463814693_highres.jpg
30. Juni 2026 | Medienmitteilung

937 000 Unfälle in der Schweiz: Freizeitunfälle steigen weiter an

2025 wurden den 22 Schweizer Unfallversicherern (UVG) rund 937 000 Berufs- und Freizeitunfälle sowie Berufskrankheiten gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber war weiterhin die deutliche Zunahme von Freizeitunfällen, während die Anzahl von Berufsunfällen stabil blieb.

Inhalt

Alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmenden sind gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) obligatorisch gegen Berufsunfälle und Berufskrankheiten versichert. Wer mindestens acht Stunden pro Woche arbeitet, ist auch gegen Freizeitunfälle versichert. Ebenfalls obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle versichert sind stellensuchende Personen und Personen in IV-Massnahmen.

Die insgesamt 22 UVG-Versicherer in der Schweiz registrierten im Jahr 2025 rund 937 000 Unfälle und Berufskrankheiten. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von rund 2,4 Prozent. Während die Zahl der Berufsunfälle und -krankheiten (BUV) mit rund 281 000 Fällen praktisch stabil blieb (+0,3 Prozent), stieg die Zahl der Freizeitunfälle (NBUV) um 3,0 Prozent auf rund 636 000. Deutlich zugenommen haben zudem die registrierten Unfälle von Stellensuchenden: Sie stiegen um 16,3 Prozent auf rund 18 000 Fälle.

Die laufenden Kosten für das Jahr 2025 sind noch nicht vollständig bekannt. Im Vorjahr beliefen sich die Versicherungsleistungen auf rund 5,6 Milliarden Franken, vor allem für Heilkosten (ärztliche und therapeutische Leistungen), Taggelder sowie für Rückstellungen für Invaliden- und Hinterlassenenrenten. Den grössten Anteil daran verursachten mit 64,6 Prozent die Freizeitunfälle, 32 Prozent entfielen auf Berufsunfälle und Berufskrankheiten, 3,1 Prozent auf Unfälle von Arbeitslosen und 0,2 Prozent auf Unfälle von Personen in IV-Massnahmen.

Gewaltbedingte Verletzungen: Junge Männer bleiben am stärksten gefährdet

Das Fokuskapitel der diesjährigen UVG-Statistik beleuchtet die Entwicklung gewaltbedingter Verletzungen bei jungen Menschen. Dabei geht es auch um die Frage, ob der Anstieg seit Mitte der 1990er-Jahre Ausdruck einer tatsächlichen Zunahme von Gewaltdelikten ist – oder ob er vor allem mit einem veränderten Anzeigeverhalten zusammenhängt. 

Die Auswertung spricht dafür, dass es sich nicht bloss um einen Anzeigeeffekt handelt: Denn die Zahl gewaltbedingter Körperverletzungen in der UVG-Statistik entwickelte sich parallel zur Polizeilichen Kriminalstatistik. Seit 2024 driften die beiden Reihen allerdings stärker auseinander. Ob sich daraus bereits ein neuer Trend ableiten lässt, bleibt jedoch noch abzuwarten. 

Die Zahl der Gewaltfälle bei jungen Männern ist seit dem Höchststand von 2008 deutlich zurückgegangen, bei den 15- bis 24-Jährigen liegt sie aber noch immer rund 20 Prozent über dem Niveau der späten 1990er-Jahre. Auch bei jungen Frauen ist das Risiko einer gewaltbedingten Verletzung im langfristigen Vergleich leicht gestiegen, es bleibt jedoch deutlich tiefer als bei jungen Männern. Dass Gewaltfälle weiterhin ins Gewicht fallen, zeigt sich auch bei den Kosten: Die mittleren Heilkosten sind hier seit 1995 stärker gestiegen als bei Freizeitunfällen insgesamt.

 

Bei allen UVG-Versicherern in der obligatorischen Unfallversicherung registrierte Fälle: 

  2025 Differenz zum Vorjahr  2024 
Registrierte Fälle total  936 965  +2,4 %  914 741 
Berufsunfälle und Berufskrankheiten  281 162  +0,3 %  280 323 
Freizeitunfälle  636 323  +3,0 % 617 528
Unfälle und Berufskrankheiten von Stellensuchenden  17 639  +16,3 %  15 162
Unfälle und Berufskrankheiten von
Personen in IV-Massnahmen 
1841  +6,5 %  1728 
Anerkannte Fälle total  noch nicht verfügbar  867 940   
Anerkannte Berufskrankheiten 

noch nicht verfügbar

 
2979    
Total Versicherungsleistungen 

noch nicht verfügbar

5,6 Mrd. CHF   

Unfallstatistik und Bezugsquelle

Die von der Suva geführte Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) publiziert die jährliche UVG-Unfallstatistik im Auftrag der Koordinationsgruppe für die Statistik der Unfallversicherung (KSUV). Die Statistik basiert auf den Ergebnissen der 22 UVG-Unfallversicherer in der Schweiz (Suva, dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) unterstellte Privatversicherer, öffentliche Unfallversicherungskassen, anerkannte Krankenkassen, Ersatzkasse), die unselbstständig Erwerbstätige obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern. Ebenfalls enthalten sind die Ergebnisse der obligatorischen Unfallversicherung für Arbeitslose und für Personen in IV-Massnahmen, die bei der Suva versichert sind.

Die UVG-Statistik erfasst keine Unfälle von Kindern, Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Hausfrauen und -männern, Selbstständigerwerbenden und Pensionierten. Im Wesentlichen werden somit die ständig in der Schweiz wohnhaften Arbeitnehmenden und Lernenden im Alter von 15 bis 65 Jahren erfasst. Diese Personen machen gut die Hälfte der Wohnbevölkerung aus.

In der neu veröffentlichten Statistik der Unfallversicherung 2026 sind die statistischen Ergebnisse zu den Fällen des Jahres 2025 sowie zu den Kosten und zum Unfallgeschehen des Jahres 2024 aufbereitet. Die Unfallstatistik ist in gedruckter Form sowie online auf  Deutsch  und Französisch  erhältlich. Einzelne Druckexemplare können kostenlos bei der SSUV bestellt werden: unfallstatistik@suva.ch.

Weitere Informationen: www.unfallstatistik.ch.

Medienkontakt

Profilbild von Kontakt
Thilo Kleine
Mediensprecher, Schweizerischer Versicherungsverband SVV

Über die Suva

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion über 4800 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie mehr als 140 000 Unternehmen mit über 2,2 Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne Steuergelder und gibt finanzielle Überschüsse in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

Weitere Medienmitteilungen