Flusssäure (HF): Notfallmassnahmen und Notfallkit im Betrieb

Flusssäure ist stark ätzend und giftig. Bereits kleine Mengen können schwere Verätzungen und systemische Vergiftungen verursachen. Als Sicherheitsbeauftragte stellen Sie sicher, dass Schutzmassnahmen und Notfallabläufe klar geregelt sind.

Inhalt

Wo Flusssäure eingesetzt wird

Flusssäure wird zur Reinigung und Behandlung von Metalloberflächen eingesetzt. Typische Anwendungen sind das Eintauchen von Werkstücken in Bäder mit tiefer Konzentration. Auch das Abbeizen von Schweissnähten mit konzentrierten Gelen ist verbreitet. Dabei tragen Mitarbeitende das Gel mit einem Pinsel auf. Teilweise kommen auch Sprühverfahren zum Einsatz. 
Flusssäure kann über die Haut oder die Atemwege aufgenommen werden. Bereits kurze Kontakte können zu schweren Schäden führen. 

Schutzmassnahmen planen 

Wichtig ist ein klar geregeltes Notfallkonzept. Definieren Sie die Abläufe bei einem Unfall verbindlich: Sofortmassnahmen und ärztliche Versorgung (Betriebsarzt, Notfallstation, Ambulanz). Schulen Sie alle betroffenen Mitarbeitenden regelmässig.  

Jeder ungeschützte Kontakt mit Flusssäure ist ein medizinischer Notfall. 

Sofortmassnahmen bei Haut- oder Augenkontakt 

  • Benetzte Kleidung sofort ausziehen
  • Haut und Augen unverzüglich und gründlich mit viel Wasser spülen
  • Augen danach zusätzlich mit einer geeigneten Spüllösung behandeln, zum Beispiel Hexafluorine
  • Betroffene Hautstellen grosszügig mit Kalziumglukonatgel einreiben Anwendung des Gels mehrmals wiederholen

Anschliessend den Betriebsarzt oder die Notfallstation aufsuchen. 

Ärztliche Weiterbehandlung sicherstellen 

Halten Sie in Absprache mit dem Betriebsarzt oder dem zuständigen Spital Kalziumglukonat-Ampullen bereit. Diese werden bei schweren Verläufen intravenös verabreicht. Stellen Sie sicher, dass der Ablauf im Notfall klar geregelt und bekannt ist. 

Inhalt eines Notfallkits bei Flusssäure 

Das Notfallkit muss auf die im Betrieb verwendeten Mengen und Konzentrationen abgestimmt sein.

Es enthält in der Regel: 

  • Augenspülflaschen 
  • eine geeignete Spüllösung, zum Beispiel Hexafluorine
  • Kalziumglukonatgel
  • chemikalienbeständige Handschuhe, zum Beispiel aus Butylkautschuk, für Interventionskräfte
  • in Absprache mit dem Betriebsarzt Kalziumglukonat-Ampullen und geeignetes Infusionsmaterial 

Überprüfen Sie das Notfallkit regelmässig auf Vollständigkeit und Haltbarkeit. 

Weiterführende Links

www.toxinfo.ch  

www.gestis.dguv.de.

Finden Sie diese Seite hilfreich?