Übermüdet im Job: Unfallrisiko fast doppelt so hoch
Schlafprobleme sind weit verbreitet: Jede dritte Person schläft schlecht, jede zehnte leidet an einer chronischen Schlafstörung (Insomnie). Die Folgen zeigen sich auch am Arbeitsplatz. Zum «World Sleep Day» am 13. März rückt die Suva Schlaf als wichtigen Sicherheitsfaktor in den Fokus.
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Müdigkeit ist ein Sicherheitsrisiko
Schlafmangel reduziert Reaktionsfähigkeit und Konzentration. Auch die motorischen Fähigkeiten sind eingeschränkt: Übermüdete Personen stolpern häufiger, lassen Gegenstände fallen oder unterschätzen Gefahren. Menschen mit chronischer Insomnie haben gemäss internationalen Studien gar ein zwei- bis zweieinhalbfach erhöhtes Risiko für Arbeitsfehler und Unfälle.
«Schlafmangel ist für die Sicherheit am Arbeitsplatz gravierend», sagt Inglina Keller, Präventionsberaterin und Spezialistin Gesundheit bei der Suva. Gerade in Berufen mit erhöhtem Gefahrenpotenzial können kurze Aufmerksamkeitslücken schwerwiegende Folgen haben. Übermüdete Mitarbeitende haben ein fast doppelt so hohes Unfallrisiko – im Strassenverkehr steigt es sogar um das Sieben- bis Achtfache.
Weniger Schlaf, mehr Ausfälle
Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, verliert im Schnitt rund sieben Arbeitstage pro Jahr durch Krankheit oder verminderte Leistungsfähigkeit. Selbst bei sechs bis sieben Stunden Schlaf sind es noch rund 3,7 Tage mehr im Vergleich zu ausgeschlafenen Mitarbeitenden. Schlafprobleme sind zudem häufig ein langfristiges Phänomen: Rund die Hälfte der Betroffenen leidet auch nach mehreren Jahren weiterhin unter anhaltenden Beschwerden.
Chronischer Schlafmangel erhöht ausserdem das Risiko für psychische Erkrankungen sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Schlaganfall.
Die volkswirtschaftlichen Folgen sind erheblich: In Europa verursachen chronische Schlafstörungen jährlich Kosten in Milliardenhöhe – vor allem durch Produktivitätsverluste, Fehlzeiten und erhöhte Gesundheitsausgaben.
Schlaf ist damit nicht nur ein privates Thema, sondern ein betrieblicher Erfolgsfaktor: Ausgeschlafene Mitarbeitende sind konzentrierter, treffen bessere Entscheidungen und fallen seltener krankheitsbedingt aus.
So stärken Betriebe die Schlafgesundheit
- Erreichbarkeit klar regeln und Überzeit begrenzen
- Führungskräfte sensibilisieren
- Wo machbar flexible Arbeitszeiten ermöglichen
- Pausen und kurze Power-Naps (15–20 Minuten) fördern
- Schulungen zu Stressbewältigung und Schlafhygiene anbieten
Wichtig für erholsamen Schlaf
- Regelmässige Schlaf- und Aufstehzeiten einhalten
- Elektronische Geräte mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen ausschalten
- Schlafzimmer ruhig, dunkel und kühl halten (16–18 Grad)
- Koffein vier bis sechs Stunden vor dem Schlafen meiden
- Bei längerem Wachliegen aufstehen und einer ruhigen Tätigkeit nachgehen
Medienkontakt
Caspar van de Ven
Mediensprecher Arbeitssicherheit und Freizeitsicherheit
Über die Suva
Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion über 4700 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie mehr als 138 000 Unternehmen mit über 2,2 Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.