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Herr Gschwind, warum muss die Suva jetzt auch noch vorschreiben, wie sich Outdoorworker gegen die Sonne zu schützen haben?

Im internationalen Vergleich weist die Schweiz eine der höchsten Hautkrebsraten auf. Täglich erkranken etwa drei Personen aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit neu an Hautkrebs. Das können und wollen wir gemeinsam mit den betroffenen Branchen ändern.

Warum sind sie denn so sicher, dass der Hautkrebs während der Arbeitstätigkeit entsteht?

Zahlreiche ältere und neuere Studien belegen  , dass Outdoorworker ein erhöhtes Risiko haben, an weissem Hautkrebs zu erkranken. In einigen Berufen wird überwiegend im Freien gearbeitet – die meiste schädigende Sonneneinwirkung erfolgt in diesen Berufen am Arbeitsplatz.

Gewisse Betriebe stören sich an den zusätzlichen Vorschriften und pochen auf Eigenverantwortung.

Heute braucht es beides. Eigenverantwortung vom Arbeitnehmer der sich gegen die Sonne schützt aber gleichzeitig ist auch der Arbeitgeber in der Pflicht. Es ist sein gesetzlicher Auftrag, die notwendigen Schutzausrüstungen zur Verfügung zu stellen, um die Arbeitnehmer vor Berufskrankheiten zu schützen.

Updates vom 4. und 18. Juli

Unsere Ankündigung, ab 2019 in den beiden Monaten mit der grössten UV-Belastung (Juni/Juli) das Tragen des Nackenschutzes mit Stirnblende zu kontrollieren, führte zu Diskussionen in den betroffenen Branchen. Wir haben Gespräche mit dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) geführt und uns auf Folgendes verständigt: Der SBV trägt die von der Suva lancierte Kampagne «Sonne» aktiv mit. Die Suva ihrerseits wird auf die Einführung eines Obligatoriums für Nackenschutz und Stirnblende ab 1. Januar 2019 verzichten. Es soll der gesamte Strauss an Schutzmassnahmen aufgezeigt werden und nicht eine einzelne Massnahme wie Nackenschutz mit Stirnblende obligatorisch erklärt werden.
Mit dem Verband Gebäudehülle Schweiz (GH) wurde vereinbart, für den wirksamen Schutz vor UV gemeinsam konkrete und praxistaugliche Lösungen zu erarbeiten.

Mitgliederinformation SBV  
Mitgliederinformation GH  

Kampagne UV Sonnenschutz Hut

Hut mit Nackenschutz

Kampagne UV Sonnenschutz Nackenschutz Helm

Der Nackenschutz «Sunity» kann mit üblichen Industrie-Schutzhelmen kombiniert werden. Der sehr leichte Stoff bedeckt Nacken und Ohren. Zusätzlich schützt eine transparente Stirnblende vor UV-Strahlung.

Wo kann man den Sonnenschutz bestellen?

Es gibt verschieden Anbieter von geeigneten Sonnenschutz-Produkten. Das von der Suva in der Entwicklung begleitete Produkt „Sunity“ mit transparenter Stirnblende kann unter sunity.ch  bestellt werden. Weitere Produkte finden sich zum Beispiel unter uv-bau.ch  .

Was bringt der Hut oder ein Helm mit Stirnblende und Nackenschutz? – Wir haben es vor Ort getestet.

Grundsätzlich schützen diese Produkte genau dort, wo der weisse Hautkrebs häufig auftritt: im Gesicht, an den Ohren und im Nacken.

Wir wollten von Arbeitern aber auch wissen, ob sie einen Hut mit Stirnblende und Nackenschutz gegen gefährliche UV-Strahlung tragen würden. Am Anfang waren Zweifel, dass es nützlich ist. Einige meinten, es sieht komisch aus und es sei heiss unter dem Hut.

Nach einer Probezeit mit dem Hut haben wir bei den gleichen Personen nachgefragt. Sie sagten, es bringt tatsächlich was. Der Hut mit Stirnblende und Nackenschutz schützt vor der Sonne. Der Nacken ist nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt und bleibt somit kühler.