Ein Kundenberater der Suva im Gespräch mit dem Geschäftsführer eines Handwerkbetriebs.

Unfallversicherung nach UVG

  • Gemäss Schweizerischem Unfallversicherungsgesetz UVG sind alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmenden obligatorisch gegen Unfälle und Berufskrankheiten versichert.
  • Bei der Suva sind diese Personen dann obligatorisch versichert, wenn deren Arbeitgeber im Zuständigkeitsbereich der Suva tätig sind.
  • Wer mindestens 8 Wochenstunden beim selben Arbeitgeber arbeitet, ist auch gegen Nichtberufsunfälle versichert.

Die Suva als Unfallversicherer

Die Suva führt die obligatorische Unfallversicherung nach dem Schweizerischen Unfallversicherungsgesetz (UVG) in dem ihr von diesem Gesetz zugewiesenen Zuständigkeitsbereich durch.

Als grösste Trägerin der obligatorischen Unfallversicherung der Schweiz versichert die Suva rund einen Drittel aller in der Schweiz aktiven Betriebe, Unternehmungen und Verwaltungen. Rund zwei Drittel aller Arbeitnehmenden in der Schweiz sind bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert.

Ist mein Betrieb bei der Suva versichert?

Das Schweizerische Unfallversicherungsgesetz (UVG) bestimmt, welche Betriebe und Betriebsarten ihre Angestellten bei der Suva versichern müssen. Entscheidend für diese Zuordnung sind die in diesen Betrieben konkret ausgeübten betrieblichen Tätigkeiten oder die Art und Weise, wie diese Arbeiten ausgeübt werden.

Betriebe, die nicht unter diese in Artikel 66 UVG   umschriebenen Kriterien fallen, können ihre Mitarbeitenden bei einem anderen Versicherer nach Art. 68 UVG   versichern.

Versicherte Betriebe

Welche Betriebsarten bei der Suva obligatorisch versichert sind, ist im Unfallversicherungsgesetz (UVG) in Art. 66 UVG geregelt.

Betriebe, für die nicht die Suva zuständig ist, müssen ihre Angestellten durch andere, private Versicherungsunternehmen nach Art. 68 UVG versichern.

Bei der Suva sind zum Beispiel Betriebe aus den folgenden Branchen versichert:

  • Unternehmen im Hoch- und Tiefbau
  • Industriebetriebe für die Herstellung von Maschinenteilen
  • Chemieunternehmen
  • Transportunternehmen für Waren oder Personen
  • Schreinereien
  • Schlossereien
  • Industrielle Nahrungsmittelhersteller
  • Elektrizität-, Gas-, und Wasserversorgung
  • Personalverleih
  • Architekturbüro
  • Engineering-Unternehmen
  • u.v.m.

Jeder Betrieb hat bei der von der Suva durchzuführenden Abklärung Anspruch auf individuelle Beurteilung seiner ganz eigenen, oft einzigartigen Betriebsverhältnisse. Die Suva ist bei dieser Aufgabe an die allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätze gebunden.

Der Abklärung der konkreten, tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten sowie der Betriebsverhältnisse durch die örtlich zuständige Suva-Agentur kommt somit überragende Bedeutung zu.

Der Betriebsinhaber ist seinerseits verpflichtet, der zuständigen Suva-Agentur zu melden, wenn er einen mutmasslich Suva-pflichtigen Betrieb eröffnet, verändert oder einstellt (Art. 59 Abs. 1 UVG   Art. 92 Abs. 4 UVG  ). Er muss bei den Abklärungen der Suva mitwirken.

Vor Aufnahme der operativen Tätigkeit des Unternehmens:

Für Unternehmensgründer gilt die Meldepflicht nach Art. 59 UVG      : Mind. 14 Tage vor Arbeitsaufnahme muss der Betrieb bei der Suva angemeldet werden.

