Sommerferien: Mehr als jeder zehnte Unfall passiert im Ausland
Wer bei Ferienunfällen an Mountainbike-Stürze, Klettertouren oder spektakuläre Wassersportarten denkt, liegt oft falsch. Die meisten Menschen aus der Schweiz verunfallen während ihrer Sommerferien im Ausland bei ganz alltäglichen Tätigkeiten – beim Gehen, unterwegs im Strassenverkehr oder durch Stolpern und Ausrutschen.
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In den Monaten Juli und August verunfallen rund 12 100 Personen aus der Schweiz in ihrer Freizeit im Ausland. Das entspricht rund 200 Unfällen pro Tag. Grenzgängerinnen und Grenzgänger sind dabei nicht eingerechnet. Sportliche Aktivitäten spielen eine Rolle, stehen jedoch nicht an erster Stelle.
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt
Mehr als jeder zehnte Freizeitunfall ereignet sich in den Sommermonaten Juli und August ausserhalb der Schweiz. Viele dieser Unfälle passieren nicht bei risikoreichen Aktivitäten, sondern in Situationen, die harmlos wirken: ein Stolperer auf dem Campingplatz, ein Sturz auf der Treppe der Ferienwohnung oder ein Ausrutscher am Pool.
Die meisten Unfälle im Ausland ereignen sich in den beliebtesten europäischen Reiseländern. An der Spitze stehen Frankreich mit 2400 Unfällen, Italien mit 2100 Unfällen und Deutschland mit 1500 Unfällen.
Versicherungsschutz vor der Abreise prüfen
Wer mehr als acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber arbeitet, ist über die obligatorische Unfallversicherung grundsätzlich auch im Ausland versichert. Dennoch können sich je nach Reiseziel Unterschiede bei der Kostenübernahme ergeben. In Ländern mit einem Sozialversicherungsabkommen mit der Schweiz gelten besondere Regelungen für die Abrechnung medizinischer Leistungen. Dazu zählen die EU- und EFTA-Staaten sowie Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, die Türkei und das Vereinigte Königreich.
Besondere Aufmerksamkeit ist bei längeren Auszeiten, unbezahltem Urlaub oder nach einem Stellenwechsel gefragt. Gerade in solchen Situationen planen viele Menschen eine längere Reise. «Wir sehen immer wieder Fälle, in denen Versicherte gar nicht wussten, dass ihr Schutz in solchen Momenten eingeschränkt sein oder ganz wegfallen kann», sagt Maximilian Gmür, Experte für Versicherungsschutz im Ausland bei der Suva. «Wir empfehlen grundsätzlich, vor einer Reise den eigenen Versicherungsschutz zu prüfen.»
24-Stunden-Helpline der Suva
Kommt es im Ausland zu einem Unfall, ist die Assistance der Suva rund um die Uhr für ihre Versicherten da. Sie vermittelt medizinische Hilfe und organisiert bei Bedarf die Rückreise in die Schweiz.
Wer auf Nummer sicher gehen will, speichert die Kontaktdaten der Assistance +41 848 724 144 bereits vor der Abreise im Mobiltelefon und informiert sich über den bestehenden Versicherungsschutz. So lassen sich unangenehme Überraschungen vermeiden und die Ferien bleiben in guter Erinnerung.
Weitere Informationen:
Medienkontakt
Simone Isermann
Mediensprecherin Finanzen und Strategie, Schadenmanagement und Rehabilitation
Über die Suva
Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion über 4800 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie mehr als 140 000 Unternehmen mit über 2,2 Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne Steuergelder und gibt finanzielle Überschüsse in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.