Ist es an den Wochenenden schön, sind mehr Menschen auf der Piste, die verunfallen können.» 


Über das ganze Jahr betrachtet registrierte die Suva die meisten Unfälle beim Fussballspielen (über 27 000), beim Wandern und Spazieren (rund 23 000) sowie beim Velofahren und Biken (über 18 000) (siehe Grafiken). Die meisten Freizeitunfälle ereigneten sich in den Sommermonaten zwischen Juni und August. 

Mehr Freizeitunfälle bei den über 60-Jährigen

Die stärkste Zunahme aller Freizeitunfälle verzeichneten die über 60-Jährigen (+ 4,0 Prozent). Bei allen anderen Altersklassen haben sich die Unfallzahlen moderat oder kaum verändert (zwischen – 0,5 und + 1,7 Prozent, siehe Grafik). «Seniorinnen und Senioren sind aktiver und unternehmenslustiger als früher und treiben auch mehr Sport in ihrer Freizeit», so Statistiker Peter Andermatt. «Gleichzeitig macht sich bemerkbar, dass zunehmend geburtenstarke Jahrgänge ins Alter über 60 kommen». Absolut gesehen, weisen die meisten Freizeitunfälle die 20- bis 29-Jährigen sowie die 30- bis 39-Jährigen auf (über 65 000 bzw. über 63 000).

Prävention – ein Grundpfeiler im «Modell Suva»

Unfälle verursachen neben viel menschlichem Leid auch hohe Kosten. Deshalb ist die Prävention einer der Grundpfeiler im «Modell Suva» – neben der Versicherung und der Rehabilitation. Verschiedene Präventionsprogramme im Bereich Arbeits- und Freizeitsicherheit tragen dazu bei, Unfälle und Berufskrankheiten zu verhindern. Gleichzeitig fördern sie die Sicherheitskultur in Unternehmen, sensibilisieren für Gefahren und motivieren zur Eigenverantwortung. Ziel aller Präventionsaktivitäten der Suva ist, Berufs- und Freizeitunfälle zu reduzieren – und damit neben dem menschlichen Leid auch die Unfallkosten zu senken.

Die Suva versichert rund die Hälfte aller Berufstätigen in der Schweiz und gut einen Fünftel aller Betriebe (rund 2 Mio. Versicherte und 129 000 Unternehmen) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten.

Weitere Informationen:

Medienkontakt

Grafik herunterladen: Unfälle beim Skifahren

Anzahl gemeldete Unfälle bei der Suva

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Grafik herunterladen: Unfälle beim Fussball

Anzahl gemeldeter Fussballunfälle bei der Suva nach Kalenderwoche

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Grafik herunterladen: Unfälle beim Wandern und Spazieren

Anzahl gemeldete Unfälle bei der Suva

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Grafik herunterladen: Unfälle beim Velofahren und Biken

Anzahl gemeldete Unfälle bei der Suva

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Grafik herunterladen: Unfälle nach Altersklasse

Anzahl gemeldete Unfälle bei der Suva

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Über die Suva

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorte und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4400 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie rund 130 000 Unternehmen mit zwei Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

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