Während der operativen Tätigkeit gelten für den Inhaber diverse andere Pflichten, u.a.:

  • Lohnbuchhaltung führen (Art. 93 UVG ) / jährliche Lohndeklaration (am einfachsten geht’s  z.B. via Swissdec )
  • Informationspflichten bei Änderungen der Verhältnisse (Art. 92 Abs. 4 UVG )
  • Prämien bezahlen (Art. 91 Abs. 3 UVG )
  • Sicherheit am Arbeitsplatz sicherstellen
  • Unfälle sofort melden
  • Austretende MA über Abredeversicherung informieren

Bei Beendigung der operativen Tätigkeit:

Auch bei der Betriebseinstellung gilt die Meldepflicht: Mind. 14 Tage vor Betriebseinstellung muss diese der Suva gemeldet werden.

Wann bin ich gegen Unfall versichert?

Wenn Sie Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer eines Betriebs sind. Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer im Sinne von Art. 1a UVG gelten auch Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten oder Volontäre, aber auch Ferienaushilfen oder Schnupperlehrlinge. Dabei spielt es für die Unfalldeckung keine Rolle, wie hoch das Gehalt ist und ob ein schriftlicher Vertrag oder eine Abmachung per Handschlag vorliegt.

Entscheidend ist, dass Sie für einen Arbeitgeber und nach dessen Anweisungen tätig sind. Dies gegen Lohn oder zu Ausbildungszwecken und ohne ein eigenes wirtschaftliches Risiko zu tragen. Darüber hinaus gelten auch Familienmitglieder, Gesellschafter, Aktionäre und Genossenschafter, sofern sie im Betrieb mitarbeiten, als obligatorisch versicherte Personen nach UVG. Durch gelegentliche Handreichungen oder spontane Hilfeleistungen wird man nicht zum Arbeitnehmer.

Arbeitnehmende mit mindestens 8 Wochenstunden beim gleichen Arbeitgeber sind gegen Berufsunfälle, Berufskrankheiten und Nichtberufsunfälle obligatorisch versichert.

Teilzeitbeschäftigte mit weniger als 8 Wochenstunden

  • müssen sich selber gegen Nichtberufsunfälle versichern. Wenden SIe sich an Ihren Versicherungs-, oder Krankenkassenberater.
  • sind gegen Berufsunfälle, Berufskrankheiten und Unfälle auf dem direkten Arbeitsweg versichert.

Berufs- und Nichtberufsunfälle

In Art. 7 UVG         ist geregelt, welche Unfälle als Berufsunfälle gelten. Dazu gehören Unfälle, die dem Versicherten bei vom Arbeitgeber angeordneten oder in dessen Interesse ausgeführten Arbeiten zustossen, aber auch Unfälle während Arbeitspausen sowie vor und nach der Arbeit beim befugten Aufenthalt auf der Arbeitsstätte oder im Bereich der mit der beruflichen Tätigkeit zusammenhängenden Gefahren.

Alle anderen Unfälle gelten als Nichtberufsunfälle gemäss Art. 8 UVG            

Wer gegen Nichtberufsunfall versichert ist, profitiert vom Versicherungsschutz nach UVG auch auf Ferienreisen im Ausland.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Broschüre «Weltweit versichert - Gute Reise mit dem Suva-Versicherungsschutz für Nichtberufsunfälle im Ausland ».

Arbeitslose, die Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung haben, sind bei der Suva obligatorisch gegen Unfälle versichert. Hier finden Sie alle Informationen zur Arbeitslosenversicherung:

Unfallversicherung für Arbeitslose
Wie sind Personen versichert, die vorübergehend im Ausland tätig sind?
Globus mit Spielzeugmännchen obendrauf.<b><font style= color:#ff0000 >Agenturbild - steht für den Druck nicht zur Verfügung</font></b>

Wer für einen Schweizer Arbeitgeber arbeitet und für diesen Arbeitgeber ins Ausland entsendet wird, ist gemäss Art. 2 UVG  auch dort gegen Unfälle und Berufskrankheiten nach UVG versichert. Dies unter folgenden Voraussetzungen:

  • Unmittelbar vor der Entsendung ins Ausland muss die Person in der Schweiz bereits obligatorisch versichert sein.
  • Die Auslandtätigkeit muss zeitlich begrenzt sein.
  • Während dieser Zeit bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen.
  • Nach Beendigung der Tätigkeit im Ausland muss die Arbeit in der Schweiz als Arbeitnehmer wieder aufgenommen werden.

