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15. Februar 2022 | Medienmitteilung

Starke Zunahme von Mehrfachverletzungen auf der Piste

In den vergangenen fünfzehn Jahren hat sich der Anteil der Unfälle mit Mehrfachverletzungen beim Schneesport verdoppelt. Solche Unfälle haben öfters einen Spitalaufenthalt zur Folge als Unfälle mit nur einem verletzten Körperteil. Mit einer guten Vorbereitung und einer ehrlichen Selbsteinschätzung kann die Verletzungsgefahr auf der Piste reduziert werden.

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Die Schneesportferien stehen vor der Tür. Trotz der anhaltenden Pandemie freuen sich viele Wintersportlerinnen und Wintersportler auf das Pistenvergnügen. «Umso wichtiger ist nun eine ehrliche Selbsteinschätzung beim Ski- und Snowboardfahren. Zudem ist eine vorausschauende und rücksichtsvolle Fahrweise auf der Piste immer angebracht», sagt Samuli Aegerter, Schneesportexperte bei der Suva.

Zunehmende Mehrfachverletzungen

Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt: In den letzten 15 Jahren hat sich der Anteil der Unfälle mit Mehrfachverletzungen beim Schneesport verdoppelt. 2019 waren es rund 20 Prozent der 34 000 Schneesportunfälle, welche mehr als ein verletztes Körperteil zur Folge hatten. Im Jahr 2004 waren es lediglich rund 10 Prozent. Die Altersgruppe der über 55-Jährigen sind davon am meisten betroffen. Unfälle mit Mehrfachverletzungen haben auch öfters Spital- und Rehabilitationsaufenthalte zur Folge als Unfälle, bei denen nur ein Körperteil verletzt wird. Neben dem Leid für die Betroffenen bedeuten sie auch längere Ausfallzeiten und höhere Kosten. «Bewegung an der frischen Luft ist für die Gesundheit der Menschen wichtig und wir möchten auch keinesfalls davon abraten. Entscheidend ist aber derzeit, alles für unfallfreie Schneesporttage zu unternehmen, da die Spitäler aufgrund der Pandemie schon mehr als ausgelastet sind», sagt Aegerter.

 

Durch ehrliche Selbsteinschätzung Unfälle vermeiden

Gut präparierte Pisten und technisch hochentwickelte Ski- oder Snowboardausrüstungen sind Faktoren, die das Tempo beim Ski- oder Snowboardfahren erhöhen. Mit einer ehrlichen Selbsteinschätzung und einer guten Vorbereitung auf den Schneesport, gelingt ein angepasstes Fahrverhalten. Dadurch lässt sich die Verletzungsgefahr reduzieren: Die Suva-App «Slope Track» gibt dazu nützliche Tipps, zum Beispiel Aufwärmübungen. Mit diesen Übungen bereitet man sich optimal für die erste Abfahrt vor. Die App zeichnet auch Abfahrten auf, misst Geschwindigkeit und körperliche Belastung (G-Kräfte) und gibt Tipps zum Fahrstil. «Mit der App bieten wir ein einfaches Tool für die Unfallprävention. Sie vermittelt auf spielerische Art, wie man mit den körperlichen Belastungen besser umgeht. Das senkt die Verletzungsgefahr», bekräftigt Aegerter.

 

Die Suva vereint in ihrem Geschäftsmodell Versicherung, Prävention und Rehabilitation. Die folgenden Tipps helfen Unfälle auf der Piste zu vermeiden:

  • Warm-up: Um auf die Belastungen beim Ski- und Snowboardfahren optimal vorbereitet zu sein, empfehlen wir ein Aufwärmen kurz vor der ersten Fahrt.
  • Auf der Piste: Fahren Sie angepasst an die Bedingungen, Ihr Fahrkönnen und Ihre Fitness.
  • Tempo: Fahren Sie nur so schnell, wie sie auf der Piste noch rechtzeitig ausweichen oder bremsen können.
  • Belastungen: Mit der App «Slope Track» können Sie messen, wie hoch die Belastungen auf Ihren Körper sind.
  • Ermüdung: Je schneller Sie fahren und je enger Sie carven, desto grösser sind die Belastungen auf Ihren Körper. Machen Sie genügend Pausen.

 

 

Weitere Informationen:

 

Über die Suva

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorte und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4400 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie rund 130 000 Unternehmen mit zwei Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

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