Hanspeter Kurzen
20. Februar 2024 | von Regula Müller, Foto: Fabian Hugo

Arbeitssicherheit: Vom Schlusslicht zum Vorzeigebetrieb

80 Prozent weniger Unfälle. Das haben Hanspeter Kurzen und sein Team bei der Stryker GmbH in Selzach innert knapp drei Jahren geschafft. Der Sicherheitsbeauftragte konnte dabei auf die Unterstützung der Geschäftsleitung, achtsame Mitarbeitende und das Projekt «Integrierte Sicherheit» der Suva zählen.

Inhalt

      Von seinem früheren Arbeitgeber kannte Hanspeter Kurzen das Projekt ‹Integrierte Sicherheit› der Suva. Er wollte dies auch bei Stryker realisieren. Zum Projektstart kamen zwei Sicherheitsexperten der Suva für zwei Tage ins Unternehmen und führten eine umfangreiche ASGS-Analyse durch. «Das Resultat: Unsere bisherige Gefährdungsermittlung war lückenhaft und die internen Sicherheitsaudits führten wir bis jetzt mit zu wenig Tiefgang durch», erinnert sich Kurzen. 

      Das Kader auf «Integrierte Sicherheit» einschwören

      In einem Seminar ausserhalb der Stryker-Gebäuden wurden alle Vorgesetzten zum Thema ‹Integrierte Sicherheit› befähigt, sensibilisiert und motiviert. Kurzen blickt heute noch gerne auf diese beiden Tage zurück: «Das war ein absolutes High­light. Vielen wurde dabei zum ersten Mal bewusst, dass sie selbst und nicht der Sicherheitsbeauftragte verantwortlich für die Arbeitssicherheit und den Gesund­heitsschutz sind. An diesem Seminar konnten wir das Feuer für diese wichtige Thematik entfa­chen.» 

      Innerhalb des Projektteams wurden gemeinsam etliche Sicherheits- und Präventionsmassnahmen definiert und umgesetzt: Beschaffung einer neuen Bandsägemaschine; Nachrüstung der Lagergestelle mit Anfahrschutz, Durchschubsicherungen und Gitterauflagen; Beschaffung diverser Podestleitern für Arbeiten in der Höhe; Realisierung der kompletten Ex-Lager-Ausstattung wie z.B. Ex-Fasswender, Ex-Ameise und Ex-Fasspumpen; Montage diverser Handläufe und Installation einer rollstuhlgängigen Eingangs­rampe, Beschaffung ergonomisch verstellbarer Packtische für den Fertigwarenlagerbereich; Umsetzung von Geh- und Fahrwegoptimierungen; Beginn präventiver Instandhaltungsarbeiten und so weiter.

      Für die Geschäftsleitung standen nicht die Kosten im Vordergrund, sondern vielmehr die Arbeitsplatzsicherheit der Mitarbeitenden. «Wenn sie einen Mehrwert bietet, wird die entsprechende Massnahme realisiert», erzählt Kurzen. «Diese Einstellung der Geschäftsleitung war und ist unglaublich wertvoll.»

      80 Prozent weniger Unfälle

      «In den vergangenen drei Jahren konn­ten die Berufsunfälle um 80 Prozent gesenkt werden», sagt Kurzen sichtlich stolz. Dazu beigetragen haben unter anderem auch die vielen Gefahrenmeldungen der Mitarbeitenden. 2019 lag die Zahl der Meldungen noch bei 83, 2023 sind schon 1258 Meldungen ein­gegangen. Die Meldungen allein verhin­dern jedoch noch keine Unfälle. Wichtig ist, dass die Gefahrensituationen umgehend behoben werden. In über 85 Prozent der Fälle gelingt Kurzens Team das durchschnittlich innerhalb von 30 Tagen. 
       
      Diese Erfolge feiert Stryker GmbH regelmässig auch mit ihren Mitarbeitenden. Hanspeter Kurzen resümiert: «Das Ansehen unseres Standorts ist innerhalb des Konzerns deutlich gestiegen. Das motiviert die Mitarbeitenden enorm. Freude macht auch, dass die Prämien durch den Präventionserfolg bereits gesunken sind.»

      3 Tipps von Hanspeter Kurzen

      1. Sensibilisierungs-Workshop und Betreuung durch die Suva. Von der Werksleitung über die Abtei­lungsleitung bis zur Geschäfts­leitung müssen alle das gleiche Ziel haben: «Alle Mitarbeitenden kommen täglich gesund von der Arbeit nach Hause». 
      2. Anreize und Beteiligung der Mit­arbeitenden: Ihnen soll und darf bewusst sein, dass die Arbeits­sicherheit ihnen selbst und ihren Familien zugutekommt. 
      3. Festgelegte Massnahmen müs­sen zeitnah umgesetzt und auf deren Nachhaltigkeit fortlaufend überprüft werden. Somit wird ein Kulturwechsel mit dem Ziel 0 Unfälle (zero incidents) in Gang gesetzt.

      Diese 3 Vorteile bietet das Projekt «Integrierte Sicherheit»

      1. Nachhaltige Präventi­onskultur dank Hilfe zur Selbsthilfe 
      2. Sichere, gesunde Arbeitsplätze 
      3. Weniger Unfälle und tiefere Kosten 
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