Padel boomt – und die Unfallzahlen steigen rasant
2024 registrierten Schweizer Unfallversicherer 1420 anerkannte Padel-Unfälle – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr und bereits mehr als beim etablierten Trendsport Squash. Padel ist damit endgültig vom Nischen- zum Breitensport geworden – mit allen Konsequenzen, die das für die Unfallprävention mit sich bringt.
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Erstmals kann die Suva Padel-Unfälle separat ausweisen, und die Zahlen sprechen für sich: 2022 wurden 80 Fälle registriert, 2023 waren es 540, 2024 bereits 1420. Zum Vergleich: Beim Squash, einem Sport mit deutlich längerer Geschichte in der Schweiz, wurden 2024 rund 980 Unfälle gezählt; beim etablierten Tennis waren es 3120 Unfälle. Damit verzeichnet Padel bereits fast halb so viele Unfälle wie der traditionsreiche Tennissport.
Wichtig für die Einordnung: Diese Zahlen beziehen sich auf UVG-versicherte Personen und bilden nicht die gesamte Schweizer Bevölkerung ab. Sie zeigen jedoch die Entwicklung und die zunehmende Bedeutung des Sports deutlich auf.
Dynamischer Sport mit typischen Risiken
Padel gilt als leicht zugänglich, schnell erlernbar und sozial. Genau diese Mischung macht den Sport beliebt. Gleichzeitig ist Padel körperlich anspruchsvoll: schnelle Richtungswechsel, kurze Sprints, abrupte Stopps und Ballwechsel nahe an Glaswänden erhöhen das Unfallrisiko – besonders bei Einsteigerinnen und Einsteigern.
«Padel wirkt auf den ersten Blick sehr einfach und ist schnell erlernt. Körperlich ist der Sport aber durchaus anspruchsvoll: Die vielen kurzen Sprints, abrupten Stopps, schnellen Richtungswechsel und Überkopfschläge belasten insbesondere Knie und Sprunggelenke, aber auch die Rücken- und Schulterregion. Gerade Einsteigerinnen und Einsteiger sollten deshalb gut aufgewärmt ins Spiel gehen, die Intensität langsam steigern und die wichtigsten Körperregionen gezielt kräftigen, um ausreichende Stabilität zu gewährleisten», sagt Dr. Regina Schelble, Sportmedizinerin der Rehaklinik Bellikon.
Typisch sind Stürze, Verdrehungen, Zerrungen sowie Verletzungen an Knie, Fussgelenk, Schulter oder Ellbogen. Auch Kollisionen mit Mitspielenden oder der Glaswand können zu Verletzungen führen.
Freizeitunfälle betreffen auch die Betriebe
Die meisten Padel-Unfälle passieren in der Freizeit. Ihre Folgen können jedoch bis in den Arbeitsalltag reichen: Verletzungen an Knie, Fussgelenk oder Schulter können längere Absenzen zur Folge haben. Damit betrifft die Entwicklung nicht nur die Sportlerinnen und Sportler selbst, sondern auch deren Arbeitgeber. Prävention lohnt sich deshalb gerade auch bei neuen Trendsportarten.
So bleibt Padel ein sicherer Spass
Damit der Einstieg gelingt und Verletzungen vermieden werden, empfiehlt die Suva:
- Vor dem Spiel aufwärmen und Gelenke mobilisieren
- Technik und Spielregeln lernen, besonders als Einsteigerin oder Einsteiger
- Schuhe mit gutem Halt und passender Sohle tragen
- Relevante Körperregionen gezielt kräftigen, um die notwendige Stabilität sicherzustellen
- Intensität langsam steigern und Pausen einlegen
- Bei Müdigkeit oder Schmerzen rechtzeitig aufhören
Padel ist ein attraktiver Freizeitsport. Mit guter Vorbereitung, passender Ausrüstung und Rücksicht auf dem Platz lässt sich das Unfallrisiko deutlich reduzieren.
Medienkontakt
Caspar van de Ven
Mediensprecher Arbeitssicherheit und Freizeitsicherheit
Über die Suva
Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion über 4800 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie mehr als 140 000 Unternehmen mit über 2,2 Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne Steuergelder und gibt finanzielle Überschüsse in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.