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7. März 2023 | Medienmitteilung

Linksabbiegen mit dem Velo – ein heikles Manöver

Rund ein Sechstel der jährlichen 24 000 Velounfälle im Strassenverkehr sind Kollisionsunfälle. Missachten des Vortritts sowie Linksabbiegen sind dabei besonders unfallgefährlich. Mit Training, vorausschauendem Fahren und gegenseitiger Rücksichtnahme kann die Verletzungswahrscheinlichkeit reduziert werden.

Inhalt

      Velofahren ist beliebt, dies zeigen nicht nur die steigenden Verkaufszahlen, auch die Velounfälle sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich angestiegen.

      Schwere Unfälle durch Kollisionen

      Von jährlich rund 24 000 Velounfällen im Strassenverkehr sind 4000 Kollisionsunfälle. Bei schweren Kollisionen von Velofahrenden ist die zentrale Hauptursache die Vortrittsmissachtung (55%). Bei den Kollisionsgegnern handelt es sich zum grössten Teil um Personenwagen. Solche Unfälle können für Velofahrerinnen und Velofahrer mit schweren Verletzungen enden. Diese haben oft 90 oder mehr Tage Arbeitsausfall zur Folge. Die häufigsten Verletzungen bei schweren Kollisionsunfällen mit dem Velo sind Frakturen an den oberen Extremitäten und der Wirbelsäule (39%) sowie Schädel- / Hirnverletzungen (10%). Im März und im September kommt es bei den Velounfällen anteilmässig zu den meisten Kollisionen.

      Durch korrektes Abbiegen und Einspuren Unfälle vermeiden

      Kollisionen lassen sich durch korrektes Abbiegen und/oder Durchfahren eines Kreisels vermeiden.  Dabei ist Linksabbiegen mit dem Velo im Strassenverkehr ein herausforderndes Manöver. «Zuerst ein Kontrollblick zurück, frühzeitig Handzeichen setzen, dann konsequent zum Mittelstreifen hin einspuren und erst bei genügend Abstand zu herannahenden Fahrzeugen abbiegen, dabei parallel den Gegenverkehr im Auge behalten – so läuft ein korrektes Manöver beim Abbiegen mit dem Velo ab», erklärt Sandra Kammermann von der Suva. Dies erfordert Multitasking und volle Aufmerksamkeit. Beim Durchfahren eines Kreisels ist es zudem wichtig, dass das Velo den Platz in der Mitte der Fahrspur einnimmt und den Kreisel so durchquert. «Ein klares Signalisieren, wo man hinwill, ist hier noch wichtiger, damit der Velofahrende nicht an den Rand des Kreisels gedrängt wird», bestätigt Sandra Kammermann. Zudem tragen das Einhalten der Verkehrsregeln und ein respektvoller Umgang zwischen allen Verkehrsteilnehmenden dazu bei, Unfälle zu vermeiden - unabhängig von der Kraft und Grösse des Fahrzeugs. 

      Fahrkompetenz kann trainiert werden

      Die meisten Kollisionsunfälle ereignen sich von Montag bis Freitag zwischen 07.00 Uhr und 09.00 Uhr und zwischen 17.00 Uhr und 19.00 Uhr. Bei starkem Verkehrsaufkommen sind die Velofahrenden noch mehr gefordert. Die Dynamik bei Fehlverhalten eines Verkehrsteilnehmenden fällt meistens zu Ungunsten der Velos aus. Dafür lohnt es sich, das Linksabbiegen im Vorfeld auf weniger dicht befahrenen Strassen zu trainieren. «Das heikle und anspruchsvolle Linksabbiegen fordert neben einem guten Gleichgewicht auch die Präsenz der anderen Sinne. Insbesondere das Gehör hilft mir ein herannahendes Fahrzeug frühzeitig zu hören. Damit kann ich früher und besser reagieren. Bevor es zu einer Überforderung kommt, empfehle ich das Linksabbiegen auf einer wenig befahrenen Nebenstrasse zu üben», weiss Sandra Kammermann.

      Tipps für mehr Sicherheit beim Velofahren

      • Präsent sein, konzentriert und vorausschauend fahren – das sind die schützenden Verhaltensfaktoren beim Velofahren im Strassenverkehr.
      • Zeig klar, wo du hinwillst.
      • Mach dich sichtbar: Vorder- und Rücklicht, helle, reflektierende Kleidung tragen.
      • Lass dich nicht ablenken: Das Handy gehört beim Velofahren verstaut. 
      • Verzichte auf Kopfhörer, denn Musik lenkt ab im Strassenverkehr.
      • Ein Helm schützt vor schweren Kopfverletzungen.
      • Halte dich und dein Velo fit!

      Hier kann man Linksabbiegen auf dem Velo trainieren:

      • Neu im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern: Mit einer virtuellen Trainingsfahrt erleben Sie die Herausforderungen des Linksabbiegens auf dem Velo garantiert unfallfrei. Neueröffnung der interaktiven Themeninsel «Velo» ab 07.03.2023 im Verkehrshaus der Schweiz  (Halle Strassenverkehr im Erdgeschoss).
      • Slow-Up: Nehmen Sie an einem der regionalen Slow-Up-Events teil. Durch das Velofahren auf gesperrten Strassenabschnitten gewinnen Sie an Sicherheit auf dem Velo und trainieren das Fahrkönnen. Hier geht es zu den Daten der Slow-Up-Events 2023 .
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      Medienkontakt

      Simone Isermann
      Mediensprecherin Finanzen und Strategie, Schadenmanagement und Rehabilitation

      Über die Suva

      Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion knapp 4700 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie über 135 000 Unternehmen mit über 2,2 Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

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