Abgehoben und trotzdem auf dem Boden geblieben
Mit einem ungewöhnlichen Werdegang zwischen Fliegerei, Kundenberatung und Feuerwehr hat Luana Habegger ihren Erfahrungsrucksack gefüllt. Und doch gibt es eine Konstante: den festen Willen, Menschen zu helfen.
Inhalt
Luana ist Kundenbetreuerin bei der Suva in Zürich. Sie beschreibt ihre Rolle selbst als «Visitenkarte der Suva» – und genau so erlebt man sie auch. Wenn Kundinnen und Kunden Fragen haben, ist sie oft die erste Ansprechperson: Sie triagiert Anliegen, erklärt Prämien, öffnet Türen zur Prävention und arbeitet eng mit dem Schadenmanagement und weiteren Abteilungen zusammen.
«Ich arbeite gerne mit Menschen. Es ist sinnstiftend, für die Suva zu arbeiten und unsere Mission zu unterstützen: menschliches Leid zu verhindern.»
Luana Habegger
Luana betreut vor allem grössere Betriebe. Sie sitzt mit Personalverantwortlichen, Geschäftsleitenden oder Sicherheitsbeauftragten am Tisch. Ihr Ziel ist klar: zufriedene Kundinnen und Kunden und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Besonders wichtig ist ihr dabei der persönliche Austausch. «Ich arbeite gerne mit Menschen. Es ist sinnstiftend, für die Suva zu arbeiten und unsere Mission zu unterstützen: menschliches Leid zu verhindern.»
Ein häufiges Thema bei ihrer Arbeit sind Prämien, welche Kunden und Kundinnen oft als zu hoch einschätzen. Dann erklärt Luana Schritt für Schritt, wie diese entstehen. Sie zeigt anhand von Statistiken, wie viele Unfälle und Kosten ein Betrieb im Vergleich zur Branche hat, welche Unfallarten besonders häufig sind – etwa Stolpern oder Stürzen – und wo Präventionsmassnahmen ansetzen könnten. Ziel ist es, Unfallzahlen tief zu halten, Ausfälle zu reduzieren und die Wiedereingliederung zu unterstützen. «Manchmal kann ich direkt Empfehlungen abgeben, manchmal ziehe ich Kolleginnen und Kollegen aus der Prävention bei. Ich sehe mich ein bisschen als Pöstlerin – ich sortiere Themen und Aufgaben und bringe sie an den richtigen Ort.»
Ein Weg mit vielen Stationen
Zur Suva kam Luana bereits 2013. Nach der Handelsmittelschule mit Praktikum startete sie im Prämieninnendienst in Bern. Der sogenannte «Suvanerspirit» faszinierte sie von Anfang an. Besonders geprägt hat sie eine damalige Revisorin und Kundenbetreuerin im Aussendienst, Evelyne Loretan, zu der sie aufschaute: «Sie war kompetent, bodenständig und einfach souverän – ich wusste, das will ich auch!»
Dann folgte ein bewusster Schritt weg von der Suva – in die Luft. Schon als Kind war Luana vom Fliegen fasziniert. Sie wechselte zur Swiss International Air Lines und arbeitete mehrere Jahre als Flight Attendant. Auch dort stand der Mensch im Mittelpunkt. Arbeiten nach Checklisten, Ruhe bewahren, Bedürfnisse antizipieren – vieles davon hilft ihr bis heute. «Ich habe immer Notizen gemacht, alles strukturiert festgehalten. Ordnung und Struktur geben mir Sicherheit.» Sogar Tagebuch führte sie darüber, was sie aus jeder Station fürs Leben und für die Kundenbetreuung gelernt hat. Und bis heute ist ein Tablet mit allen wichtigen Unterlagen ihr stetiger Begleiter bei Kundengesprächen.
Während der Corona-Pandemie kehrte Luana mit einem gut gefüllten Rucksack an Erfahrungen zur Suva zurück – diesmal als Kundenbetreuerin in den Aussendienst in Zürich. Ganz stolz erzählt sie, dass sich für sie seit diesem Jahr der Kreis wieder schliesst und sie zusammen mit Regionenleiter Oliver Eugster ihre ehemalige Arbeitgeberin, die Swiss, als Grosskundin der Suva betreuen darf.
Menschen helfen – auch in der Freizeit
Auch in ihrer Freizeit ist Luana sehr aktiv und engagiert sich für das Wohl der Menschen als Unteroffizierin bei der Feuerwehr Oberamt. Auslöser war ihre Zeit bei der Swiss, als sie den Umgang mit Feuer lernen musste und ihre Angst davor überwinden wollte. Heute ist sie Atemschutzträgerin und Teil der Sanitätsgruppe. Etwa fünfmal im Jahr geht der Alarm los und sie löscht mit ihrem Team Brände und rettet Menschenleben. Aber natürlich gibt es auch sonst viel zu tun. Sie absolviert regelmässig die Trainings der Feuerwehr und schult auch Kolleginnen und Kollegen in Basic Life Support.
Viele Fähigkeiten aus der Feuerwehr nützen ihr auch im Berufsalltag bei der Suva: Vor Menschen stehen, Situationen analysieren, Entscheidungen treffen und flexibel bleiben, sind einige davon. «Man hat einen Plan – und muss trotzdem bereit sein, ihn anzupassen.»
Alle Erfahrungen auf ihrem bisherigen Lebensweg fügen sich bei Luana zu ihrem persönlichen Motto zusammen. Das Fliegen, die Feuerwehr und ihr grosses Vorbild bei der Suva, in dessen Fussstapfen sie getreten ist. Sie nennt es: «ganz schön abgehoben – und trotzdem auf dem Boden geblieben.»