Die Zecken sind wieder los

Trotz Corona-Krise sind Spaziergänge im Wald und über Wiesen erlaubt. Auch im Forst- und Gartenbau wird weiterhin gearbeitet. Wälder, Wiesen und Gärten sind in der Schweiz meistens Zeckengebiete. Aufgepasst: Die kleinen Tiere sind jetzt wieder aktiv!

Obwohl ein hundertprozentiger Schutz gegen zeckenübertragene Krankheiten nicht möglich ist, kann das Risiko eines Zeckenstiches schon mit einfachen Verhaltensweisen vermindert werden:

  • Im Wald, in Gärten und an Wegrändern Gestrüpp und Unterholz meiden, um keine Zecken abzustreifen.
  • Geschlossene Kleidung von heller Farbe tragen (so können Zecken entdeckt und entfernt werden, bevor sie auf die Haut gelangen).
  • Zeckenschutzmittel für Haut und Kleider benutzen.
  • Nach Aufenthalt im Wald oder im Garten Körper nach Zecken absuchen.
  • Falls eine Zecke gefunden wird: So schnell wie möglich entfernen (am besten mit einer spitzen Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange).
  • In der Zecken-App   des BAG und der ZHAW kann man Zeckenstiche dokumentieren, erhält Informationen und Warnmeldungen.

Der Arbeitsmediziner der Suva, Felix Ineichen, empfiehlt allen Personen, die sich regelmässig im Freien aufhalten und besonders jenen, die im Wald und auf Wiesen arbeiten, eine Zeckenimpfung (analog zum BAG). «Die Zeckenimpfung schützt vor Zeckenenzephalitis. Diese kann ausgelöst werden durch ein Virus, das infizierte Zecken beim Stich auf den Menschen übertragen können», so der Zeckenspezialist der Suva. Bei Berufsgruppen mit erhöhtem Zeckenstichrisiko übernimmt übrigens der Arbeitgeber die Kosten für die Impfung.

Gut 11 000 Zeckenstiche verzeichnen die Suva und die weiteren UVG-Versicherer jährlich. Zeckenstiche gelten versicherungsrechtlich als Unfälle. Insgesamt verursachen sie jährliche Kosten von rund 12,4 Millionen Franken. 90 Prozent der Zeckenunfälle passieren in der Freizeit. Zeckenunfälle während der Arbeit sind eher selten. Gewisse Berufsgruppen, wie etwa Forstwarte, haben allerdings ein stark erhöhtes Risiko für Zeckenstiche.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zum Thema Zecken liefert Ihnen das folgende Interview auf suva.ch mit unserem Arbeitsmediziner Felix Ineichen: So schützen Sie sich vor Zecken   

Auch die Informationsbroschüre «Vorsicht, Zecken!»   enthält wichtige Tipps.

Eine Anlaufstelle für Fragen zum Thema ist das Nationale Referenzzentrum für zeckenübertragene Krankheiten NRZK  .

  • Adrian Vonlanthen
    Adrian Vonlanthen
    Mediensprecher Arbeitssicherheit
  • Direkt: +41 41 419 52 58
Zecke, Holzbock, Blatt, Mistvieh, Wald, Boreolose, Gefahr, Sommer, Wandern

Die Zeckenart «Holzbock» überträgt Krankheitserreger, zu Borreliose und Zeckenenzephalitis führen können.

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,3 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 129 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.