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Drei Frauen, drei Sprachregionen, viele starke Gedanken

Zum Internationalen Tag der Frauen haben wir drei Mitarbeiterinnen aus der Deutschschweiz, der Westschweiz und dem Tessin gefragt, was sie geprägt hat, wie sie Gleichstellung im Arbeitsalltag erleben und was sie sich für kommende Generationen wünschen. Ihre Antworten zeigen persönliche Geschichten und Perspektiven.

Inhalt

Cornelia Hengst

Teamleiterin Präventionsangebote, Luzern / Präsidentin Personalverband Sektion Luzern

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Welche Frau hat dich persönlich inspiriert oder geprägt?

Mein Mami. Sie hat mir vorgelebt, was es heisst liebevoll, fürsorglich und grosszügig zu sein. Ihre Willensstärke und ihr konsequentes Einstehen für sich selbst und unsere Familie beeindrucken mich bis heute. Sie hat mir gezeigt, dass man vieles erreichen kann, wenn man an sich glaubt und konsequent auf seine Träume hinarbeitet. Besonders ihre Empathie und ihr Humor haben mich gelehrt, mit einem offenen Herzen durchs Leben zu gehen.

Was bedeutet Gleichstellung für dich im Arbeitsalltag?

Jede Person unabhängig von ihrem Geschlecht soll die gleichen Chancen, Möglichkeiten und Rechte haben. Es bedeutet, Barrieren abzubauen, damit wirklich jede und jeder sein volles Potenzial entfalten kann. Denn gleiche Bedingungen für alle fördern nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch eine konstruktive Zusammenarbeit.

Was wünscht du dir für die nächste Generation von Frauen?

Die nächste Generation von Frauen soll immer wieder die richtigen Menschen um sich haben, die sie stärken, inspirieren und an sie glauben. Ich hoffe, dass die Frauen mit Selbstvertrauen durchs Leben gehen, sich gegenseitig unterstützen und keine Angst davor haben, sich selbst zu sein. Vor allem wünsche ich ihnen Freude am Leben, Mut und die Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen.

May Lee Bertolotti

Expertin Kompetenz-Center, La Chaux-de-Fonds

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Welche Frau hat dich persönlich inspiriert oder geprägt?

Es gibt keine bestimmte weibliche Persönlichkeit, die mich besonders inspiriert. Vielmehr bewundere ich Frauen, denen es trotz vielfältiger Hindernisse gelingt, sich Gehör zu verschaffen und ihre Ideen durchzusetzen, ohne dabei ihre Persönlichkeit oder ihre Authentizität aufzugeben.

Was bedeutet Gleichstellung für dich im Arbeitsalltag?

Es bedeutet für mich, sich weiterentwickeln zu können, Ideen einzubringen und ausschliesslich aufgrund von Kompetenz und Engagement beurteilt zu werden. Im Alltag heisst das, einander zuzuhören, unterschiedliche Meinungen zu respektieren und allen die gleichen Chancen zu geben, Verantwortung zu übernehmen.

Was wünscht du dir für die nächste Generation von Frauen?

Dass die Frauen von morgen den Mut haben, sich zu engagieren, das Selbstvertrauen, ihre Stimme zu erheben, und die Freiheit, ihren eigenen Weg ohne Barrieren und Grenzen zu gehen.

Linda Bigger

Teamleiterin Kurzfristgeldleistungen Region Süd, Bellinzona

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Welche Frau hat dich persönlich inspiriert oder beeinflusst?

Die Frauen der damaligen Suva – jene, die in offiziellen Dokumenten oft anonym blieben, im Stillen jedoch eine kleine Revolution auslösten. Die sogenannten «Fräuleins» der 1910er-Jahre: junge, kompetente Frauen, die ihre Anstellung bei Heirat aufgeben mussten. In dem Wissen, dass ihre Zeit im Berufsleben begrenzt war, arbeiteten sie mit Hingabe und Professionalität und verschoben Schritt für Schritt die Grenzen des gesellschaftlich Akzeptierten.

Besonders beeindruckt mich Nina Schmid-Schriber, die bereits 1917 den Mut hatte, öffentlich zu fordern, dass Heiraten nicht den Verzicht auf wirtschaftliche Unabhängigkeit bedeuten dürfe. In einer Zeit, in der Frauen kaum Gehör fanden, war dies ein Akt grosser moralischer Stärke. Ebenso steht für mich Christiane Brunner in den 1980er-Jahren sinnbildlich dafür, dass Gleichstellung nicht nur auf der Strasse erkämpft wird, sondern auch in Verwaltungsräten – gegen Skepsis und kulturelle Trägheit. Dank ihr und anderen wurde die Gleichbehandlung rechtlich verankert.

Was bedeutet Gleichstellung für dich in deinem Arbeitsalltag?

Gleichstellung ist für mich die Grundlage echter Zusammenarbeit. Sie bedeutet, allen mit Respekt zu begegnen, individuelle Talente zu fördern und jedem zu ermöglichen, sein Bestes einzubringen. Bei der Suva erlebe ich dieses ethisch wie rechtlich verankerte Prinzip als tägliche Verpflichtung, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle gesehen, gehört und wertgeschätzt fühlen. Gute Führung heisst für mich, Unterschiede wahrzunehmen, Stärken gezielt zu nutzen und Fairness zu leben – ohne in Stereotype zu verfallen.

Was wünschst du der nächsten Generation von Frauen?

Dass Gleichstellung für kommende Generationen selbstverständlich ist – ohne dass sie ständig neu eingefordert oder gesetzlich abgesichert werden muss. Die Schweiz sollte die erreichten Fortschritte entschlossen schützen, und wir alle sollten mit unserem täglichen Handeln zu einer gerechteren und harmonischeren Zukunft für die Frauen von morgen beitragen.

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