Kohlenstoff-Nanoröhrchen: Risiken erkennen und Exposition minimieren

Kohlenstoff-Nanoröhrchen kommen in vielen innovativen Produkten zum Einsatz. Bestimmte Formen gelten als möglicherweise krebserregend. Als Sicherheitsbeauftragte sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeitenden wirksam geschützt sind.

Inhalt

Wo Kohlenstoff-Nanoröhrchen eingesetzt werden

Kohlenstoff-Nanoröhrchen, kurz CNT, werden in Forschung, Entwicklung und Produktion verwendet. Typische Anwendungen sind Lithium-Ionen-Batterien, Mikroelektronik oder medizinische Geräte. Bestimmte mehrwandige Kohlenstoff-Nanoröhrchen MWCNT gelten als möglicherweise krebserregend der Kategorie 1B, insbesondere schwerlösliche, faserartige MWCNT.  

Gesundheitsrisiken 

Beim Einatmen können MWCNT die Lunge schädigen. Entscheidend sind Form, Grösse, Löslichkeit und Dauer der Exposition.  Obwohl es keine offiziellen Grenzwerte in der Schweiz gibt, soll die Exposition gegenüber MWCNT so stark wie möglich reduziert werden (im Sinne des Minimierungsgebots für krebserzeugende Stoffe). 

Exposition richtig beurteilen 

Ob eine Gefährdung besteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: 

  • Art der Bearbeitung zum Beispiel Mischen, Mahlen, Erwärmen 
  • Aggregatzustand des Materials, etwa als Pulver oder fest eingebettet 
  • Dauer und Häufigkeit der Arbeiten 

Für Tätigkeiten mit möglicher Exposition führen Sie eine Gefährdungsbeurteilung durch. Nutzen Sie anerkannte Hilfsmittel: 

Schutzkonzept nach dem T-O-P-Prinzip

Ein wirksames Schutzkonzept mit technischen, organisatorischen und persönlichen Massnahmen minimiert die Exposition. 

Technische Massnahmen 

  • abgetrennte und gekennzeichnete Arbeitsbereiche 
  • wirksame Lüftung und Absaugung an der Quelle 
  • geschlossene Systeme 
  • leicht zu reinigende Oberflächen 

Organisatorische Massnahmen 

  • verbindliche Arbeitsanweisungen 
  • regelmässige Schulung 
  • Hygienevorschriften wie Händewaschen und kein Essen am Arbeitsplatz 

Persönliche Schutzmassnahmen 

  • Atemschutzmasken FFP3 oder Gebläsefiltersysteme mit P3-Filter 
  • Einwegschutzkleidung Typ 5
  • Schutzhandschuhe  

Schutzmassnahmen überprüfen 

Überprüfen Sie die Wirksamkeit der Massnahmen mit arbeitshygienischen Messungen. Passen Sie die Gefährdungsbeurteilung an, wenn sich Prozesse oder Materialien ändern. So stellen Sie sicher, dass die Exposition dauerhaft so tief wie möglich bleibt. 

Weiterführende Informationen

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