 Arbeitgeber, die Mitarbeitende ins Ausland entsenden, melden dies frühzeitig bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse. Diese stellt eine Entsendebestätigung aus.

Dann ist es wichtig, dass Sie über die Herausforderungen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit Bescheid wissen.

Mit dem Schritt in die berufliche Selbstständigkeit erlischt die obligatorische Unfallversicherung. Gleichzeitig hat der Wechsel Auswirkungen auf die AHV, die berufliche Vorsorge und die Arbeitslosenversicherung.

Wenden Sie sich zuerst an Ihre AHV-Ausgleichskasse und melden sich für die Abklärung eines selbstständigen Erwerbsstatus an. Wenn Ihre Arbeitstätigkeit in den Zuständigkeitsbereich der Suva fällt (siehe Art. 66 UVG    ), leitet die Ausgleichskasse die Anmeldeunterlagen an die Suva weiter. Die Suva klärt dann Ihren Erwerbsstatus ab und wird Sie anschliessend kontaktieren. Wichtige Merkmale, ob es sich um eine selbstständige oder um eine unselbstständige Tätigkeit handelt sind in der Suva-Broschüre „Sind Sie selbstständigerwerbend? Tipps zur Abklärung der beruflichen Selbstständigkeit “ kann Ihnen weitere Informationen geben.

Bei Fragen hilft Ihnen die Suva-Agentur in Ihrer Nähe weiter.

Agenturen und Adressen

Mit der Unternehmerversicherung der Suva können Sie sich gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen auch nach UVG versichern. Hier finden Sie weitere Informationen:

Unternehmerversicherung

Nicht jeder Auftragnehmer oder Freelancer, der selbstständigerwerbend scheint, ist es auch.

Macht eine von Ihnen zu engagierende Person geltend, selbstständigerwerbend zu sein, so lassen Sie sich von dieser Person den Status für die entsprechende Tätigkeit mit einer schriftlichen Bestätigung der Suva oder der Ausgleichskasse nachweisen. Sie können sich auch direkt über den sozialversicherungsrechtlichen Status dieser Person bei der Suva erkundigen.

Denken Sie daran: Als Arbeitgeber müssen Sie alle obligatorisch versicherten Personen gegenüber Ihrem Unfallversicherer melden.
Sie schützen sich und Ihren Betrieb damit vor unliebsamen Nachforderungen für UVG-Prämien und AHV/IV/EO/ALV-Beiträge. Besonders ärgerlich: Als Arbeitgeber müssen Sie auch für allfällige NBU-Prämien geradestehen, auch wenn Sie diese kaum mehr bei der Person einfordern können.

Die Suva und auch die AHV-Ausgleichskassen revidieren Ihren Betrieb periodisch: Nicht korrekt abgerechnete Löhne für Unselbstständigerwerbende (oder sogenannte Scheinselbstständige) werden von der Suva, der AHV sowie den anderen Sozialversicherungen bis zu maximal 5 Jahre rückwirkend nachbelastet.

Hinweis: Jeder Einzelfall muss für sich allein individuell abgeklärt und beurteilt werden auf Grundlage des relevanten Sachverhalts unter Anwendung der massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen.

Bei Fragen hilft Ihnen die Suva-Agentur in Ihrer Nähe weiter.

Agenturen und Adressen
Hobel und Späne

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Wollen Sie die UVG-Anmeldung bei der Suva einfach vornehmen? Dann füllen Sie das unten stehende Formular aus. Wir werden gerne Ihre Versicherungspflicht beurteilen und uns bei Ihnen melden.

Sie haben auch die Möglichkeit, das Webportal StartBiz  für die UVG-Anmeldung zu nutzen: Dieses elektronische Angebot des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO  unterstützt Sie bei der Gründung eines Unternehmens. Neben der Registrierung bei der Unfallversicherung ist auch die einfache Anmeldung bei weiteren Einrichtungen (Handelsregister, Mehrwertsteuer, AHV/IV/EO) möglich.

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