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TV-Spot der Suva gewinnt Präventionspreis

Adrian Vonlanthen,

Der Präventionsfilm mit den Beinahe-Berufsunfällen wurde an mit einem Präventions-Preis ausgezeichnet. Und die Prävention zeigt Wirkung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prävention statt Werbung: Die Suva gewinnt mit ihrem Präventionsfilm «Das Leben ist schön, solange nichts passiert» einen Preis an einem internationalen Media-Festival für Prävention im kanadischen Toronto.
  • Die Präventionsaktivitäten der Suva zeigen Wirkung. Im Zeitraum von 2010 bis 2019 passierten 14 Prozent weniger Berufsunfälle als in der Dekade davor.
  • Vom Wissen zum Handeln: Die Suva will die Betriebe in den kommenden Jahren dabei unterstützen eine Präventionskultur zu entwickeln, bei der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden höchstes Gut eines Unternehmens sind.

Ein gefällter Baum verfehlt den Forstarbeiter nur knapp, ein Gabelstapler rauscht Zentimeter an einer Planerin vorbei und eine Holzkonstruktion schlägt unmittelbar neben zwei Schreinern auf dem Boden ein. Der TV-Spot «Das Leben ist schön, solange nichts passiert» zeigt Beinahe-Berufsunfälle und macht auf eindrückliche Weise klar, wie schnell ein Unfall passieren kann, wenn die lebenswichtigen Regeln missachtet werden.

Präventionsfilm 

«Das Leben ist schön, so lange nichts passiert»

Die lebenswichtigen Regeln für alle Branchen:

Lebenswichtige Regeln

Prävention statt Werbung

Dieser Präventions-TV-Spot hat am internationalen Media-Festival für Prävention im kanadischen Toronto die Auszeichnung für den besten Kurzfilm erhalten. Dass ein Präventionsfilm der Suva für seine Machart ausgezeichnet wird, ist kein Novum. Eine Anerkennung in Bezug auf die Präventionswirkung eines Films aber schon. André Meier, Abteilungsleiter Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, erklärt im Interview, warum er sich besonders über diesen Preis freut und weshalb die Präventionsbemühungen der Suva trotz der positiven Entwicklung der Unfallzahlen auch heute wichtig sind.

André Meier, die Suva hat schon mehrere Preise für ihre Präventionsfilme gewonnen. Warum bedeutet ihnen dieser Preis besonders viel?
Meier: Wir haben diesen Preis erhalten, weil ausgewiesene Präventionsexpertinnen und -experten der Meinung sind, dass wir mit diesem Film Unfälle verhindern. Genau darum geht es uns bei unseren TV-Spots. Wir wollen mit diesen Inhalten auf die Gefahren bei der Arbeit und in der Freizeit aufmerksam machen. Es geht nicht darum, für die Suva zu werben. Dabei stellen wir die lebenswichtigen Regeln als wirksames Präventionsinstrument in den Vordergrund.

Der Preis attestiert der Suva, dass ihre Präventionsbemühungen Wirkung zeigen. Ist dies auch in der Entwicklung der Unfallzahlen erkennbar?
Wir beobachten in den vergangenen Jahren einen positiven Trend, was die Entwicklung der Unfallzahlen betrifft. Vergleicht man die Jahre 2010 bis 2019 mit der vorhergehenden Dekade ergibt sich ein erfreuliches Bild. Über sämtliche bei der Suva versicherten Branchen betrachtet, ist das Risiko bei der Arbeit zu verunfallen um 14 Prozent gesunken. Darüber hinaus verzeichnete die Suva im selben Zeitraum 208 tödliche Unfälle weniger, was einem Rückgang von fast 35 Prozent entspricht.

Das klingt so, als könne die Suva in den kommenden Jahren einen Gang runterschalten.
Positiv ist, dass inzwischen die lebenswichtigen Regeln in den verschiedenen Branchen bekannt und akzeptiert sind. Gleichwohl passieren nach wie vor schweizweit täglich 800 Unfälle bei der Arbeit.

Woran liegt das?
Die Regeln zu kennen, reicht allein nicht aus. Es braucht den Transfer vom Wissen zum Handeln. Die lebenswichtigen Regeln müssen integraler Bestandteil der täglichen Arbeit sein, deshalb wollen wir die Betriebe in den kommenden Jahren dabei unterstützen, eine Präventionskultur in ihren Unternehmen zu etablieren.

Wie können Betriebe diesen Weg in Angriff nehmen?
Ein zentraler Aspekt ist, dass die Unternehmensführung hinter der Idee der Präventionskultur steht und die Entwicklung vorantreibt. Ein möglicher erster Schritt ist es, die Sicherheits-Charta   zu unterzeichnen. Diese wurde von der Suva in Zusammenarbeit mit Arbeitgeberverbänden, Planern und Gewerkschaften ins Leben gerufen. Verbände und Betriebe, welche die Sicherheits-Charta unterzeichnen, setzten sich dafür ein, dass an den Arbeitsplätzen die lebenswichtigen Regeln eingehalten werden.