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Neuanfang mit Offenheit – Vertrauen als Schlüssel

Der Weg zurück in den Arbeitsalltag erfordert mehr als einen Vertrag – er braucht Offenheit, Vertrauen und Menschen, die wirklich zuhören. Die Geschichte von Boris zeigt eindrücklich, wie Reintegration durch Wertschätzung, Menschlichkeit und Zusammenarbeit gelingt - zum Vorteil aller Beteiligten. 

Inhalt

Im Mai 2022 schlug Boris ein neues Kapitel auf – eines, das Mut verlangte. Nach rund zwei Jahren beruflicher Auszeit, ausgelöst durch psychische Herausforderungen, stellte er sich dem nächsten Schritt: Er absolvierte erfolgreich ein Aufbautraining im sekundären Arbeitsmarkt und wagte den Neustart mit einem Reintegrationspraktikum bei der Suva.

Doch es ging um weit mehr als um Fachwissen. Gefragt waren Ehrlichkeit, Selbstreflexion und der Mut, die eigene Geschichte nicht zu verstecken. Schon im Bewerbungsgespräch setzte Boris genau hier an. Erwartungen, Möglichkeiten und Rahmenbedingungen wurden transparent besprochen. Keine Unsicherheiten zwischen den Zeilen, sondern Klarheit auf Augenhöhe. Dieser ehrliche und respektvolle Dialog schuf von Anfang an Vertrauen. Und genau dieses Vertrauen wurde zum Fundament seiner erfolgreichen Wiedereingliederung.

Ein wertschätzender Wiedereinstieg

Vor dem Start seines Reintegrationspraktikum verspürte Boris neben Vorfreude auch eine gewisse Nervosität. Doch diese verflog rasch. «Vom ersten Tag an hat mich das Team wertgeschätzt und mir das Gefühl gegeben, eine echte Bereicherung zu sein», sagt er dankbar.

Für seinen Teamleiter Luca war vor allem Boris’ Transparenz entscheidend: «Mit seiner offenen Art ist er direkt auf das Team zugegangen und hat so möglichen Spekulationen oder Unsicherheiten von Anfang an keinen Raum gelassen.» Diese Offenheit schuf spürbares Vertrauen – auf beiden Seiten. «Weil ich offen kommuniziert habe, musste ich mich nicht erklären, wenn ich zu vielen Reizen ausgesetzt war und zum Beispiel nicht mit in die Pause gegangen bin. So konnte ich ausprobieren, wie weit ich gehen kann – ohne mich dabei schlecht zu fühlen», erinnert sich Boris. 

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Von Mensch zu Mensch

Ein zentraler Erfolgsfaktor im Reintegrationspraktikum war das Vertrauensverhältnis zwischen Boris und Luca. «Die Begegnung von Mensch zu Mensch ist die Basis für Vertrauen», betont Luca. Auch persönliche Gespräche hatten Platz – sie schufen Nähe und stärkten die Zusammenarbeit nachhaltig.

Doch zur Erfolgsgeschichte gehörte mehr: Das Team wurde frühzeitig einbezogen und trug den Prozess von Anfang an aktiv mit. Zweifel? Keine. Das Reintegrationspraktikum wurde als gemeinsame Aufgabe verstanden. Diese Haltung stärkte nicht nur Boris’ Wiedereinstieg, sondern auch den Zusammenhalt im Team.

Für Boris zeigte sich der Fortschritt in einem ganz besonderen Augenblick: «Einer der schönsten Momente war, als ich merkte, dass ich mich auf Teamsitzungen und Teamtage freue – das wäre früher unvorstellbar gewesen.»

Nachhaltiger Erfolg und Perspektive

Aus dem Reintegrationspraktikum ergab sich eine echte Perspektive: Sechs Monate später wurde im selben Team eine Stelle frei. Boris bewarb sich und setzte sich im Bewerbungsprozess überzeugend durch. 

Seit Dezember 2025 ist Boris mit einem 60-Prozent-Pensum als Sachbearbeiter in der Kursadministration fest angestellt. «Als ich vom Entscheid erfuhr, war ich erleichtert und habe mich unglaublich gefreut!»

Die Festanstellung ist ein Gewinn für beide Seiten: Das Team gewinnt einen engagierten, eingearbeiteten Mitarbeiter, und Boris kann sich in einem vertrauten Umfeld weiterentwickeln und sinnstiftend arbeiten. Neu ist lediglich, dass für Boris nun die gleichen Rahmenbedingungen wie für die anderen Teammitglieder gelten. «Der Übergang vom Praktikum zur Festanstellung ist ihm sehr souverän gelungen», so Luca.

Hürden entstehen im Kopf

Für Luca ist Boris’ Reintegrationsgeschichte mehr als ein Erfolg. Sie beweist, dass berufliche Strukturen allein nicht ausreichen. «Auch in einem geregelten Rahmen sind vor allem gelebte Menschlichkeit, Offenheit und Vertrauen entscheidend», erklärt er. Genau diese Werte hätten hier den Unterschied gemacht.

Luca fügt hinzu: «Viele Hürden entstehen im Kopf. Wenn wir ihnen mit Offenheit begegnen und Verantwortung übernehmen, können wir weit mehr bewegen, als wir glauben.» Boris ergänzt: «Hinter jeder Diagnose steht ein Mensch und ein Umfeld, das ihn trägt.» Sein Appell an Betroffene: offen sein, transparent kommunizieren, nichts verschweigen. «Schämen oder verstecken soll sich niemand.»

Eine Haltung, die zeigt, was möglich wird, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht.

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